Wege am Wasser – Britzer Kanal in Berlin

DSC_0076Heute möchte ich Euch wieder einen Ausflugstipp für Berlin geben. Ein entspannt zu laufender Weg entlang des Britzer Kanals.

Gut für Touristen, welche einfach mal eine andere Seite von Berlin kennenlernen wollen.

Gut auch für die hier Lebenden, um immer wieder in kleinen Oasen etwas Abstand und Ruhe zum zerrigen Großstadtrubel zu finden.

Länge: ca. 7km einfach begehbar, teilweise asphaltiert

Nächster S-Bahnhof: S-Baumschulenweg

Gehzeit: ca. 2 Stunden gemütlich

Start: Kiefholzbrücke / Kiefholzstraße – Berlin Treptow

Ziel: Hermann-Gladenbeck-Brücke (Massantebrücke) / Stubenrauchstraße zwischen Berlin Johannistal und Rudow

Beschreibung des Spaziergangs:

Wir starten an der Kiefholzbrücke und gelangen auf einen asphaltierten Weg. Am Anfang der Strecke ist der Weg teilweise auch mal nur ein Trampelpfad und trotzdem mehr als gut begehbar. Links befindet sich direkt der Britzer Kanal, rechts Reihenhäuser. Es ist Februar, die Sonne scheint wie verrückt und so entschlossen wir uns, diesen Weg mal zu erkunden. Ob der Jahreszeit befinden sich noch relativ wenig Spaziergänger auf dem Weg, welcher uns nach kurzer Wegstrecke vorbei an Gärten und unter eingigen Brücken hindurchführt.DSC_0070 DSC_0072

Der Weg ist zunächst in keinster Weise beschildert, muss er aber auch nicht, da das Wasser wegführend genug ist.DSC_0075

Nach kurzer Zeit gelangen wir auf den Berliner Mauerweg, welcher nun durchgehend bis zum Ende der Strecke asphaltiert und damit vor allem für Radfahrer und Skater absolut geeignet ist. Heute geht es noch, doch so einige Hobbyrennfahrer und Skater rauschen schon verdächtig nah an uns vorbei.

Der erste Krokus hat sich mit seiner Blüte dem Weg zum Licht gebahnt. Wie schön, damit hätte ich heute noch gar nicht gerechnet.DSC_0080

Wir kreuzen die Chris-Gueffroy-Allee. Sie ist benannt nach dem letzten Maueropfer. Tödlich verunglückt durch Schuss beim Versuch im Februar 1989, also kurz vor der Wende, die ehemalige DDR zu verlassen. An der Straße steht eine kleine Infotafel, auf der wir lesen können, wie viele Menschenleben die Mauer gekostet hat. Nicht nur Flüchtige, nein auch Touristen und sogar die Grenzer selbst werden Opfer. Die Sonne zieht mich jedoch so in den Vorfrühlingsbann, dass von der Härte der damaligen Zeit, mal abgesehen von dieser Infotafel und einem kleinen Mahnmal, nicht viel zu spüren ist. Es braucht also schon ein wenig mentale Hinwendung, um zu verstehen, was hier zwischen 1961 und 1989 vor sich ging.DSC_0083

Der Weg führt uns nun weiter zum Britzer Hafen. In erster Linie ein Verladehafen für Recyclinggüter. Hier trifft der Britzer Kanal auf den Teltowkanal. Immer mehr Fußgänger, Jogger, Rennradfahrer und Skater streben auf den Weg. Es ist früher Nachmittag und wir laufen unter einer imposanten Autobahnbrücke hindurch.DSC_0084

Fortan ist die Autobahn A113 nun ständiger Begleiter neben uns. Zwar abgetrennt durch hohe Schallschutzwände, das Grundrauschen von ständig fließendem Verkehr ist jedoch gut zu hören. Die Berliner glaube ich sind trotzdem froh, über diese tolle Strecke. In Insiderkreisen wird dieser Weg nun entlanglaufend am Teltowkanal auch als „Kleine Krone“ – das Skaterpendant zur „Großen Krone, also dem Kronprinzessinenweg entlang der A115 gehandelt.DSC_0085

Irgendwann tauchen rechts mehrer große weiße Unitanks auf. Dies ist der Moment, wo wir unseren Rundgang beenden, den Weg einfach schräg hochlaufen und schon stehen wir mitten im Berliner Verkehr auf der Stubenrauchstraße in Johannistal. Schräg gegenüber, vor dem Globus Baumarkt befindet sich die Bushaltestelle vom M11. Dieser fährt direkt bis zum S-Bahnhof Schöneweide.DSC_0086

Gut gefallen hat mir der asphaltierte Abschnitt, weil einfach unheimlich viele Menschen hier ihrem Bewegungsdrang statt geben können. Ebenso fand ich an diesem Weg Klasse, dass man die ganze Zeit wirklich direkt am Wasser entlangläuft. Nur selten trennt ein kleines Gebüsch die Sicht vom Wasser.

Nicht so gut fand ich, dass eigentlich entlang der kompletten Wegstrecke immer wieder Müll im Gebüsch oder am Wegesrand lag. Glatt hätte ich Lust gehabt, mit einer riesengroßen Mülltüte zu wandern um einfach die Natur zu entlasten. Vielleicht mache ich das ja demnächst mal  … hättest du Lust mit zu wandern? Dann machen wir daraus einen Umweltwandertag. Gib mir gern Bescheid, wenn Du dabei sein willst.

 

Das könnte Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.