Wanderung: Kilauea Iki Trail – Hawaii / Big Island

auf dem Kilauea Iki Trail / Vulcano Nationalpark / Big Island Hawaii

Wir können es nicht leugnen. Der Vulcano Nationalpark, der Vulkanismus allgemein, hat es uns mächtig angetan. Wenn wir so zurückdenken, sind wir in den letzten Jahren öfters über schwarzes Gestein geklettert. Der Kilauea Iki Trail im Vulkan-Nationalpark auf Hawaii toppt das ganze noch.

Es geht wirklich durch den Kraterkessel des erloschenen Vulkans. Nachdem dieser 90 Jahre geschlummert hat, fängt er im November 1959 plötzlich wieder an zu brodeln. Zunächst tritt Lava aus Fissuren in der Kraterwand. 5 Wochen lang speit er dann spektakuläre Fontänen. Beim erkalten hat die Lava bizarre Formen entstehen lassen, welche sich nun mit den ersten Pflänzchen schmücken.

erste Pflanzen erobern den erloschenen Krater

Um dahin zu kommen braucht man den Eintritt in den Vulcano Nationalpark. Für ein PKW kostet das für 7 Tage faire 25 Dollar. (ca. 20 Euro). Mit dem Auto fährt man dann auf den sogenannten Crater Rim Drive. Eine Straße, die an verschiedenen Kratern vorbeiführt.

Es gibt 2 mögliche Parkplätze oder Einstiegsstellen. Einmal den bei der Thurston Lava Cave (die berühmte riesige Lavahöhle). Wir nehmen den weiter nördlich davon gelegenen. Erstens, weil wir ohnehin da zuerst vorbeikommen und zweitens, weil an der Thurston Lava Cave natürlich viel mehr Besucherverkehr herrscht.

Die Wanderbeschreibung in unserem „Rother Wanderführer“ schickt uns die Runde mit dem Uhrzeigersinn. Die Ranger im Visitor-Center schicken die Leute gegen die Uhrzeigersinn.

Ranger im Visitor-Center / Vulcano Nationalpark Hawaii

Dann machen wir mal das und laufen sogleich auf einem leicht bergab verlaufenden Waldpfad am Kraterrand entland. Vorbei an Baumfarnen und Ohia Lehua Bäumen. Richtig schön frisch grün.

Start durch frischen Wald / Kilauea Iki Trail

Immer wieder sind Baumlücken und wir können auf den grauen Kraterboden schauen. Die Menschen da unten sind klitzeklein und der Boden sieht von oben aus betrachtet noch relativ eben aus.

Blick auf den Kraterboden

Das wird spannend, wenn wir erst mal unten sind. Wir sehen auch, wie ein Regenschauer durchzieht und sind froh, dass es uns da unten gerade nicht erwischt. Bei uns herrscht bestes Wetter.

In der Ferne sehen wir sogar die Rauchschwaden vom Halema´uma´u Krater. Der derzeitige aktive Krater des Kilauea.

Halema´uma´a Krater

Dann tauchen wir nochmal ab in das frische Grün der von uns so geliebten Baumfarne. Das erinnert uns so sehr an unsere allererste Camperreise nach Neuseeland (früher dachten wir, es gäbe die Baumfarne nur auf Neuseeland – gesehen haben wir sie nun auch hier auf Hawaii und auch auf Madeira).

Baumfarne

Der Weg geht nun in Spitzkehren hinab und bevor wir ganz hinuntersteigen, verweilen wir immer wieder um unseren Blick über die graue Weite schweifen zu lassen. Irgendwie unfassbar. So etwas ist unser Auge überhaupt nicht gewöhnt. Dementsprechend fasziniert sind wir. So einen riesigen Krater habe ich nie zuvor gesehen.

Blick in die Weite des Kraters

Dann geht es zum Kraterboden. Durch brockige scharfkantige sogenannte Aa-Lava führt der Weg nun auf dem Kraterboden entlang. Man komme ich mir gerade klitzeklein vor. Und der vorhin von oben noch recht ebenmäßig Boden erweist sich alles andere als glatt.

Weit aufgeworfene Lavaberge, Risse, Spalten und zwischendrin immer wieder der Vorreiter pflanzlicher Besiedelung. Der Ohia Lehua Baum mit seinen schönen roten Blüten. Der Baum, der als einer der ersten die Lava schmückt.

Ohia Lehua – der Baum, der als erster die Lava entert

Blüte vom Ohia Lehua Baum – die Natur ist ein toller Künstler

Aus den kleinen Spalten wächst der Farn, das sieht schon fast dekorativ aus und lässt das unaufhaltsame  Werden und Enstehen richtig deutlich werden.

Farne wachsen aus den Spalten empor

Wie diese kleinen Pflänzchen jede Spalte nutzen um sich zu entfalten. Da könnte ich glatt ein Mantra draus entwickeln. Einfach dem Licht entgegenwachsen.

jede kleine Fuge wird erobert

Wir haben nun die sogennannte Pahoehoe-Lava (spricht man Paheuheu) erreicht. Diese bildet eher die schöne glatte Oberfläche, auf der man recht gut laufen kann und die diese wunderschönen Muster bildet. Hier kann man quasi das versteinerte Blubbern vom ehemaligen Lavasee noch richtig nachempfinden.

bizarre Lavaformationen auf dem Kilauea Iki Trail

bizarre Lavaformationen II

bizarre Lavaformationen III auf em Kilauea Iki Trail

Und immer wieder drängen Pflanzen aus der dicken Lavaschicht empor.

Farne beginnen zu wachsen

Dann steigt der Weg allmählich wieder an. Immer und immer wieder muss ich einfach in diese Weite zurückschauen, weil es so unglaublich ist.

Blick zurück in den Krater

Schlußendlich schlängelt sich der Weg, beleitet vom Piepsen der Vögel, durch herrliche Farne, wieder zum Kraterrand hinauf zum Parkplatz der Thurston Lava Tube – die Lavahöhle. Es kommt uns grad vor wie ein Filmriss. Wir stehen plötzlich wieder zwischen Motorgeräuschen und eiligen Touristen.

Einmal fix die Straße überqueren und wir sind mitten im dichten Touristenstrudel. Im Gänsemarsch geht es wieder etwas bergab.

im Gänsemarsch zum Eingang der Thurston Lava Tube

Vor dem Eingang der Röhre staut es sich, da natürlich alle ein Foto von sich im Eingang der Höhle haben wollen. Der Durchmesser der Röhre ist auf alle Fälle beeindruckend. Diese mal großen und kleinen Hohlräume entstehen, wenn die oberflächlich laufende Lava schon abkühlt und verfestigt, während unten drunter noch Lava weiterfließt. Ganze Tunnelsysteme existieren unter Lavafeldern.

Die Höhle selbst ist innen mit Lichtern ausgestattet und ansich, mal abgesehen von ihrer Entstehungsgeschichte, verhältnismäßig unspektakulär. Früher soll es hier wohl mal Lavastalaktiten gegeben haben, welche jedoch als Souvenir verkauft wurden.

Wir verlassen die Röhre und laufen die paar Meter zum nächtsten Parkplatz, wo unser Auto steht.

Eine tolle, eindrucksvolle Tour, dieser Kilauea Iki Trail – unbedingt machen!

Die knapp 6 Kilometer sind wir in etwas mehr als 2,5 Stunden gelaufen. Regenjacke, Sonnenschutz und Trinkwasser sind hilfreiche Begleiter auf dieser Tour.

 

 

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