17/28 Hawaii: Opaeka´a Falls, die Bestechung einer Steinfigur und der Salt Pond Beach Park


Während ich dies hier abends im Hotel tippe ist es kurz nach 21.00 Uhr. Gerade macht draußen am Pool einer eine geräuschvolle Arschbombe und wir lauschen dem für diese Uhrzeit unempathisch lauten amerikanischen Englisch. Mit der Ruhe haben sie es hier nicht so. (subtiles Meckern) Und nochmals der dringende Reminder – Hawaii, bucht Euch ruhig eine AirB&B oder ein Bed&Breakfast. Das fanden wir entspannter.

Morgens jedenfalls starteten wir unsere Tour zu den Opaeka´a Falls. Einem Wasserfall in der Nähe von Wailua. Dazu müssen wir die sich schlängelnde Straße durchs frische Grün des Wailua Tals hinauf. Da wo sich die Touristen stapeln scheint der beste Blick zu sein.

Walilua Falls Kauai / Hawaii

Hier auf der Insel Kauai sammeln sich an den touristischen Hotspots gefühlt mehr Leute. Das mag daran liegen, dass die Insel im Vergleich zu Big Island entschieden kleiner ist.

Kurze Fotosession, ebenfalls auf der anderen Straßenseite. Hier wird der Blick auf den Wailua Fluss frei. Der einzige für größere Boote befahrbare Fluss auf ganz Hawaii.

Wailua River / Kauai

Eine steile Stichstraße bringt uns hinab ins wirklich klitzekleine Dorf Kamokila. Als Filmkulisse diente es für Dustin Hoffmanns „Outbreak“.

Wir folgen dann einfach mal bergauf dem Highway 580. Auf dem Weg liegt der „Sacred Rudraksha Forest“. Ein heiliger Wald. Na mal gucken.

Dem hinduistischen Tempel in der Nähe zugehörig, lädt man die Besucher hier zu Meditation oder Kontemplation ein. Die kleine, sehr häufig verehrte Ganesha-Statue entlockt unserem Portemonnaie eine Cent-Münze. Kann man sich die Gunst einer Gottheit erkaufen? Dann möge der Zerstörer der Hindernisse nun seines Amtes walten. Vielen Dank Ganesha.

Ganesha – Zerstörer der Hindernisse

Wir schlendern ein wenig durch die Bäume, doch wenn ich ehrlich sein soll, wirkt die Energie dieses Waldes schon ganz schön ausgeräubert. Marcus lacht mich immer ein wenig aus, wenn ich so etwas sage. Das einzige, was wirklich fasziniert sind die irren Baumwurzeln. (wir können es nicht leugnen, sie erinnern uns an die Tempelanlagen Angkor in Kambodscha)

Rudreksha Forest / Kauai

Die Straße führt noch ein Stück weiter, es regnet jetzt ziemlich stark und rgendwann an einer Brücke setzt sich diese Straße in einem Schotterweg fort. Marcus stromert mit Regenschirm ein wenig umher und findet weiter oben die Regenbogeneukalyptusbäume. Ich habe gerade so gar keine Lust durch den Regen zu stapfen und so entgeht mir dieses Highligt.

Regenbogeneukalypthus Kauai (Foto: Marcus Kahl ( fotokahl.de)

Dann kehren wir um und erreichen bald den inselumrundenden Highway Nummer 50. Auf diesem geht es nun weiter westwärts, in einen Ort, wo einige Künstler leben und wirken.

Hanapepe / Kauai

Nächster Halt ist die kleine Ortschaft Hanapepe. Eine spannende Mischung, die man einfach auf sich wirken lassen muss.

Aurowrack in Hanapepe / Kauai

Ein paar Häuser scheinen in der Zeit stehen geblieben. Halbverfallen stehen sie leer. Dazwischen Künstlerateliers, die um die monetäre Gunst der Touristen buhlen.

Hanapepe / Kauai

Wir stapfen erst einmal über die ebenfalls angepriesene Hängebrücke. (Hanapepe Swingbridge).  Von hier aus zeigt sich die geballte Kraft der Natur. Tief in die Gesteinsschichten hinein, hat sich der Fluß seinen Weg geschnitten. Sicherlich nicht über Nacht. Kauaii ist die älteste Hawaii Insel des Archipels.

Hängebrücke Hanapepe

Hängebrücke von Hanapepe / Kauai

Auf der ortsabgewandten Flussseite laufen wir zur Autobrücke und haben einen kurzen Einblick in die Gärten der Einheimischen. Ein japanisch aussehender Mann bestellt gerade mehrere Minibeete. Der Nachbargarten besteht aus aalglattem grünen Rasen, während das darauffolgende Grundstück recht verlottert wirkt.

Hanapepe

Der Fluss hat sich durch rötlichen Fels gegraben, die massiven Wände werden erst aus einiger Entfernung richtig interessant.

Wir erfahren, dass der Hurrikan Inikin 1992 dem Ort übel zugesetzt und Häuser mit langer Geschichte, hat einfach umfallen lassen. Unbeirrt hat man sie wieder aufgestellt. So zum Beispiel dieses Haus. Das Seto Gebäude. Eine kleine Wandtafel gibt Informationen.

Seto Gebäude / Hanapepe

Wandgemälde versuchen einigen Läden vergangenes Leben einzuhauchen. Aber es sind eben nur Gemälde, siehst du es?

Wandgemälde Hanapepe

Und wer kennt Lilo und Stitch? Hier soll die Inspirationsquelle also die Wiege dieser Walt Disney Produktion sein.

Wiege von Lilo und Stitch / Hanapepe

Die Weiterfahrt bringt uns zum Salt Pond Beach Park. Beach-Parks werden hier staatlich gestützt. Es gibt ausreichend Parkplätze in direkter Strandnähe, meist Pavillione zum Unterstellen, Toiletten, Strandduschen und eine Menge Hinweise, wie gefährlich der Aufenthalt am Strand und im Meer auf Hawaii ist.

Salt Pond Beach Park / Kauai

Wir bestaunen die Wellen und das Leben der Einheimischen. Es ist Sonntag und man trifft sich hier entweder zur Party oder zum Fischen. Plötzlich ruft ein kleiner Junge aufgeregt: „The Wales“ ….

Die Wale!!!!

Und wirklich. Gar nicht so weit draußen sehen wir die Fontänen, dieser riesigen Meeressäuger. Natürlich sieht man sie nur ganz klein aber immerhin sehen wir, wie sie aus dem Wasser aufspringen.

Das war schon immer mal mein Traum. Vom Land aus Wale sehen.

Niemals würden wir eine Walbeobachtungstour buchen – denn zu ungewiss ist uns, ob sie durch die Boote oder Hubschrauber aufgeschreckt werden. Dann, so heißt es, weichen sie in tiefere Gewässer aus und werden womöglich von Haien angegriffen. (das wir am Ende des Urlaubs doch noch ungewollt zum Touristenglück gezwungen werden, folgt später)

In der Wintersaison kommen die Tiere von Alaska um hier ihre Jungen zu gebären. Um die 1000 Tiere besuchen wohl jedes Jahr Hawaii und sind somit von November bis April hier besser als irgendwo anders zu beobachten. Später lesen wir im Reiseführer, dass zwischen 1847 und 1860 die Hochphase des Walfanges auf Hawaii war. Öl für Lampen und Walrat (Amber) für Parfümherstellung machte die Tiere so begehrlich.

Nach wenigen Augenblicken ist das Spektakel vorbei. Ein bisschen Glück braucht man. Insgesamt waren wir 3,5 Stunden an dem Strand und haben die Wale 2x für wenige Augenblicke gesehen. Geduld und etwas Glück ist von Nöten.

Wir waten an der Bucht entlang und genießen einfach Ort und Zeit.

Salt Pond Beach Park Kauai

Wir sind während der gesamten Reisezeit nicht fertig damit geworden, diese gigantischen Pick-up´s zu feiern. Der reinste Männertraum. Was für uns recht spaßig ausschaut, ist für die Anwohner teilweise überlebensnotwendig. Mit den Karren fahren sie bis ran ans Meer, meist zum fischen.Sonst kämen sie in dem unwegsamen Gelände nur schwerlich zu ihren Nahrungsmitteln.

irre Geländewagen

Auf dem Rückweg stehen wir plötzlich wieder vor einer Strandabsperrung. Eine grüne Seeschildkröte ist zum Ausruhen an den Strand gekommen. Ein Einheimischer beteuert, dass sie wohl sehr müde sein muss. Normalerweise kämen sie nicht am Tag.

Seeschildkröte Kauai

Ein anderer erzählt uns von einem grünen Blitz beim Untergang der Sonne. Hier soll er zu sehen sein. Heute, aufgrund der Wolken ist jedoch nix zu entdecken. Und dennoch ist dieser Ort hier irgendwie magisch, wir bleiben bis es fast ganz dunkel ist und werden die Tage auch immer wieder hier vorbeikommen. Das war einer unserer Lieblingsorte auf Kauai.

Sonnenuntergang am Salt Pond Beach Park

Abendessen ist heute mal ganz nach meinem Geschmack. Wir fahren wieder zu Saimin Dojo. Der beste Laden mit der leckersten Suppe, welchen wir auf Kauai finden konnte …. dringende Empfehlung also.  Saimin ist eine Nudelsuppe und damit der hawaianische Ableger des japanischen Ramen. (ebenfalls eine typisch japanische Suppe).

traditionelle Saimin / Suppe

Sehr zufrieden kehren wir ins Hotel zurück …. um wie gesagt – der Arschbombe im Pool zu lauschen 🙂

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2 thoughts on “17/28 Hawaii: Opaeka´a Falls, die Bestechung einer Steinfigur und der Salt Pond Beach Park

  1. Diese aufeinander folgenden Reiseberichte lassen sehr gut teilhaben an dieser Tour, lesen sich sehr kurzweilig und bieten Momente des Lautlachens , Schmunzelns, Nachdenkens.

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