öffentliche Büchertauschecken, Bücherregal, Bücherzelle – Liste

Lesen hat in meinem Leben schon immer eine große Bedeutung. Mit ein wenig Schmerz beobachte ich, wie schnellebig ein gedrucktes Buch ist. Kaum 10 oder 50 Cent kann man mit dem Verkauf eines belletristischen Buches noch erwirtschaften. Alles lässt sich im heimischen Bücherschrank auch nicht aufbewahren und so hat irgendwann mal jemand die wirklich geniale Idee der öffentlichen Bücherschränke gehabt.

Die Idee ist ganz einfach. Der Bücherschrank ist für jeden öffentlich zugängig. Jeder der mag, nimmt sich 1-2 Bücher raus. Und jeder der mag, legt einfach 1-2 Bücher rein. Nur nehmen ist ok und nur geben ist auch ok.

In Potsdam Bornstedt, das ist da wo wir leben, hat die Stadtteilinitiative Bornstedt e.V. in Koopration mit dem Volkspark Potsdam eine schöne gelbe Telefonzelle zu genau so einem öffentlichen Bücherschrank umfunktioniert. Nicht allein das Nehmen und Geben, sondern auch das sich vor Ort begegnen und über Literatur sprechen war und ist hier das Ziel der Initiatoren. Das ist eine fantastische Idee, denn wer uns ein wenig kennt, weiß, dass wir in einem sehr jungen Stadtteil in Potsdam leben – so etwas wie Kultur und Begegnungsstätten sind hier wirklich Mangelware. Ein öffentlicher Bücherschrank also ein echter Vorstoß.

Doch jetzt mal eine kleine Anekdote, von meinem Besuch bei der Bornstedter Bücherzelle.

Eines schönen (wirklich heißen) Samstagsmorgens schlich ich mich aus dem Schlafzimmer und ging ein wenig in Bornstedt spazieren. Mein Ziel war eben dieser neu eröffnete Bücherschrank, denn diese blättrigen Werke ziehen mich in jeder Form an. Die ganze Telefonzelle war randvoll mit Büchern. An diesem Morgen war ich komplett alleine hier. Immer wieder liefen oder radelten Leute vorbei. Zumindest einen Blick warfen die meisten in Richtung der Bücher, doch mehr nicht. Ich schnappte mir ein Buch, setzte mich auf eine der schön im Schatten liegenden Betonbänke und begann zu lesen…

Das Buch war echt fesselnd. Ich hatte ein Krimi erwischt. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen und wurde währenddessen Zeuge, allerlei Geschehnisse an der Bücherzelle. Bald kam ein älteres Ehepaar. Der Mann schlumperte desinteressiert in der näheren Umgebung – die Frau lugt durch die Scheibe. Wem sie es erzählen wollte, weiß ich nicht – auf einmal begann sie zu meckern, dass man in der Stadtbibliothek ihre vielen ausgelesenen Bücher nicht nehmen wollte. Man hätte sie hierher verwiesen – aber hier würden doch ihre vielen Bücher gar nicht reinpassen. So á la – da müsste doch mal echt jemand Platz machen, nur für ihre Bücher. Diese Frau hatte das Prinzip des Gebens – und Nehmens dieser Zellen überhaupt nicht verstanden. Und auch nicht – dass eben in solch einem öffentlichen Bücherschrank vielleicht mal eins zwei Bücher reingestellt werden. Aber nicht fünfzig. Auch nicht zwanzig. Ich fand´s ein wenig ungerecht – dass ich nun das Gezeter unadressiert – adressiert abbekam. Aber irgendwie hatte ich keine Lust, in das Gespräch einzusteigen. Dann zogen sie weiter…und ich widmete mich voll und ganz wieder dem Krimi.

Nach ein paar Stunden kam der verwunderte Suchanruf von Marcus, der zwar per Handyortung sehen konnte, wo ich bin – sich aber nicht sicher war, ob ich jetzt wirklich so lange an der Bücherzelle war.

Schön – mal wieder von einer Sache so gefesselt zu sein. Von dem Buch und dem Ort.

Also – falls du auf so einen öffentlichen Büchertisch stößt, dann schau doch mal, ob was spannendes dabei ist.

Hier ist eine deutschlandweite Liste

Und hier folgt meine Liste von Bücherschränken, von deren Existenz ich mich selbst überzeugt habe:

  1. Potsdam – Bornstedt – Bücherzelle gelb: Ecke Erwin-Barth-Straße/David-Gilly-Straße
  2. Potsdam – Platz der Einheit – Bücherschrank (dies war übrigens der erste seiner Art in Potsdam)
  3. im Rosengut Langerwisch / Nähe Potsdam

    Bücherschrank im Rosengut Langerwisch

Falls Ihr irgendwo solch einen Büchertisch gesehen habt – macht doch gern ein Foto und schickt es an mich – ich füge es in diese Liste mit ein. (mail: sandrahintringer@aol.com)

Und wenn du so gar nicht weißt, wohin mit den Büchern, kannst du sie bei momox, re-buy oder anderen Plattformen auch einschicken. Per Barcode Scanner wird dir direkt angezeigt, was die Plattform zum gegenwärtigen Zeitpunkt für das Buch zahlt. Auch das habe ich schon getestet und für gut befunden – natürlich gibt es für Fachbücher deutlich mehr als für Romane.

Was macht ihr mit euren alten, ausgelesenen Büchern? Schreibt doch gern einen Kommentar – und vergesst nicht – ein Foto von den Bücherschränken zu machen …. Fotos bitte gern zur Weiterführung der Liste bei mir einreichen: sandrahintringer@aol.com

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