Streetart in Potsdam – wie ein Unternehmen nicht nur Potsdam verschönert

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Voltaireweg

(Dieser Beitrag enthält eine Menge unbezahlte und unbeauftragte Werbung) Dennoch habe ich mich auf diesen Beitrag schon lange gefreut. Dieses Mal geht es um Streetart in Potsdam. Aber eben nicht die ganz gewöhnliche, wild umhergesprühte Straßenkunst. Anders. Ich erzähle es euch.

Eine ganze Weile hat es gedauert, bis ich ausreichend Bilder gesammelt habe und ich bin ziemlich sicher, dass ich noch längst nicht alle habe. Der Beitrag entführt euch heute mal in die Straßenkünste oder eben die Streetart in Potsdam.

Zunächst waren die wunderschönen Bemalungen von Trafohäuschen und Stromkästen zufällige Hingucker, doch im Zuge der Coronakrise und vieler Spaziergänge innerhalb des Stadtgebietes, sind uns diese optischen Perlen erst so richtig bewusst geworden. Es sind unfassbar viele und so habe ich angefangen, sie zu fotografieren. Es war immer wieder eine richtige Freude, wenn ich wieder ein bemaltes Häuschen entdeckt habe. Freu also auch du dich nun auf einen wirklich farbenfrohen virtuellen Spaziergang durch Potsdam.

Mit dem ersten Beitragsbild, welches den Blog eröffnet, starten wir im Voltaireweg / Ecke Schlegelstraße und werden direkt in die Historie der Stadt entführt. Lustwandelnde, historisch gekleidete Personen schlendern durch den Parkeingang Sanssouci in Richtung Neues Palais. Dieses wurde damals, Ende 18. Jahrhundert, von Friedrich dem Großen als Schloß für Gäste geplant. Und die sind es dann vielleicht, die man sieht auf dem Bild. Hier können wir unserer Phantasie freien Lauf lassen, denn eine Erklärung gibt es zu den Bildern nicht. Mit diesem Kunstwerk startet der Rundgang mit einem meiner Lieblingsbilder in dieser schier unerschöpflichen, weit über die Grenzen von Potsdam hinausragenden Sammlung.

Für den Rundgang läufst Du nun einfach durch die Schlegelstraße zur Pappelallee. Hier steht die Kassenärztliche Vereinigung Berlin Brandenburg. Und weil dieses Dienstleistungszentrum für Patienten und Ärzte ziemlich medizinisch klingt und auch ist, erschließen sich die nächsten beiden Bilder. Schau mal hier. Neben der Ärztin, die das Kind abhört seht ihr einen vitruvianischen Mensch.

Eigentlich berühren nach antikem Vorbild die ausgestreckten Arme und Beine sowohl einen ihn umgebenden Kreis als auch ein Quadrat. Damit sollten so etwas wie die idealen Proportionen dargestellt werden. Wie soll ich das denn deuten, dass hier nur ein Kreis zu sehen ist? Sind wir mittlerweile alle zu rund? So ist das eben mit der Kunst. Frei nach art-efx.de – so heißt die in Potsdam Babelsberg ansässige Firma, die für all diese Genialitäten zuständig ist.

Pappelallee

Pappelallee

Als Besonderheit dieser Wandmalereien empfinde ich, dass sich die Motive durchgängig in ihre Umgebung einschmiegen. Entweder landschaftlich oder eben so wie hier thematisch. Aber wir müssen weiter. Wir haben noch viel vor. Es geht nun die Pappelallee in nördliche Richtung. Bis zum Autohaus und an diesem einfach rechts abbiegen in die Erich-Mendelsohn-Allee.

Hier erreichst du dann auch gleich den Johann-Boumann-Platz, an welchem du dich beim Bäcker oder im Supermarkt versorgen könntest. Der eine Bäcker hat sogar sonntags derzeit bis 17.00 Uhr auf. Ein echtes Highlight in Bornstedt. Nur ein paar Meter kommst du an die Kreuzung mit der Ludwig-Bolzmann-Straße. Hier sieht alles recht tröge und zubetoniert aus und auch darauf sind sie eingegangen. Viel mehr gibt es zu diesem Trafohäuschen nicht zu sagen.

Ludwig-Bolzmann-Straße

Also weiter. Eine Ecke weiter geht es in die Alexander-Klein-Straße. Und kurz bevor wir die Kirschallee erreichen, befindet sich rechter Hand ein Sportplatz … naja und schau mal, was die Zauberer auf die andere Straßenseite gemalt haben. Irre, oder? Kindgerecht und sehr süß.

Alexander-Klein-Straße

So … die Kirschallee hatte ich schon erwähnt. Richtig? Dann guck mal hier. Nicht nur die großen Trafohäuschen werden bemalt, sondern auch viele von den unzähligen Stromverteilerkästen. Echt guter Preis für die Kirchen!

Kirschallee

So. Und nun: Laufen. Laufen. Laufen. Zunächst zur Hälfte um den Sportplatz drumherum. Dann rechts rein in die Erwin-Barth-Straße um kurz darauf links in die Hermann-Matern-Promenade einzubiegen.

In den letzten Jahren sind hier unfassbar viele Eigenheime entstanden. So richtig viel gibt es inmitten der Häuser vielleicht nicht unbedingt zu gestalten, oder doch? Dann guck mal hier …. ich bin immer noch ganz begeistert. Ein Rothkehlchen und drunter ein Stieglitz.

Herrmann-Mattern-Promenade

Herrmann-Mattern-Promenade

Nur ein Steinwurf davon befindet sich ein schöner Kinderspielplatz und auch hierfür hat sich ein passendes Motiv gefunden. Voila!

Hermann-Mattern-Promenade

Hermann-Mattern-Promenade

Nun müssen wir nochmals zurück zur Kirschallee. Also nehmt einfach den nächstn Abzweig links. Die ganze Kirchallee lauft ihr dann in nord-östliche Richtung. Irgendwann heißt sie dann “Zum Vogelherd”. Was soviel wie Vogelfangplatz bedeutet. So richtig kann ich diesem Hobby, welches bis ins 19. Jahrhundert hinein, von bestimmten Gesellschaftsschichten praktiziert wurde, nichts abgewinnen. Aber es gibt natürlich wieder einen Stromverteilerkasten.

Am Vogelherd / Ecke am Golfplatz

Wir laufen die Straße am Golfplatz entlang und machen mit der Querung der Amundsenstraße einen kurzen Abstecher – kehren aber gleich wieder an diese Kreuzung zurück. Ich wollte euch auch diesen Kasten nicht vorenthalten. Wie gesagt – “Am Golfplatz”. Als ich vor diesem stand, wusste ich noch nicht den Namen der Straße und musste, zugegeben, eine ganze Weile draufstarren, bis ich geschnallt habe, was es sein soll. Aber toll eben – wie es sich auch hier in die Landschaft schmiegt. Gleich kommt es noch besser.

Am Golfplatz

Wie gesagt, es geht zurück zur Amundsenstraße, welche du nun einfach entlangläufst. Immer wieder kreuzt sie sich mit Wegen der Lennéschen Feldflur, eine Kulturlandschaft, welche nach Plänen vom Gartenkünstler Peter Joseph Lenné geschaffen wurde. Und schon recht bald müsstest du linker Hand dieses schöne Kunstwerk finden. Also wenn sich das nicht in die Landschaft schmiegt, dann weiß ich es auch nicht. Nur einen Storch habe ich hier noch nie gesehen….

Feldflur

Und dann musst du wieder laufen, laufen, laufen. Immer die Amundsenstraße entlang. Bis du zur Kreuzung mit der Potsdamer Straße kommst. Die Kreuzung gehört, genau wie die Feldflur, zu Bornim. Der so ziemlich nördlichste Stadtteil von Potsdam. An dieser Kreuzung findet sich auch noch eines meiner Lieblingsbilder.

Hinter dem Trafohäuschen ist das kleine Wäldchen “Katharinenholz”. Dieser Wald gehört zum Landschaftsschutzgebiet “Potsdamer Wald- und Havelseengebiet”. Durch das Katharinenholz sind wir vor langer Zeit schon mal gewandert. Diese Wanderung findest du hier. Und so sieht das Häuschen dazu aus. Ist das nicht toll?

Amundsen / Ecke Potsdamer Straße

Wir kreuzen nun die Amundsenstraße und biegen schon nach kurzer Zeit links in die Katharinenholzstraße ab. Eine schöne ruhige Straße und wieder finden wir ganz zufällig ein bemaltes Häuschen mit einem Igel.

Katharinenholzstraße

Durch die Straße “Am Krongut” geht es nun zurück zur Potsdamer Straße. Am Zaun des Einkaufszentrums Bornstedt Carré fand sich dieses Kunstwerk. Auch wieder total passend zum Supermarkt.

Potsdamer Straße

Die Potsdamer Straße ist, als aus der Stadt hinausführende B273, ziemlich laut. Wir kommen dennoch nicht umhin dieser nun wieder zurück Richtung Bornstedt zu folgen. Über den Schulplatz erreichen wir wieder die Kreuzung mit der Kirschalle. Diese biegen wir nun rechts ein um direkt links in den sich um die Wohnblocks windenden Reiherweg hineinzubiegen.

Irgendwo da, wie sollte es dem Namen nach anders sein – finden wir ein Bild mit einem Reiher. Ich vermute mal, dass man mit dem abgebildeten Teich, den Teich vom Krongut Bornstedt meint. Denn auch dieses ist von hier aus nicht weit entfernt. Hatte ich schon erwähnt, dass ich die Bilder wunder-wunder-schön finde?

Reiherweg

Reiherweg

Unser Rundgang dehnt sich nun bis hin nach Babelsberg aus. Entweder bist du sowieso schon mit dem Rad unterweg, was übrigens auf der ganzen Rund problemlos möglich ist. Oder du schwingst dich in Bus und Bahn. Du kannst am S-Bahnhof Babelsberg aussteigen oder die Tram-Bahnhaltestelle Plantagenstraße nehmen. Folgst du nun der Paul-Neumann-Straße unter den Bahngleisen hindurch geht direkt links die Stahnsdorfer Straße ab. Alle Kleingärtner nun aufgepasst. Du wirst unmittelbar vor diesem Prachtstück stehen. Das Kleingartenmotiv lehnt sich hier an die kleinen Parzellen an, welche sich in einem schmalen Streifen neben der S-Bahn-Trasse entlangziehen.

Stahnsdorfer Straße

Stahnsdorfer Straße

Die Stahnsdorfer Straße läufst du nun weiter, bis du auf die August-Bebel-Straße triffst. Du bist mittendrin in Babelsberg und näherst dich Medienstadt und damit dem Filmpark Babelsberg. Manche kennen mich – manche nicht. Ein wenig Eigenwerbung muss sein. Falls du vom Spaziergang Plattfüße oder Rückenschmerzen hast – dann mach einfach einen Termin. Denn meine Praxis ist unmittelbar am Filmpark, in der Dianastraße 46.

Das wir an der Praxis vorbeikommen, ist in unserem Spaziergang hier ein reiner Zufall. Denn eigentlich will ich mit euch noch ein klein wenig weiter. Am Rande des Filmparkgeländes findet sich noch dieses Hammer-Motiv. Na, kennst du sie noch alle? Die DDR-Stars des Kinderabendprogrammes? Im Hintergrund kannst du sogar noch ein wenig Filmpark-Aufbauten sehen.

August-Bebel-Straße

August-Bebel-Straße

Gleich gegenüber auf der Straßenecke zur Bahnschranke hin, findet sich das nächste zur Medienstadt passende Motiv. Das ist übrigens überhaupt das Allererste, welches ich aufgenommen habe. Nachdem ich es dann irgendwann dreimal in meinem Handy hatte, fiel mir auf, dass mich diese Bilder faszinierten. Hier begann also mal der Blogbeitrag mit der Idee, diese Bilder zu sammeln.

August-Bebel- Ecke / Großbeerenstraße

Auf dem Rundgang nähern wir uns nun für heute dem letzten Objekt. Wir kreuzen die Großbeerenstraße und laufen die Wetzlarer Straße bis zum großen Radladen. Mit Fahrrädern hat das Motiv nix zu tun und wahrscheinlich gab es hier früher mal mehr Garten oder Grünflächen … wie auch immer. Auch ein sehr gelungenes Bild. Zum Rothkehlchen und Stieglitz kommen nun noch Blaumeise und Sperling hinzu.

Wetzlarer Straße

Wetzlarer Straße

… einen kleinen Bonus habe ich noch. Doch der liegt soweit ab vom Schuß, dass er in diese Runde wirklich nicht mit reingepasst hat. Wir düsen nun noch mal fix imaginär nach Potsdam West. Inmitten von Plattenbauweise und nahe der Neustädter Havelbucht fanden wir noch dies:

Auf dem Kiewitt

So ihr lieben – sagt mal. Wie findet ihr denn diese Bilder? Ich bin so begeistert und ich weiß auch, dass in Potsdam noch mehr davon existieren. Insgesamt, so konnte ich auf der Instagram-Seite der Firma art-efx.de in Erfahrung bringen, gibt es deutschlandweit über – jetzt halt dich fest – 7000 Kunstwerke. Die Firma ist seit 18 Jahren aktiv. Zumindest Stand Juni 2020 gab es vier Azubis.

Für den dennoch seltenen Fall, dass in eurer Stadt so ein Bild auftaucht – macht doch einfach mal ein Foto, schickt es mir und ich verlinke euch mitsamt dem Foto hier im Beitrag.

Ja – und wer weiß, wenn ich irgendwann ein paar Taler duch meine Bloggeraktivitäten angespart habe, lasse ich mir vielleicht auch ein schönes Yoga-Wandbild in die Praxis malen. Doch bis dahin, muss ich erst mal hier noch ein wenig tippen.

Ich würde mich freuen, wenn euch der virtuelle Rundgang gefallen hat. Schreibt mir gern mal in die Kommentare, welches euer Lieblingsbild von all den hier Gezeigten ist.

Und ansonsten schaut bald wieder hier vorbei. Auch wenn wir nicht wirklich reisen im Moment, so habe ich immer noch viel auf Halde.

Liebe Grüße aus Potsdam

Sandra Hintringer

 

Webseite der Künstler: https://www.art-efx.de/

Ach guckt mal hier … noch ein einsamer Fliegenpilz am Pfingstberg:

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