Rundwanderweg Riebener See

Reading Time: 6 minutes

Rieben

Für diesen Beitrag und den Rundwanderweg Riebener See sind wir einmal mehr in den südlich von Berlin und Potsdam liegenden Naturpark Nuthe-Nieplitz gefahren. Dieser ist eines von insgesamt 15 Brandenburger Großschutzgebieten. Liebevoll nennt man diesen circa 62 000 Hektar großen Naturpark auch märkisches Zweistromland. Wie der Name schon leicht erkennen lässt – sind diese zwei Ströme zum einen die Nuthe, welche im Fläming entspringt und in Potsdam in die Havel mündet. Der zweite Strom, die Nieplitz gilt als Nebenfluss der Nuthe, welche ihren Quellbereich auch im Fläming hat.

Ziel unseres kleinen Ausflugs ist der Beelitzer Ortsteil Rieben sowie der direkt dort befindliche renaturierte Riebener See. Wir erreichen die Ortschaft mit dem Auto über die B2 sowie über die B246. Von Potsdam Bornstedt aus fahren wir durch Michendorf und sind nach circa 40 Minuten da. In diesem Beitrag umwandern wir dieses schöne Biotop und nehmen dich direkt mal mit.

Rundwanderweg Riebener See

Dorfstraße Rieben

Der Ort ist niedlich klein, wirkt aufgeräumt und natürlich gewachsen. Ein typisches brandenburgisches Dörfchen, welches 1362 erstmals erwähnt wurde. Gerade jetzt, wo das frische Frühlingsgrün überall herausdrängt, sieht der Ort mit seinen farbig bunt gemischten Häusern richtig einladend aus.

Ohne weiteres finden wir einen kostenfreien Parkplatz an der freiwilligen Feuerwehr. Direkt gegenüber steht die Dorfkirche, ein kleiner Pavillon lädt Wanderfreunde ein, sich kurz niederzulassen und ich stürze mich gleich mal auf die am Wegesrand angebrachte Hinweistafel.

Rundwanderweg Riebener See

Rundwanderwg Riebener See

Vom Dorfanger kommend ist der Rundwanderweg Riebener See ausgeschildert und nachdem wir ein paar hundert Meter an excellent gepflegten Vorgärten und Rasenflächen vorbeigelaufen sind, gabelt sich der Weg. Wir wandern nach links und erreichen weite Wiesen- und Weideflächen. Hier, wo sich früher eine Schweinemastanlage und gülleberegnete Äcker befanden – präsentiert sich nun wunderschöne kräftige Natur. Die darf gleich mal für unsere Kamera modeln.

Der Weg ist im ersten Abschnitt ein ganz normal ebener und sehr gut gehbarer Ackerweg, der zwar auf dem Foto sehr einsam ausschaut – in echt aber durchaus gut frequentiert ist. Erwartet also bitte nicht unbedingt die völlige Abgeschiedenheit. Auch direkten Seezugang gibt es nicht. Spärlich schimmert er in der nahen Ferne, so konnte er sich mittlerweile sehr schön von der dazumal (bis 1991) reichlich hineingelangten Gülle und ebenfalls vom Dünger erholen.

Der See, mit durchschnittlicher sensationeller Tiefe von 1,5 Metern, ist fast durchgängig mit Schilf umstanden – immerhin und das ist ja das Ziel Nuthe-Nieplitz, bietet sich reichlich Brutstätte und damit Lebensraum für viele Vogel und Fischarten. Baden ist verboten. Sicher nicht nur hier – aber die Menschen grüßen beim Spazieren, das ist doch nett.

Noch viel netter ist das fröhliche Geschnatter, Getzschiepe und Gepiepe was aus dem ganzen Grün zu uns klingt. Herrlich. Frühling ist schön. Irgendwo hämmert sich ein Specht die Rübe ein – so laut wie das hier klingt bekommen wir kurz die Vorstellung, dass uns gleich ein Ast auf den Kopf fällt. Passiert aber nicht…und der Kollege hält sich überhaupt sehr versteckt. Allein dass wir da stehen und hochschauen und ihn suchen, verschreckt ihn und er fliegt weg.

Schon nach paar Minuten erreichen wir den einzigen Vogelbeobachtungssteg, den es an diesem See gibt.

Beobachtungssteg Riebener See

Steg zum See – Riebener See  (Foto: Marcus Kahl / fotokahl.de)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Damit man sich wirklich fast unbemerkt in den Lebensraum der dort lebenden Tiere einschleichen kann, ist der Steg komplett mit Sichtschutz ausgekleidet. Hier und da und ganz besonders ganz vorn, da wo der See nun endlich einmal in seiner bescheidenen Pracht vor uns liegt, sind Sichtluken für Groß und Klein freigelassen. Wir erhaschen einen ersten Blick auf den ruhig daliegenden See, den Schilfgürtel und die wenigen Schwimmvögel, die im Moment unterwegs sind. Schön hier.

Rundwanderweg Riebener See

Dann geht unsere kleine, was bei 6 Kilometer lange Wanderung weiter und wir kommen durch ein kurzes Hochwaldstück. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass Marcus hier und heute seinen ersten Wolf vor die Linse bekommt. So umstritten die Wiederansiedelung in Deutschland ist – ich würde trotzdem mindestens einmal gern einen echten Wolf sehen. Wenn es dann soweit ist – mache ich mir bestimmt in die Hosen und alles falsch, was man falsch machen kann in der Wildtierbegegnung.

Laut dem Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz e.V. gibt es Stand 2017 (hm?!) im Naturpark Nuthe-Nieplitz 2 Wolfsrudel, welche die komplette Parkfläche bestreifen.

Pro Rudel gibt es dann wohl jeweils 2 Alttiere, 1-2 Jungtiere des letzten Wurfes sowie 4 aktuelle Jungtiere. Das heißt – im gesamten Naturpark streifen zwischen 14 – 16 Wölfe umher.

Furt Rundwanderweg Riebener See

Der Wolf lässt stark auf sich warten, dafür finden wir eine Furt  und von der nebenan befindlichen Fußgängerbrücke können wir nochmals auf den See blicken. Es muss zumindest hier also keiner durchs Wasser waten.

 

 

 

 

 

 

 

Rundwanderweg Riebener See

Rundwanderweg Riebener See

Für mich persönlich ist der Weg recht kurzweilig. Es geht nochmals an Weidegelände, Mischwald und vor allem an diesem gerade schön gelb blühenden Ginster vorbei.

So langsam schiebt sich leider ein nerviges Geräusch in die Kulisse.

Zunächst dachte ich, dass es irgendwo in der Nähe eine Motocrosspark gibt. Dem ist nicht so – was hier fast störend zu hören ist, sind die teils zu lauten Motorräder.

Wir nähern uns also, mittlerweile nördlich vom See, wieder der Landstraße und damit dem Ort Rieben. Immer wieder erstaunlich, wie stark man die Fahrgeräusche in der Natur wahrnimmt.

 

Rundwanderweg Riebener See

Ich halte einfach nochmal den Weg für Euch fest – auch hier, schön angenehm gehbarer Feldweg.

Unterwegs haben wir sogar eine Familie mit Kinderwagen gesehen. Geht also auch.

Links und rechts des Weges sind kleine Obstbäumchen gepflanzt, die Naturentwicklung geht also beständig weiter. Ursprünglich, also zu DDR-Zeiten waren rund um den Riebener See die damals typischen LPGen angesiedelt. Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften, Zwangsgemeinschaften von Bauern.

Merkt man der Natur wirklich nicht mehr an, was sich hier mal abgespielt hat.

 

…entlang der Straße

Den letzten Wegabschnitt laufen wir zwar auf einem Trampelpfad aber direkt an der durch die Ausflügler gut genutzten Straße.

Da müssen wir jetzt einfach durch, schön ist es nicht – sind aber auch nur ein paar Meter. Machbar. Dicke Wolken schieben sich schon seit paar Minuten ins Bild. Aber wir haben Glück. Es bleibt trocken – lediglich später, genau dann, wenn wir das Auto öffnen, wird es ein paar zarte Spritzerchen nieseln.

 

…wir erreichen Rieben                                      (Foto: Marcus Kahl / fotokahl.de)

Ganz idyllisch im Bild, erreichen wir dann die ersten Häuser vom Ort Rieben.

Sehr fotogen, wie wir finden und so klappt Marcus die Linse auf, hält diesen Moment für uns fest – und sponsert das Bild für diesen Beitrag …. dankeschön.

Fast ein wenig schade, dass die Runde „nur“ so kurz ist. Aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.

 

Hofstand in Rieben

 

…und das musste ich euch auch noch unbedingt aus dem Ort mitbringen. Ist dieser Stand nicht süß?

Hier gibt es Jungpflänzchen, Blumentöpfe – aber auch für Kaninchen dürfte man sich am Hof melden. Ups. Klingt nicht vegetarisch – machen wir mal heute nicht.

Vor einem anderen Haus gab es Eier in der Kühlbox und und es gibt auch einen Hofladen beim Spargelhof am Storchennest.

 

 

Erreichbarkeit Ort Rieben:

ab Potsdam Hbf: Bus 643 mit Umstieg in Beelitz Bus 644

ab Berlin Hbf: RE1 und Umstieg in Werder Bus 641 und nochmals in Beelitz in Bus 644

Verpflegung Rundwanderweg Riebener See:

Auf der Wanderung gibt es keinerlei Einkehrmöglichkeit, dafür aber einige, mit einem in die Weite gerichteten Blick, sehr einladende Holzbänke.

Ansonsten gibt es im Ort Einkehrmöglichkeit im Riebener Landgasthof und einen Hofladem beim Spargelhof am Storchennest

Fazit: Ein wirklich schöner Ort, ein toller kleiner, mit Kinderwagen und auch bestimmt mit Rollstuhl machbarer Rundwanderweg … mein Daumen geht hoch und wenn euch der Beitrag gefallen, irgendwie genützt hat – schreibt es mir gern rein in die Kommentare.

Vielen Dank für´s Mitwandern und bis zum nächsten Beitrag … dann, denke ich – werden wir mal eine Runde Rad fahren. Bleibt gespannt …. und bis dahin vor allem gesund.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.