Wie wir – und die vielen Buntkappen den Ritsurangarten entern …eine Reiseanekdote aus Japan

Der Ritsuringarten ist einer von den unzähligen Landschafts- oder auch Wandelgärten, die das Land zu bieten hat. Zumeist wurden sie angelegt, um den damalig Adligen das Leben ein wenig angenehmer zu machen. Mittlerweile sind viele der Gärten der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Die Landschaftsplaner sind dabei sehr geschickt vorgegangen, denn die in sich schon wunderschönen Parks wurden in der Regel so angelegt, dass die umgebende Landschaft, also zumeist die Berge im Hintergrund, geschickt ins Bild eingepasst wurden. Wie hier – der im Hintergrund liegende Berg Shiun-san gehört gar nicht zum Parkgelände, tricky – oder? Also – wir erwerben ein Ticket. Glücklicherweise ist der Automat selbstredend. Die Papiertickets tragen wir dann zum Eingangshäuschen, wo sie von einer Person kontrolliert werden. Irgendwie schräg, oder? Warum verkauft die Person nicht gleich die Tickets – dann würde man doch einen Arbeitsgang sparen? (zumindest für die Touristen) Wir bekommen noch so etwas wie einen kleinen Stadt- oder vielmehr Parkplan, und so finden wir sehr leicht durch den Park.

Genau wie wir es von einem japanischen Garten erwartet haben, ist er vorbildlich gepflegt und harmonisch angelegt. Ganze 6 Teiche finden wir – umrahmt von 13 Hügeln. Diese sind angelegt worden. Toll anzuschauen.Aber das ist es gar nicht, was uns an diesem Garten so total verzückt hat. Wir kommen am ersten Teich an und bestaunen die ersten kleinen frechen Schildkröten und auf einmal brüllt und schreit es aus dem Pavillion gegenüber. Eine Kindergruppe feiert wohl so etwas wie einen Tagesausflug.

Sie haben alle die gleichfarbige Kappe auf – gelb. Beim Blick auf das Wasser und die Tiere flippen sie total aus. Ein Lärm und wir freuen uns darüber. Irgendwie süß, wie die abgehen. Wirklich kleine aufgeweckte Kerlchen. Die Betreuer versuchen die gelbkappige Meute im Schach zu halten und immer wieder zur Ruhe zu ermahnen. Keine Chance. Naja, wir wenden uns wieder den Schildkröten zu… eine von ihnen krabbelt noch fast bis auf den Schuh. Ziemlich hungrig die Dinger hier. Süß ….die kleinen Nasenlöchleins … hihi 🙂 …tja … und am nächsten Teich …da werden die Koi´s gefüttert. Wir können es gar nicht glauben. Unzählige Fische, weit mehr als auf dem Foto zu sehen kloppen sich förmlich um das Futter. Der schmale Weg – eine Sackgasse. Wir stehen fasziniert hier und schauen dem Fütternden Mann über die Schulter. (klar fragen wir uns, ob das legal ist – aber wird es wohl sein.) …und auf einmal …. als wir uns wieder umdrehen ….

….schmettert es uns …. laut, lauter, am lautesten entgegen …

K-O-O-O-N-I-I-C-H-I-I-I-W-A-A-A-A. Konichiwaaaaaaaa. Konichiwaaaaaaaaaaa. Besonders das lange nachklingende …aaaaaaaaaaa…… gerufen von zarten aber dennoch lauten Kinderstimmchen …. herrlich. Wir denken heute noch oft daran.

Diese Kinder begrüßen uns. Uns Langnasen, uns übliche Touristen. Wie schön ist das denn?

Total süß. Wir grüßen zurück.

Konichiwa – Guten Tag!

Und …. sie haben alle eine gleichfarbige Kappe auf …. die Weißen.…der Park wird zu dieser Stunde förmlich von Kindergruppen geentert. Kaum biegen wir wieder auf den Hauptweg sehen wir die rosafarbenen…..…und hier …. rechts am Bildrand – die rotkappigen. Wahnsinn. Was ist denn hier los? ….dem noch nicht genug – die blaukappigen sind auch am Start 🙂

Alibimäßig habe ich mal Marcus und die Lilien fotografiert. Fällt doch kaum auf 😉

Wir waren wirklich überrascht über die vielen Kinder. Bis auf die allerersten waren die meisten aber total ruhig und haben in keinster Weise den Besuch im Garten gestört. Uns schon gar nicht …. wir fanden es einfach nur niedlich.

Nochmal zurück zum Garten. Die japanischen Touristen gehen es etwas dekadenter an und lassen sich in einem Böötchen auf dem Miniteich umherfahren. Lohnt eigentlich kaum das Einsteigen – aber hier ist das Gang und Gebe. Nie zuvor habe ich soviele Kois auf einmal gesehen wie hier. Aber eigentlich ist es klar. Der Park war früher den Adligen vorbehalten und diese wunderschönen bunten Fische galten als Statussymbol. Der Besuch in diesem Garten hat sich auf alle Fälle gelohnt. An einer Stelle konnten wir sogar zuschauen, wie die Landschaftspfleger mühevoll die kunstvollen Baumformen pflegten und zuschnitten. Generelle Informationen:

Der Park öffnte je nach Monat zwischen 5.30 – 7.00 Uhr

Eintritt: 410 Yen (3,09 Euro)

Jahreskarte: 2570 Yen (19,40)

Es gibt Münzschließfächer.

Gegen Gebühr sind Audioguides zu haben.

 

 

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