Wanderung Glauer Berge im Naturpark Nuthe-Nieplitz

Naturpark Nuthe-Nieplitz

Naturpark Nuthe-Nieplitz

Die Wanderung, welche ich heute beschreiben möchte, hat es ehrlich gesagt, ganz schön in sich. Der Naturpark Nuthe-Nieplitz wurde mir oft empfohlen und so machen wir uns von Potsdam auf, in dieses unweit gelegene, wunderschöne Zweistromland. Mit dem Auto sind es circa 45 Minuten. Doch hier schon mal der erste Hinweis. Sonntags erobern die selbsternannten Rennradfahrer das gesamte Landstraßengebiet. Vogelzeigend und so in keinster Weise der Straßenverkehrsordnung folgend treten sie rudelweise mächtig in die Pedalen ihrer vermutlich unglaublich teuren Geschosse. Obacht also.

Irgendwo auf der Fahrt dorthin, ich weiß leider nicht, wie der kleine Ort heißt – sehe ich ein Storchennest. Ganz stolz thronen die Herrschaften über dem Ort. Und als wären sie die Einlasser in den Naturpark, biegen wir genau an dieser Kreuzung ab. Wir parken am Naturparkzentrum in Blankensee.

Naturparkzentrum in Blankensee

Naturparkzentrum in Blankensee

Hier gäbe es die Möglichkeit ein Wildparkgehege zu besuchen. Ebenfalls gehören zum Gelände die Erlebnissausstellung Glauer Felder, ein Regionalladen sowie die regional schon sehr bekannte und beliebte Kräuterkate.

Wir entscheiden uns jedoch für die auf der Internetseite des Naturparks beschriebene Wanderung Glauer Berge und starten dafür am genannten Naturparkparkplatz, wechseln die Straßenseite und durchqueren den Solarpark.

Und da wird es schon kompliziert. Eigentlich war auf der Internetseite eine Wegmarkierung weiß-rot-weißer Balken versprochen, doch den finden wir nicht. So landen wir mehr oder weniger ungewollt erst mal in der kleinen Siedlung Lindenhof und von hier aus hangeln wir uns samt google maps zur Friedensstadt Weissenberg. Der Grundstein für diese Siedlung wurde 1920 gelegt und wird derzeit von der Johannischen Kirche betrieben. Soziales, religiöses und heilendes Wirken sind die Agenda dieser Stadt. Spannend, was man so zufällig beim Wandern entdeckt. Doch auch wenn einige Hinweistatfeln angebracht sind, erzählen hier, ähnlich wie in Prora auf Rügen, die Gebäude ihre Geschichte selbst. So etwas mag ich ja total.

Friedensstadt Weißenberg / Glau

Friedensstadt Weißenberg / Glau

Mit bisschen Suchen finden wir dann auch den Weg in den Wald hinein. Zumindest glauben wir, dass wir richtig sind. Es ist in der Tat bis hierher nichts ausgeschrieben oder wir waren total blind. Die Straße „Am Kesselberg“ gehen wir hoch.

Wanderung Glauer Berge

Wanderung Glauer Berge

Wir halten uns grundlegend auf dem Hauptweg und ignorieren die eins zwei Möglichkeiten zum Abbiegen. Ob wir nun richtig sind oder nicht, nur eines zählt. Die Natur ist schön. Wir wandern weiter, der Weg wird allmählich vom Gras überwuchert. Deutliches Zeichen, dass hier nicht allzuviele Wanderer unterwegs sind.

Die Natur erobert die Wege

Die Natur erobert die Wege

Wanderung Glauer Berge

Wanderung Glauer Berge

Zwischen Vogelgezwitscher und rauschenden Bäumen

Zwischen Vogelgezwitscher und rauschenden Bäumen

Wir versuchen der interpretationsreichen Wanderbeschreibung des Naturparks zu folgen und biegen irgendwann intuitiv nach rechts ab. Schwalben kreisen frech über der Wiese, der Wind lässt die Natur sanft rauschen, immer wieder raschelt es im Gebüsch. Wir sind so richtig drin im Naturpark. Schön. Und fast wie in den Alpen finden wir ein Gipfelkreuz. Juhuuu.

Gipfelkreuz Kesselberg 90 Meter!

Gipfelkreuz!

Ein schöner Picknickplatz mit Blick ins Glauer Tal lädt zum Verweilen ein. Guter Moment um Schnittchen, Gurke, Ei & Co. aus den Rucksäcken zu zaubern. Ich liebe es einfach. In der Ferne sehen wir den Aussichtsturm Löwenberg, da gehen wir dann beim nächsten Mal hin.

Aussicht vom Kesselberg

Aussicht vom Kesselberg

Laut Beschreibung soll man nun zum Wegweiser zurück. Da habe ich mich ja schön linken lassen. Im Brustton der Überzeugung lotse ich Marcus zu dem nicht zu übersehenden großen Wegweiser. Ich hatte mich schon versöhnlich gezeigt mit der Wanderbeschreibung, doch seht selbst auf dem Foto, wo wir hinwandern sollen – Humor haben die echt hier. Betlehem und Grodno. Na Dankeschön. Zumindest zaubert dieser Wegweiser ein Lächeln auf unser Gesicht.

Humor hamm´se hier ...

Humor hamm´se hier …

Wir folgen Bethlehem und landen damit im gefühlten Niemandsland. Auf und ab über sandige Wege und zwar schönem Wald und Stille, doch nur mit Marcus gutem Orientierungssinn und google maps gelingt es uns irgendwann wieder auf die richtige Route zu kommen.

Wanderung in Wald und Stille

Wanderung in Wald und Stille

Ich muss zugeben, die Beschreibung „an einer sandigen Kreuzung abbiegen“ ist echt schwierig. Hier ist irgendwie alles sandig. Da die Gesamtlänge der Wanderung jedoch mit nur 3 Stunden veranschlagt ist, wir sicherlich irgendwo immer wieder rauskämen und der Rucksack immer noch Proviant enthält sehen wir es ganz locker. Doch dann kommt der entscheidende Hinweis.

...der erste weiß-rot-weiße Balken...

…der erste weiß-rot-weiße Balken…

Nach gefühlt 2 Stunden finden wir diesen treu die Stellung als Wegweiser haltenden Baum mit dem ersten weiß-rot-weißem Balken. Wir sind also wieder auf dem richtigen Weg. Ich bekomme wieder Hoffnung, dass wir nicht wie Maria und Josef in der Scheune schlafen müssen. Ich bin sicher, wir sind gleich wieder in Blankensee.

Doch bevor es soweit ist, geht es nochmals ordentlich bergab und wir finden diesen spektakulär tief eingeschnittenen sandigen Weg.

Wanderung Glauer Berge - tiefer Geländeeinschnitt

Wanderung Glauer Berge – tiefer Geländeeinschnitt

Unten angekommen werden wir fast verwöhnt. Der nächste Wegweiser. Wir wandeln ein paar Meter auf dem Fontaneweg und werden dann auf eine erneute Erhebung geführt.

Wanderung Glauer Berge Richtung Blankensee

Wanderung Glauer Berge Richtung Blankensee

90,7 Meter hoch ist der sogenannte Kesselberg. Ein schmaler sich teilweise verlierender Pfad führt hinauf und mehre teilweise recht steile Möglichkeiten hinunter. Wir laufen jetzt nur noch nach grobem Richtungsgefühl.

Wanderung Glauer Berge

Wanderung Glauer Berge

Der Wald wird dichter, wieder raschelt es und ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein Wolf ist. Wo es doch in Brandenburg 16 Wolfsrudel geben soll. Insgesamt 111 Wölfe. Marcus lacht mich aus. Naja. Bisschen Spannung muss sein, letztendlich erfährt man selten, wer da im Unterholz nach Futter sucht. Ziemlich sicher jedoch konnte ich später noch einen wunderschönen Schwarzspecht beobachten. Der Naturpark Nuthe-Nieplitz wird als wahres Vogelparadies beschrieben. Das glaube ich sehr gern, nachdem was ich schon ohne große Bemühungen und Fernglas gesehen und gehört habe.

Der Wald wird noch dichter. Um nicht zu sagen – der Weg endet. Marcus meint, dass er noch einen Weg sieht. Ok. Na dann mal los. Holzbockauge sei wachsam – wir krabbeln jetzt durch das Gebüsch. Hätten wir doch bloß die GPS – Daten runtergeladen. Denn das geht nämlich auf der Seite des Naturparks. Du hörst diesen dringenden Hinweis, oder?

Wo ist nur der Weg?

Wo ist nur der Weg?

Schlussendlich und doch ein wenig erschöpft kommen wir wieder in Blankensee an. Eigentlich wollten wir noch schön einkehren, doch das vertagen wir auf nächstes Mal.

Wer hat einen Tipp, für uns, wo es sich dort in der Nähe gut einkehren lässt?

Und wer hat einen guten Tipp, was wir uns beim nächsten Mal unbedingt anschauen sollten?

Und hier noch eine kleine Liste, die wir für diese Wanderung unabdingbar halten:

  • Proviant – es gibt keine Einkehrmöglichkeit zwischendurch
  • ausreichend Wasser – es geht gut auf und ab im relativ trockenen Gelände
  • Wanderkarte (*), Kompass, google-maps oder GPS Gerät
  • Fernglas zur Beobachtung der Vögel
  • und natürlich dem Wetter angemessene Kleidung

Hinterlasst eure Fragen, Wünsche und Anregungen gern im Kommentarfeld.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.

 

 

 

 

 

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