Wanderung zum Aussichtsturm Rauener Berge

Wanderweg Richtung Aussichtsturm Rauen

Wanderweg Richtung Aussichtsturm Rauen

Das Berliner Umland und damit nicht zuletzt Brandenburg, hat eine Menge wirklich toller Ausflugsziele zu bieten. Heute möchte ich über unsere Wanderung zum Aussichtsturm in den Rauener Bergen berichten.

Als Ausgangsort eignet sich der Kurort Bad Saarow am Scharmützelsee. Von Berlin Südost aus erreichen wir den Ort in ungefähr einer Stunde und finden auch direkt am Wanderweg einen kleinen Parkplatz in der Kolpiner Straße.

Der gut mit dem Schild Turm markierte Weg führt nun ca. 3km durch den Wald……

Wandermarkung Richtung Aussichtsturm Rauen

Wandermarkung Richtung Aussichtsturm Rauen

Und da rascheln wir auch schon los. Der Weg ist wirklich konstant bis zum Turm vorwiegend mit Eichenlaub bedeckt, ritsch ritsch ritsch …. jeder kennt das kräftige Rascheln, welches automatisch alle anderen Geräusche in der Umgebung verschluckt. Herrlich. Trotz bestem Wetter mit Sonnenschein und blauem Himmel treffen wir eigentlich eher wenig Wanderer.

Eichenlaub Rauener Berge

Eichenlaub Rauener Berge

Vereinzelt sind auch ein paar Mountainbiker unterwegs, denn zu Recht heißen die Rauener Berge – BERGE, denn der Weg geht ab und an für unsere hiesigen flachländischen Verhältnisse doch empfindlich auf und ab. Entstanden sind sie als sogenannte Stauchendmoräne in der Saaleeiszeit, welche vor rund 300.000 Jahren begann.

AUF und AB in den Rauener Bergen

AUF und AB in den Rauener Bergen

Uns wird gut warm, wir bestaunen die gelbe nadelabwerfende Lerche, Kiefern, Tannen und die reichlich vorhandene Robinie. Früher dachte ich immer, dieser Baum heißt Akazie, doch der kann es wahrlich nicht sein, denn wie ich gelernt habe – überleben diese empfindlichen Bäume bei uns gar nicht. Es sind also eine Menge Robinien zu sehen, verwendet wird ihr Holz laut Merktafel für Spielplatzbau.

Was außerdem noch unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, sind doch verhältnismäßig viele und große Löcher im Waldboden. Irgendwie denken wir, dass das noch Reste von Bombeneinschlägen sind. Doch dieses Mal liegen wir ganz falsch. Ein Warnschild taucht auf – es sind Bodenabsenkungen durch ehemaligen Bergbau in den Rauener Bergen. Zwischen 1841 und 1905 hat man hier Kohle abgebaut.

Kurz bevor wir den Turm erreichen gibt es noch ein weiteres Naturhighlight. Die Markgrafensteine. Der kleine und der große Markgrafenstein.

Die Markgrafensteine in den Rauener Bergen

Die Markgrafensteine in den Rauener Bergen

Die Steine stammen ursprünglich aus Schweden. Mit der eiszeitlichen Bewegung wurden sie bis hierher nach Brandenburg transportiert. Der kleinere von beiden ist der derzeit Größte auf Land liegende Findling in Deutschland. Das mag im ersten Moment verwirrend klingen, doch der ursprünglich größere wurde gespalten. Was man also in den Tiefen Brandenburgs Wälder so zufällig entdeckt und lernt ist doch wirklich toll.

Die Markgrafensteine in den Rauner Bergen

Die Markgrafensteine in den Rauner Bergen

Und dann taucht er endlich zwischen den Bäuen auf. Der Aussichtsturm Rauen.

Aussichtsturm Rauen

Aussichtsturm Rauen

Nach Einwurf von einem Euro passieren wir das Drehkreuz und steigen auf. 36 Meter hoch ist diese aus 46 Tonnen bestehende Stahlkonstruktion. Früher nutzte man diese ursprünglich aus Holz gebauten Erhebungen zur Landvermessung, doch seit man dies mittels Satelliten erledigt, wurden solche Türme quasi nutzlos.

Aussichtsturm Rauen

Aussichtsturm Rauen

Dem Engagement des Vereines „Aussichtsturm Rauen e.V.“ ist es zu verdanken, dass wir heute diesen tollen Ausblick genießen können. Oben angekommen, vernehmen wir leichtes Schwanken, da ich ja die Informationen eines Ingenieurs für Stahlbau aus erster Hand genieße, erfahre ich – dass es sich um Torsionsschwingung handelt. In großer Schrittstellung bekomme ich demonstriert, wie man sie verstärken kann. Großartig. Will ich das? Naja. So schlimm ist es nicht, immerhin schwankt der Turm ja nur ein klein wenig – doch irgendwie bin ich noch für die nachträgliche Anbringung von Schildern á la SCHAUKELN verboten. Die ganze Konstruktion ist komplett nur was für Höhentaugliche, denn sämtliche Trittflächen bestehen aus Gitterrosten. Absolute Blicksicherheit nach unten …. das muss man mögen.

Nur für Höhentaugliche ....

Nur für Höhentaugliche ….

Stabile Brüstung

Stabile Brüstung

Rund um die wirklich stabile Brüstung sind tolle Hinweistafeln angebracht, was da so alles zu sehen ist. Ich erfahre also zum Beispiel, dass Fürstenwalde einen Dom hat. In der Ferne sehen wir den Berliner Fernsehturm und auch Tropical Island. In der näheren Umgebung haben wir einen schönen Blick über die Bewaldung der Region und natürlich auch auf den Scharmützelsee.

Blick auf den Scharmützelsee

Blick auf den Scharmützelsee

Schön. Wir bleiben eine ganze Weile oben und schlagen uns dann zunächst mit Hilfe von google.maps und später entlang der auf dem Bild sichtbaren Baummarkierung zurück nach Bad Saarow. Im Ort gibt es einige Möglichkeiten der Einkehr und auch die Bad Saarow Therme, über die ich noch mal gesondert berichten werde.

Wegmarkierung zurück nach Bad Saarow

Wegmarkierung zurück nach Bad Saarow

Gesamtstrecke; 7,8 Kilometer
Gesamtzeit: 2:45 h
Fazit: Ein angenehmer Sonntagsausflug zum Auftanken und Entspannen.
Parken: Parkplatz Kolpinstraße Bad Saarow (nur wenige Plätze)
Anfahrt mit dem Zug: RE 1 – Bahnhof Bad Saarow

Ich bin wanderhungrig und wissensdurstig. Welchen Tipp für die nächste Tour hast Du für mich? Weiter unten kannst Du es mir gern im Kommentarfeld verraten. Danke schon jetzt dafür.

Blick vom Aussichtsturm Rauen

Blick vom Aussichtsturm Rauen

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