Wanderung um den Netzener See und NABU Vogelbeobachtungsturm am Streng

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In diesem Blogbeitrag nehmen wir Euch mit ins wunderschöne Brandenburg – um genau zu sein in die Gemeinde Kloster Lehnin, welche sich knapp 40 Kilometer südwestlich von Potsdam befindet.

Nach der kurzen Ortsdurchquerung Netzen sowie die Fahrt über einen betonierten Feldweg parken wir am kleinen kostenfreien Parkplatz Mühlendamm in 14797 Netzen. Bei unserer Ankunft springt sofort ein Mann mit einem riesigen Fernrohr von der Straße – er ist schon mitten im Thema, weshalb die Leute in diesen schönen Herbsttagen diesen fast ein wenig versteckten Ort ansteuern. Vogelbeoachtung.

Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und nur 300 Meter vom Parkplatz entfernt findet sich ein vom NABU organisierter Vogelbeobachtungsturm. (Übrigens gibt es beim NABU deutschlandweit total interessante Veranstaltungen – schaut da ruhig mal rüber). Wir stapfen also bei allerschönstem Wetter als erstes mal zum Turm hin.

Der Vogelbeobachtungsturm ist kostenfrei und auch selbständig, das heißt, nicht an eine Führung geknüpft, besuchbar. Die Tür ist durch einen Riegel gesichert, wir steigen leise nach oben.

Oben angekommen finden wir als erstes das Vogelsichtungsbuch. Hier darf jeder eintragen, wann er was und wieviel davon gesehen hat.

Für den Vorabend stand die Sichtung einer Schnapsdrossel drin … ein ganz seltener Vogel … 😉 … und ansonsten sollen wohl am Morgen tausende von Gänsen und Enten gegen 7.00 aus den Wiesen aufgestiegen sein. Das muss ein schönes Geschnatter gewesen sein.

Um die Mittagszeit ist es relativ ruhig hier. Ein paar Vögel flattern hier und da vom See auf ein vom NaBu bereitgestelltes Fernglas darf von jedem benutzt werden. Vorrangig sind es wie oben schon beschrieben Enten und Gänse.

Vom Turm eröffnet sich aber mit und ohne Vögel ein entspannter Blick in die Weite. Bisschen Wasser, bisschen Wiese. Unspektakuläre wunderschöne Brandenburger Natur.

Doch wir wollen noch ein wenig weiter. Heute haben wir uns vorgenommen, den Netzener See zu umrunden. Mit gut 10 Kilometern mal wieder eine Strecke, um meinem ursprünglichen Neujahrsvorhaben gerecht zu werden.

Entlang des idyllischen Emsterkanals hinein in die Wiesen- und Felderlandschaft führt uns der Weg durch einen gelben Kreis gut durch ruhige entspannte Natur. Wir treffen nicht wirklich viele Menschen auf dem Weg.

Dafür genießen wir den Blick in die Weite und vor allem auf die hier vorkommenden Feuchtwiesen. Röhröhröhröh…tönt es plötzlich aus der Ferne. Nein, es war kein Tier …. drei dieser nervigen Quads düsen an uns vorbei. Irgendwie passen die nicht so richtig ins Idyll.

Auf der anderen Seite vom See finden wir einen weiteren kleinen Aussichtsturm. Hier haben wir einen schönen Blick über den Netzener See. Auf dem Schild lesen wir, dass der Emster Kanal, welcher die dort befindlichen Seen „Rietzer See“, „Netzener See“ und „Klostersee“ verbindet – ursprünglich für die ortsansässige Ziegelindustrie angelegt wurde.

Der weitere Weg wurde ehrlich gesagt ein wenig oll. Eine Mischung aus Zeitreise und Asphalt. Ungefähr ab dem eben beschriebenen Turm geht es auf der Straße weiter. Mit Blick auf diesen alten / neuen Stromverteiler düst ein Trabi und eine Schwalbe durch´s Bild. So manch ein Anwesen schaut tatsächlich auch ein wenig museal aus.

Das ist alles ganz nett anzusehen aber so richtig gefällt uns die Wanderung auf der Straße nicht. Wir kommen in die Nähe von Nahmitz und es wird immer lauter.

Jetzt schnallen wir erst einmal, dass wir uns der Autobahn nähern und auch drunter durch müssen. Es wird einfach ein wenig laut. Das ist prinzipiell ok – muss man aber mögen. Wir bemitleiden die Leute, die hier hier Häuslein haben und stellen uns vor, dass es bestimmt schwer ist – das Anwesen zu verkaufen. Ertappe ich uns doch bei einer schnellen Vorverurteilung…

Doch wir finden auch richtig gute Sachen. Zum Beispiel diesen historischen Lehrpfad. Der Ortschronist Reinhard Wilke hat auf insgesamt 16 Lehrtafeln historische Daten aufbereitet. Auf dieser hier erfahren wir zum Beispiel, dass die Bahnstrecke 1899 gebaut wurde.

Dann stapfen wir durch Nahmitz, durchqueren ein weiteres Mal die Autobahn. Der Wanderweg führt einige Zeit an ihr entlang und wendet sich dann in den schönen Hochwald hinein wieder von ihr ab.

Kurz vor Ende der Wanderung – wieder am Emster Kanal freuen wir uns über die Belohnung. Eine tierische Begegnung – welche Marcus mit seiner Kamera toll in Szene setzt. Nur wenige Meter von uns guckt uns ein Graureiher durchs Gebüsch an. Dem noch nicht genug, ganz fotogen bleibt er brav und ruhig sitzen. (ich hoffe doch mal, dass es keine ausgestopfte Attrappe ist 😉 ) – Vielen Dank jedenfalls an Marcus Kahl www.fotokahl.de für das Fotosponsoring!

Fazit der Wanderung um den Netzener See:

Eine schöne abwechslungsreiche, mal mehr und mal weniger ruhige Wanderung mit Einkehrmöglichkeit. Obgleich an dem einen Hotelrestaurant leider dranstand, dass aufgrund von Personalmangel nur Hotelgäste bedient werden. Nehmt also sicherheitshalber ein Imbiss mit.

Eine Übersichtskarte über die Wanderung gibt es hier auf der Seite von Kloster Lehnin: https://www.klosterlehnin.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=56132

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