Wanderung Potsdam: Katharinenholz

Jasmin im Park Sanssouci

Kurzer Break zwischen all den Hawaii-Berichten. Längst sind wir wieder in Potsdam und entdecken natürlich bei dem sensationellen Wetter unser derzeitiges Lebensumfeld. In einer bunt gemischten Gruppe von 7 Leuten starten wir am Johan-Boumann-Platz in Potsdam/Bornstedt. Hier hält die Straßenbahn Nummer 92 und es gibt eine Menge Gelegenheit, sich noch mit Proviant einzudecken. 3 Bäcker (Exner, BioBäcker Fahland und Bäckerei Lila im Rewe) außerdem die Supermärkte Rewe und Penny sowie Rossmann.

Zunächst starten wir Richtung Ruinenberg. Von hier aus öffnet uns sich die erste Sichtachse zum Schloss Sanssouci. Wir verweilen nur kurz und wandern dann weiter zur Historischen Mühle. Hier schlengeln wir uns durch die vielen Touristen, welche in unzähligen Bussen nach Potsdam gebracht werden. Was für ein Luxus, dass wir den Schlosspark genau vor der Haustür haben. Ein paar Meter nur und dann gehen wir leicht links den Weg hoch in den Park Richtung Orangerieschloss. Kurz bevor wir dort ankommen, gibt es noch diese kleine Aussichtsterasse.

Ausblick Richtung Park Sanssouci

Nur wenige Minuten später erreichen wir das berühmte Orangerieschloß, welches auch Neue Orangerie genannt wird. Für mich eins der schönsten Schlösser in Potsdam. Wunderschöne Blüten und sogar Palmen in großen Pflanzkübeln zieren den Garten. In großen Pflanzhallen überwintern sie im Orangerieschloß. Wir pressen unsere Nase an die Scheiben der riesigen Hallen. In der einen werden gerade Stühle aufgebaut, während es in der anderen ausschaut, wie in einer Gärtnerei. Weiter oben steigen die ersten Touristen auf die Aussichtsplattform, welche erst seit kurzem wieder begehbar ist. Fest nehme ich mir vor, dass ich das Schloss bald mal von innen besichtigen möchte. So langsam wird es schwül, vorsichtig luge ich nochmals auf die Wetter-App. Bis zum Morgen war noch unklar, ob wir überhaupt starten können. Doch auf der App sieht es unbedenklich aus.

Orangerieschloß Park Sanssouci Potsdam

Die nächste Station ist das Belvedere auf dem Klausberg. Die Strecke führt angenehm schattig durch den Park. Riesige Eichen und Buchen säumen den Weg. Hier, nur wenige Minuten vom Hauptgeschehen des Sanssouci-Parks, treffen wir heute keinen einzigen Mensch. Schon aus diesem Grund möchte ich diesen Weg empfehlen. Wir queren als nächstes die Amundsenstraße um die Lindstetter Chausee weiterzugehen. Hier stoßen wir direkt auf das in Vergleich eher unscheinbare Schloß Lindstedt, welches Besucher kostenfrei zu einem Spaziergang in seinen kleinen Garten einlädt.

Schloß Lindstedt Potsdam

An der Mauer recken sich die Weinreben dem Sonnenlicht entgegen.

Wein am Schloß Lindstedt

Nur wenige Meter nach dem Schloß halten wir uns leicht links und biegen in diesen Trampelpfad quer über die Wiese ein. Wir sind auf direktem Kurs ins Katharinenholz. Dieses Waldgebiet liegt zwischen den Potsdamer Stadtteilen Eiche, Bornstedt und Bornim.

Weg Richtung Katharinenholz Potsdam

Gleich nachdem wir das Katharinenholz betreten haben, stehen wir am „Großen Düsteren Teich“. Da es gestern ausgiebig geregnet hat, ist das Gewässer erstaunlich voll. Eiszeitlich entstanden gelten die Düsteren Teiche mittlerweile als Flächennaturdenkmal. Der Kleinere von Beiden ist leider durch zunehmende Verlandung von Austrocknung bedroht.

Großer „Düsterer Teich“ Katharinenholz Potsdam

Während wir so an der Wasserkante stehen, schlängelt sich eilig eine Ringelnatter ins Wasser. Auf dem Rückweg werden wir sie nochmals sehen, schön. Außerdem sind noch eine Menge Kaulquappen und auch Blutegel im Wasser. Weiter hinten quakt ein Frosch.

Wanderweg Katharinenholz

Wir lassen die Teiche rechts von uns liegen und halten uns auf dem breiten Weg entlang der alten Betonmauer. Zu gern würde ich wissen, was sich dahinter verbirgt oder verborgen hat. Weiß das jemand? Dann immer rein damit in die Kommentare. Der Weg führt uns Richtung Kahler Berg. Den „Weg nach Bornim“ überqueren wir und kurz bevor der Weg deutlich zum Kahlen Berg ansteigt, biegen wir rechts ab. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, sich als Ortsunkundiger im Katharinenholz zu verlaufen. Ich freue mich also wieder einmal über meine Lieblingsapp: maps.me – in welcher alle Wege des Holzes verzeichnet sind.

Wir bestaunen riesige Baumpilze, überhaupt die unglaublich hohen Bäume und die vor allem durch Vogelgezwitscher erstellte natürliche Geräuschkulisse. Just in diesem Moment philosophiere ich kurz mit einer Mitwanderin, was genau nun eigentlich GLÜCK bedeutet. Allein die Freiheit, heute an solch einem schönen Ort zu sein, ist für uns Glück. Da sind wir uns schnell einig.

Schon bald stehen wir am „Kleinen Düsteren Teich“ und diskutieren, ob das Grüne nun Wasserlinsen sind oder doch Entengrütze. Die Potsdamer mit ihrem ureigenen Sprech überstimmen mich. Gut, es ist Entengrütze 😉

Kleiner „Düsterer Teich“ Katharinenholz Potsdam

Und dann werden wir von dieser Waldbewohnerin überrascht. Ganz ruhig liegt sie da und lässt sich von uns fotografieren. Eine Blindschleiche. Wir sind wirklich verwundert, warum sie sich bei unserem vielfüßigen Getrampel nicht davon geschlichen hat.

Blindschleiche

Im großen Bogen um die Teiche, erreichen wir nun wieder den Großen Düsteren Teich. Es ist windstill und so ergibt sich diese wunderbare Spiegelung auf dem Wasser.

„Düstere Teiche“ Katharinenholz

Wir halten uns nun wieder Richtung Amundsenstraße und treffen auf das kleine und das wohl eigentlich düstere Geheimnis des Katharinenholzes. Die ehemaligen Schießanlagen. Lange Erdwälle durchziehen das Gelände und mehrere dieser Schießwände stehen verlassen, teils umwuchert im Wald.

alte Schießwand Katharinenholz

alte Schießwand Katharinenholz

Nun ist es nicht mehr weit und wir erreichen die im Jahre 1843 gebaute Teufelsbrücke oder in der Langversion Teufelsgrabenbrücke. 8 Meter hoch überspannt sie den sogenannten Teufelsgraben.

Teufelsbrücke Bornstedt

Auf dieser Wanderung jagt ein Highlight wirklich das nächste. Kaum haben wir die Brücke überschritten, erreichen wir den berühmten Bornstedter Friedhof mit der Kirche Bornstedt. Ich fühle mich direkt in die italienische Architektur entführt

Kirche Bornstedt

Wir machen noch einen kurzen Abstecher zum Krongut Bornstedt. Hier gibt es ein paar schnuckelige Lädchen zum Stöbern, ein Cafe und kleine Tiergehege. Paar Ziegen …..

Krongut Bornstedt

…und seltene weiße Pfaue.

weißer Pfau im Krongut Bornstedt

Schlussendlich kehren wir zum Johan-Boumann Platz zurück. Hier belohnen wir uns mit einem Stück Kuchen und Kaffee in der Bäckerei Exner. Die einzige Bäckerei, welche auch am Wochenende geöffnet hat und dem Kiez somit zumindest ein klein wenig Leben einhaucht. Der aufkommende Sturm zerstreut uns in alle Richtungen.

Fazit zur Wanderung durchs Katharinenholz: Eine sehr abwechslungsreiche Strecke. Mal mit Sightseeing-Character durch Potsdams Geschichte und dann wieder ganz naturnah.

  • Streckenlänge: 11 Kilometer (Trackingapp: Runkeeper)
  • Startpunkt: Johan-Bouman-Platz Potsdam (Tram 92 Richtung Kirchallee)
  • Parkmöglichkeiten: in den umliegenden Straßen
  • Radabstellmöglichkeit an gut frequentierter Stelle bei Rewe oder Rossmann

Schön war es. Vielen Dank an die Mitwanderinnen und Mitwanderer!

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