Die Unentdeckte entdecken – Sächsische Schweiz! Ein Interview.

Wildschützensteig

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Ich habe das Glück, Anja, Reiseverkehrskauffrau aus Berlin zum Interview zu treffen. Im Büro verkauft Sie alle möglichen Reisen weltweit, doch was es auch ganz im Osten von Deutschland für ein Kleinod zu entdecken gibt, verrät Sie uns hier:

TrippTipp: Alle Welt reist ja nun nach Peru, Neuseeland in die Mongolei und am besten noch weiter weg. Wie kommt es, dass Du Dich für einen Urlaub in Deutschland und ganz speziell in der Sächsischen Schweiz entschieden hast? Was waren Deine Beweggründe dafür?

Anja: Die Sächsische Schweiz kenne ich schon. Die Anreise ist von Berlin aus kurz und damit kann die Erholung direkt losgehen.

TrippTipp: In 3 Worten – warum sollte man die Sächsische Schweiz mal besucht haben?

Anja: Weil es sich einfach für jeden lohnt, dieses zwar relativ kleine aber damit unterschätzte Wander- und Urlaubsgebiet kennenzulernen.

TrippTipp: Und nun mal kreativ: Erfinde einen Werbeslogan für diese Reiseregion!

 Anja: Die Unentdeckte entdecken – Sächsische Schweiz!

TrippTipp: Wie bist Du auf Deinen Urlaubsort Gohrisch gekommen?

Anja: Gohrisch liegt oberhalb vom Elbtal. Von hier aus bietet es sich einfach an zum Pfaffenstein, Stein Gohrisch, zur Festung Königstein oder zum Papstein aus zu starten. Außerdem ist in Gohrisch eines der besten Hotels der Sächsischen Schweiz.

TrippTipp: Und was ist aus Deiner Sicht die beste Reisezeit?

Anja: Hm. Lacht. Frühling. Sommer. Herbst und Winter. Wann immer ich hier war, gab es einen besonderen Blick auf die Steine. Jede Jahreszeit ist für sich schön. Allerdings funktioniert das Wandern in den Steinen und Stiegen nur bei trockenem und schneefreiem Wetter. Wenn ich mich entscheiden muss, dann wäre es der Herbst. Die Laubfärbung in Verbindung mit der Sonne macht diese Region so sehr pittoresk.

TrippTipp: Wie reist man eigentlich am besten an und was ist die übliche Unterbringung in dieser Region?

Anja: Mit dem Zug kann man bis Bad Schandau fahren. Von dort weiter mit Bus oder Taxi. Für mehr Unabhängigkeit bleibt das Auto leider unerlässlich. Die Vermietung von Privatzimmern und Ferienwohnungen ist weit verbreitet und nach wie vor eine der typischsten Unterbringungsmöglichkeiten. Alternativ gibt es Gasthöfe, Campingplätze, Pensionen und mittlerweile auch gute 3* und 4* Hotels.

TrippTipp: Bist Du als Individualtouristin gereist oder als Pauschaltouristin?

Anja: Ich habe ganz klassisch das Hotel vorab gebucht. Im Frühling und im Herbst beziehungsweise zu Ostern oder auch Weihnachten sollte man seine Wunschunterkunft langfristig vorbuchen.

TrippTipp: Was konntest Du beobachten? Wer reist im Moment in die Sächsische Schweiz? Woher kommen die Touristen?

Anja: Wandergruppen, die 1x jährlich kommen. Wandergruppen von ca. 40 Personen beziehungsweise viele Gäste aus den alten Bundesländern,  die begeistert waren von dieser Region. Gäste in Gohrisch, die einmal im Jahr zu den Schostakowitsch-Festspielen anreisen. Kurzurlauber aus Dresden,  als  kleine aktive Auszeit vom Job. Studenten, die in den Steinen boofen. (Anmerkung von TrippTipp: boofen = sächsisch für schlafen, schlummern, ruhen) Viele Gäste auch aus Brandenburg,  Sachsen selbst und Berlin, da die Anreise nicht weit ist.

TrippTipp: Nenn mir mal ein typisches Essen dieser Region

Anja: Dresdner Eierschecke. Ein sehr leckerer Quarkkuchen.

TrippTipp: Hm. Mir läuft gleich das Wasser im Mund zusammen.  Ich gehe mal davon aus, dass Du in diesem Urlaub viel gewandert bist, richtig? Welche Wanderung kannst Du absolut empfehlen und warum?

500 Stufen Aufstieg zum Nadelöhr

Aufstieg zum Nadelöhr

Anja: Ja, na klar. Deswegen war ich vor allem dort. Von Gohrisch aus zum Pfaffenstein – Aufstieg über das Nadelöhr – oben auf dem Stein lohnt die Einkehr ins Historische Pfaffensteingasthaus ( leckeres Essen!) und die Besichtigung der Barbarine beziehungsweise der Opferkessel und alter Ruinen der Freimaurer – der  Aufstieg auf den Turm ist obligatorisch – hinab führt der Weg direkt am Gasthaus und vom dann erreichten Ort Pfaffenstein aus nach Gohrisch. Klingt sehr nah, ist aber ein Ganztagesausflug!

TrippTipp: Das klingt toll. Und von wo aus hattest Du den besten Ausblick auf die Umgebung?

Anja: Die Brandaussicht ( Balkon der sächsischen Schweiz ) bietet den besten Blick. In diesem Urlaub war ich nicht dort. Alternativ kann man sehr viele Steine und Tafelberge von der Schrammsteinaussicht sehr gut sehen.

TrippTipp: Und welche Orte muss man einfach dort gesehen haben?

Festung Königstein

Festung Königstein

Anja: Aufstieg zum Zirkelstein, Kirnitzschtal mit Flößersteig, Teufelsschlucht und Teufelskammerweg, Festung Königstein, Kleiner & Großer Zschand ( unvorstellbare Stille in der Region des Hinteren Raubschlosses!), Burg Stolpen und die Geschichte der Gräfin Cosel und und und…

TrippTipp: Und wovor sollte man sich unbedingt in Acht nehmen? Gibt es irgendwelche Risiken dort? (Tiere, Naturgewalten, unsichere Routen oder ähnliches?)

Anja: Ja. So einiges. Die Routen im Bielatal sind nicht gepflegt, auch der Aufstieg am Hinteren Raubschloss ist gefährlich, bei Regen, Nässe und Schnee können die Stiegen und steilen Wege nicht begangen werden. Aber auch dann gibt es lohnenswerte Tal- oder Höhenwege.

TrippTipp: Na immerhin keine Wegelagerer, dann können wir ja gleich zum Thema Geld kommen. Mit welchem üblichen durchschnittlichen Tagessatz muss man dort rechnen? (eingerechnet Übernachtung, Fahrkarten, Essen, Besichtigung)

Anja: Eine sehr schwierige Frage. Dies kommt auf die gebuchte Unterkunft an. Die Einkehr in die Restaurants ist nicht teuer. Mittagessen kostet so ca. 5 – 10 Euro. Parkticket auf einem Wanderparkplatz im Nationalpark 3 Euro. Übernachtung im 4* Hotel in Gohrisch inkl. Frühstück 40 Euro p. P. Essen im 4* Hotel am Abend ca. 30 Euro pro Person. Picknick in den Steinen während der Wanderung ist preiswerter…;-). Je nach Ort fällt pro Tag Kurtaxe ca. 1,50 Euro an.

TrippTipp: Gib es sonst noch etwas, was Du absolut teilen möchtest?

Anja: Die Freundlichkeit der Einheimischen!!! Und vor allem das Erleben von Stille in den Steinen machten sehr sehr  glücklich.

TrippTipp: Das klingt ja wirklich toll. Ich glaube jetzt muss ich da wirklich bald mal hin. Danke Anja für dieses spannende Interview.

…und hier noch ein paar tolle Impressionen:

 

 

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