Impressionen der EinheitsEXPO Potsdam – 30. Jahrestag der Deutschen Einheit

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Wie das immer so ist. Eigentlich wollten wir nur kurz in die Stadt, ein paar Schuhe kaufen. Unser Weg führt uns durch den Schlosspark von Sansoucci und dann direkt über den Luisenplatz. Vor einer, in unschuldiges Weiß, verhüllten Skulptur steht ein Mikrofon, davor wiederum hat man eine kleine Absperrung aufgestellt. Ui. Das schaut irgendwie offiziell aus.

Ich frage mich, was das verhüllte „Wir“ wohl sagen würde, käme es tatsächlich mal ans Mikrofon.

Um diese Antwort oder auch andere Antworten zu finden, haben Journalisten ehrgeizig die erste Reihe bezogen. Hier scheint es wohl in Kürze eine Rede zu geben. Wie aus einem Instinkt sage ich zu Marcus, na da wird bestimmt gleich der Herr Woidke um die Ecke kommen … sprach´s und schon näherte sich der derzeitige Ministerpräsident von Brandenburg und gleichzeitiger Präsident des Bundesrates. In Stellvertretung zum Oberbürgermeister nähert sich ebenfalls Potsdams Bürgermeister Exner.

Ein paar Minuten zieht sich alles hin. Währendessen stellt sich ein Mann aus dem Badischen neben mich und fängt an, auf „die da“ zu schimpfen. O-Ton: „Die Speichellecker … die kennt man ja, die wären ja überall. In Berlin und so …. “ Mir wird das pauschale Rumgeblubber schnell zu viel und ich frage grad noch fix, warum er sich denn auf so einen weiten Weg mache, wenn er sich doch so offensichtlich über alles ärgere? „Er bräuchte dies, er will dies sehen.“

Na gut. Das und auch ihn lass ich einfach mal so stehen, kann sich jeder selbst seinen Teil dazu denken.

Ich persönlich hab´ da eine eher naive, vielleicht auch weltoffene Haltung. Ehrlich gesagt freue ich mich über jede Person des öffentlichen Lebens, die sich überhaupt noch unter die Menschen traut.

Nach einer kleinen Ansprache, in der vor allem Bedauern ausgedrückt wird, dass das rauschende Fest zum Tag der Deutschen Einheit, nicht so stattfinden könnte, wie es ursprünglich geplant war, lüften sie das „WIR“.

War das Zufall? Das i-Tüpfelchen wollte sich nicht so recht befreien lassen. Irgendwann klappt es dann doch, sanfter Applaus aus der überschaubaren Menge. Später am Abend schnappen wir nochmal unsere Räder und fahren ein paar Exponate ab. Die Route durch die Innenstadt ist übrigens eindeutig durch diese Schilder markiert:Wir starten unsere Tour nahe des Luisenplatzes. Jedes Bundesland darf sich wohl auf 30qm präsentieren. Was soll ich sagen …. Hessen hat es sehr pragmatisch gelöst.

Schleswig-Holstein präsentiert ein wenig Forschungstechnik. Unter anderem das Modell des Forschungsschiffes Sonne, welches seit 2014 im Dienst ist. Mir wäre es ja selbst mit aufgebrachtem kleinen Schriftzug kaum aufgefallen, aber Marcus der Fuchs, hat es natürlich sofort enttarnt.

Alle Würfel hier genau zu beschreiben, würde echt den Rahmen sprengen. Während unserer kleinen abendlichen Tour haben wir nicht geschafft, uns alles genau anzuschauen, zu lesen oder die Videobeiträge zu verfolgen… aber allein die Impressionen haben schon Spaß gemacht. Mecklenburg-Vorpommern präsentiert natürlich einen Strandkorb.

Im Videobeitrag im Bayernbüdchen spricht eine in Tracht gekleidete Bäuerin über gesunde Kräuter und Wiesen. An der Seite ist eine kleine Ausstellung über das Grenzmuseum Mödlareuth.

Am längsten haben wir am Sachsen-Stand verbracht. Nicht, weil das meine Heimat ist – nein. Dieser Stand ist einfach so gemacht, dass man länger zuhört, hinschaut. Einfach ansprechend. Sachsen präsentiert sich als Eisenbahnland. Ist ja wohl logisch, das eine Mini-Lok im Kreis fährt, oder?

Thüringen nutzt die Chance und wirbt für die BUGA in 2021. Ein schöner blumiger Kasten.

Hamburg fetzt, weil zwei witzige Figuren davor stehen … und ein flottes Moin quatschen wir auch alle gern mal nach, oder? Und Baden-Würtemberg glänzt mit künstlicher Intelligenz. Auch eine witzige Box … zumindest bewegen sich hier die Leute, da jede Bewegung auf dem gegenüberliegenden Bildschirm dargestellt wird.

Doch nicht nur diese Boxen stehen in der Stadt. Auch andere Exponate sind zu finden. Im Alten Kanal, der derzeit trockengelegt und nur einmal jährlich für den Potsdamer Kanalsprint geflutet wird, ist eine überdimensionale Deutschlandflagge dargestellt. Mittendrin – ein Einheitsherz. Und auf dem Alten Markt präsentiert sich Brandenburg höchstpersönlich. Übrigens richtet immer das Bundesland diese Feierlichkeiten aus, was den Präsident des Bundesrates stellt. Zur Zeit, wie oben schon geschrieben, ist das Dietmar Woidke.

Nikolaikirche, eine Brandenburgbox und mein Fahrrad

Mir gefällt gut, dass endlich mal wieder was los ist auf dem Alten Markt. Viel zu selten wird die Fläche zwischen Nikolaikirche und Museum Barberini genutzt.

Panorama vom Alten Markt in Potsdam

Den heimlichen Favorit, die Rennpappe auf langen Beinen, möchte ich euch keinesfall vorenthalten.

Ein Trabi.

Und weil es nun schon langsam dunkel wird, kommt die Beleuchtung der Boxen so richtig schön zur Geltung. Auch hier kann ich einen klaren Favorit ausmachen. Die Berlin-Box. Kurzum – uns hat es gefallen. Zwischen all den Exponaten gibt es noch eine Menge digitaler Würfel, auf denen Videobeiträge zu Ereignissen der letzten 30 Jahre laufen. Eine Menge Stoff auf alle Fälle.

Falls du nun auf den Geschmack gekommen bist, diesen aufgepeppten Stadtrundgang durch Potsdam zu machen – welcome.

Die Ausstellung geht übrigens noch bis zum 4. Oktober 2020.

Einen Übersichtsplan zur Ausstellung findest du hier: https://www.potsdam.de/sites/default/files/documents/einheitsexpo_2020_der_lageplan.pdf

Einen Veranstaltungsplan gibt es hier: https://brandenburg-entwickeln.de/wir-alle-miteinander.html

Das Einzige, was es nicht gibt, sind Büdchen mit landestypischen Spezialitäten. Falls ihr also in der Stadt unterwegs seid, bleibt „nur“ der Besuch eines der zahlreichen Restaurants. Die Wirte freuen sich sicherlich.

Falls du eine Frage zu diesem Beitrag hast – schreib´ mir gern einen Kommentar. Ansonsten schau´ demnächst wieder hier vorbei … bald gibt es den nächsten Beitrag.

 

 

 

 

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