Marathon in Berlin – ein Stadt platzt aus ihren Nähten.

Marathon Brabu

Zielgerade durch das Brandenburger Tor / Berlin

Der pure Wahnsinn. 41 120 Läufer quetschen sich durch die teilweise engen von rasselnden Fans gesäumten Straßen mehrerer Berliner Stadtbezirke. Wir fiebern ein wenig mit, denn wir kennen tatsächlich einen Läufer. Steffen. Im Vorfeld fragen wir ihn, wo und wie wir eine kleine Unterstützung auf dieser unglaublichen Strecke sein können. Der klare Wunsch lautet – alles ab Kilometer 21 ist gut. Also postieren wir uns circa bei Kilometer 22 mit einer Wasserflasche. Die Sonne lacht und die Stimmung ist gut. Direkt hinter einer langgezogenen Kurve… kann man die Läufermasse gut einsehen und die sensationelle Marathon App vom SCC hilft uns, ihn in der Vielzahl der allesamt motivierten Läufer auszumachen. Fast wird mir ein wenig schwindlig beim Hineinschauen in die wackelnde und federnde Masse. Doch …. da …. wie angekündigt, das weiße Laufshirt (mittlerweile komplett nass) und die schwarze Hose. Sollen wir versuchen aus Gesichtern zu lesen? Die ersten 21km zeichnen sich darin ab. Die Wasserflasche landet über dem Kopf und weg ist er wieder in der trippelnden Menge. Wir haben unsere Räder dabei und so ist es ein leichtes für uns entlang der Stadtautobahn nach Wilmersdorf zu Kilometer  31 zu fahren. Wir schauen irritiert auf die App. Noch sind die Laufpunkte 25 und 30 als nicht überschritten angegeben. Kann fast nicht sein. Eigentlich müsste er gleich hier sein … wie aufregend. Na gut. Dann feuere ich kurz ein paar andere Läufer an – die freuen sich auch. Und es dauert nicht lange, dann meldet die App doch noch, dass Kilometer 30 überschritten wurde. Tricky. 25iger fehlt. Egal – nun heißt es wieder die zappelnde Masse nach dem weißen T-shirt abzusuchen. Die zweite Wasserflasche findet seinen Abnehmer. In die Gesamtsituation aller Läufer hineinschauend sehen wir jetzt deutlich, dass wir bei Kilometer 31 stehen.

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Kilometer 31 / Berlin Marathon 2014

  Die Anstrengung zeichnet Gesichter, die Sambabands trommeln die Läufer weiter auf dem Asphalt. Kurz mal nachgedacht hier mitzulaufen … lieber nicht. Viel zu weit. Und dennoch steigt die Lust am Laufen bei uns deutlich wieder an. Wir nutzen die Chance, dass die Straße direkt neben der Strecke gesperrt ist und rasen auf den Bikes hinter ihm her. Und man glaubt es kaum – wir finden ihn noch einmal. Langsam macht es schon richtig Spass. Uns zumindest. Denn wie er uns signalisiert meldet sich das berühmte Knie. Schnell noch ein Video in voller Fahrt, dann verengt sich die Straße und wir werden von den fleißigen Ordnern von unserem Drahtesel zitiert. Die letzten Kilometer brechen an, wir drängeln uns mühselig auf dem Fußweg des Ku´damms entlang und nutzen kurz vor dem Potsdamer Platz die letzte Chance ihm nochmals Mut zuzurufen. Mag man das als Läufer? Ich weiß es nicht, immerhin lenkt es kurzzeitig vom Knie ab. Mehr und mehr Fußgänger sind in der Läuferschar auszumachen, gleich ist es geschafft. Nicht mehr weit. Die Zielgerade führt direkt durch das Brandenburger Tor. Das muss ein Traum sein! Die Läufer heben hier die Arme, verlangsamen die Schritte für ein Foto, die Zuschauer trommeln … ein supertoller Tag mit einem neuen Weltrekord. Der beste Läufer kommt bereits nach 2h 2min und 56s ins Ziel. Steffen schafft es trotz Schmerzen in 3:48 … auch eine absolut tolle Zeit. Wir gratulieren ihm und allen Läufern!!!

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2 thoughts on “Marathon in Berlin – ein Stadt platzt aus ihren Nähten.

  1. Berlin ist einfach eine außergewöhnliche Stadt, die wir sehr gerne besuchen. Es gibt eine vielfältige Auswahl an Möglichkeiten sich dort die Zeit zu vertreiben. Ob Kunst und Kultur, ausgedehntes Shoppen, aufregendes Nachtleben, gutes Essen und vieles mehr. Einfach eine tolle Stadt.
    Liebe Grüße Sigrid

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