Über Stiegen und Leitern – 4 Tage in der Sächsischen Schweiz

Sächsische Schweiz-111Es hat uns kürzlich einfach zu gut gefallen, durch die Sandsteine in der Sächsischen Schweiz zu kraxeln und so fahren wir erneut für 4 wanderreiche Tage in die hochgelobte und vielgemalte Gegend. Dieses Mal erklimmen wir die wohl schönste Aussicht im Elbsandsteingebirge, passieren wildromantische Schlüchte und hangeln uns an Eisenleitern entlang.

Dabei scheinen die Sandsteinformationen für unser Auge eine feste Installation zu sein, doch beim Durchwandern und Besteigen begegnen wir der Vergänglichkeit in höchster Form. Mit jedem Schuh reiben sich die Stufen mehr und mehr ab. So manch eine ist schon so schräg ausgelatscht, dass sie uns kaum noch trittsicher erscheint. Doch stabile Haltegriffe sowie hier und da eine Eisenstiege erhalten die Begehbarkeit des Geländes.

Wie sind denn diese bizarren Felsen eigentlich entstanden?

Die Basis bildet eine wohl 600 Meter dicke Sandschicht, welche sich einst vor Jahrmillionen am Boden eines urzeitlichen Meeres befand. Durch weitere geologische Prozesse hob sich der Sandstein um gleich wieder durch Erosion abgetragen zu werden. Durch Verwitterung entstehen unter anderem die wabenähnlichen Löcher. Hierbei kristallisieren aus Schwefelsäure Alaun und Gips aus. Dem ständigen Wandel unterlegen bestaunen wir also derzeit den Zerfallsprozess und das Elbsandsteingebirge wird es vermutlich irgendwann nicht mehr geben.

Schrammsteinaussicht

Schrammsteinaussicht

Was hat es mit dem sogenannten Kellerklima auf sich?

Während es  in Schlüchten und engen Gräben feucht, kalt und windarm ist, kann es im Sommer auf den Bergkuppen Temperaturen bis zu 60° C geben. Farne, Moose und Flechten finden sich vielzählig in den unteren Zonen. Erstaunlicherweise auch Pflanzen, welche sonst nur in Hochgebirgen vorzufinden sind. Andererseits fühlt sich ein schöner Mischwald in den oberen wärmeren Schichten einfach wohl.

Diese Touren sind konditionell anspruchsvoll, lohnen sich aber sehr:

Tag 1

Wir parken am Parkplatz „Nasser Grund“ im Kirnitzschtal. 3 Euro kostet die Tageskarte. Der Platz ist gut gefüllt, wenn es irgendwie geht, würde ich beim nächsten Mal mit der Kirnitzschtalbahn oder dem Bus anreisen.  Von hier aus startet direkt der Wanderweg zur „Hohen Liebe“.  Ein kupfernes Buch gedenkt eindrucksvoll Bergwanderern. Über den Hohe Liebe Weg gelangen wir ins Schrammsteingebiet und passieren zunächst das große Schrammtor. Dann wird es ein klein wenig aufregend.

Aufstieg zur Schrammsteinaussicht

Aufstieg zur Schrammsteinaussicht

Der kletter- und stiegenintensive Aufstieg zur Schrammsteinaussicht folgt und wird mit spektakulärer Aussicht belohnt. Der Schrammsteinkammweg macht mit vielen Stiegen, Leitern und Treppen absolut Spaß und  führt uns zur wunderbaren Kluftaussicht.

Schrammsteinkammweg

Schrammsteinkammweg

Kluftaussicht

Kluftaussicht

Laut unserer Karte wollen wir die sogenannten Lorenzschlüchte absteigen. Vor Ort müssen wir jedoch feststellen, dass es diesen Abstieg schon gar nicht mehr gibt. Zum Schutz des Naturparkes werden alte Wege stillgelegt. Wirklich erstaunlich daran finde ich, dass man die Eingänge kaum oder vielmehr gar nicht mehr erkennt. In rasantem Tempo holt sich die Natur ihren Raum also zurück. Für uns heißt das noch ein Stück weiter über die Affensteine zu wandern um dann … runter zu gehen. Den sehr schönen  Jordanweg entlang erreichen wir den Parkplatz am Nassen Grund.

Gesamtstrecke: 12,75km

Gesamtzeit: 5:52

Bewegungszeit: 3:43

Tag 2

Irgendwie fühle ich mich fast ein wenig süchtig. Die Wanderungen in der Sächsischen Schweiz sind aufregend, vielseitig und jeder Weg hat sein eigenes Gesicht. Heute wollen wir in das „Gesicht“ der „Wilden Hölle“ schauen und wandern genau wie gestern am Parkplatz „Nasser Grund“ los. Zunächst geht es recht entspannt und trotzdem stetig aufwärts durch die Eulentilke.

Wegweiser Eulentilke

Wegweiser Eulentilke

Eine für hiesige Verhältnisse noch recht weite Schlucht in der es einen großen Felsunterstand zu bestaunen gibt. Der Hinweis „schwierig“ auf dem Wegweiser zur Wilden Hölle geht irgendwie an mir vorbei und so bin ich doch etwas überrascht, als wir wie die Bergziegen über grobes Geröll aufwärts klettern müssen. Doch es kommt noch besser. Vor uns baut sich ein großer Fels mit einem torähnlichen Zugang auf. Nur ein gut schwungvoller Schritt hilft, um sich  an den Fels haften zu können. Mit zwei drei kletternden Schritten passieren wir und stehen sogleich vor einer eisernen gut begehbaren Treppe.

Aufstieg Wilde Hölle - hier ist Koordination gefragt

Aufstieg Wilde Hölle – hier ist Koordination gefragt

Vor uns wird es nun unruhig und wir werden Zeuge, wie ein Familienvater die nun folgenden Eisentritte und zwingend zu greifenden Griffe einhändig unter Gezeter der ganzen Familie passiert. Seine zweite Hand ist belegt …. denn der Hund muss auch mit. Ohja … wir sind begeistert, denn die Prozedur hält nicht nur alle auf sondern ist auch einfach gefährlich. Alles geht gut und so erreichen wir den oberen Affensteinweg um von hier aus den Carolafelsen zu besteigen. Ein wunderbarer Aussichts- und Picknickpunkt, den ihr unbedingt besuchen müsst. Dankbar lassen wir unseren und den Blick unserer Kamera in die Ferne schweifen. Wir lauschen ein wenig den Erzählungen der anderen Wanderer und von einer Horrostory eines kindlichen Felsabsturzes mit Gesichtsbruch geht es direkt zu zwei besonders sportlich schick gekleideten bayrischen Wanderinnen, welche auf dem Carolafelsen feststellen, dass dieser Weg eine Sackgasse ist. Laut lassen sie vernehmen, dass sie eigentlich keinen weiteren Felsen gebraucht hätten! Häh? Situationskomik schlechthin. Wenn ihr versteht, was ich meine.

Blick vom Carolafelsen

Blick vom Carolafelsen

Wir folgen nun dem Wegweiser Richtung Großer Winterberg, unser heutiges Tagesziel. Eine Wegtafel macht uns auf ein Phänomen oder viel besser einen natürlichen Vorgang im Naturpark aufmerksam. Unzählige absterbende Fichten, welche dem ansonsten so kraftvoll und anmutigen Wald eine fast mystische Stimmung  verleihen. Verantwortlich dafür ist der Borkenkäfer, welcher sich auf Fichtenrinde spezialisiert hat. Die durch sein Wirken unterbrochene Wasserzufuhr lässt die Bäume absterben. Nur sehr gesunde Bäume können sich durch gesteigerte Harzproduktion, welche wiederum den Borkenkäfer ersticken lässt, gegen den Eindringling wehren. Mit diesem Wissen betrachtet sich ein sich selbst organisierender Wald doch noch mal ganz anders. Fast wie im Museum wandeln wir bewundernd durch die entsprechenden Waldabschnitte und verstehen wieder einmal mehr, dass es nur zu gut ist, der Natur einfach ihren Lauf zu lassen.

Vom Borkenkäfer befallen -  absterbende Fichten

Vom Borkenkäfer befallen – absterbende Fichten

Ein Wahnsinnsbaum auf dem Weg zum Winterberg

Ein Wahnsinnsbaum oder soll ich sagen Kraftbaum auf dem Weg zum Winterberg

Wir erreichen den großen Winterberg. Hier gibt es einen kostenpflichtigen Aussichtsturm, ein Restaurant und ein sehr informatives Naturparkinformationszentrum im sogenannten Eishaus. Die spätere Recherche erschließt den uns vor Ort völlig unlogischen Namen Eishaus. Früher lagerten hier Eisblöcke zur Kühlung der Nahrungsmittel. Bei all den tollen Aussichten der letzten Wanderungen ist es fast ein klein wenig enttäuschend, dass man hier vom normalen Gipfel so gar nix von der Umgebung sieht. Alles ist dicht bewaldet. Die Informationstafel lässt auf die Kipphornaussicht hoffen. Da sie entgegengesetzt unseres weiteren Wanderweges liegt, sind wir ein wenig unschlüssig, ob wir einen weiteren Abstecher schaffen. Doch in diesem Fall bin ich froh, dass ich mich durchgesetzt habe. Die Karte hat ein wenig die Entfernung vertäuscht. In nur wenigen Minuten sind wir da und die Aussicht ist grandios. Hinterher lese ich, dass es die nun wirklich schönste der ganzen Sächsischen Schweiz sein soll und das würde ich glatt unterschreiben.

Kipphornaussicht am Großen Winterberg

Kipphornaussicht am Großen Winterberg

Gestärkt durch diesen Ausblick machen wir uns auf zum nächsten Zwischenziel und über den Quenenweg und das Heringsloch erreichen wir den Großen Kuhstall. Ein immens großes Felsentor, durch welches wir hindurch schreiten. Gleich finden wir ein Schild, welches mit dem Namen Himmelsleiter den Weg auf den Gipfel weist. Vielversprechender Name und alsbald finde ich mich links und rechts am Fels langsam vorwärtstastend auf dieser fast nicht endend wollenden schmalen Blechstiege, denn links und rechts geht es für mein Geschmack doch recht runter.

Himmelsleiter am Kuhstall

Himmelsleiter am Kuhstall

Wieder einmal unvorbereitet also ein bisschen aufregend und  mummelig im Bauch  schaue ich kurz darauf von oben in die Mischwaldwipfel. Alles also halb so wild und irgendwie toll. (Nebenbei bemerkt ist diese Himmelsleiter eine gute Übungstreppe, bevor ihr auf das Hintere Raubschloss steigt). Der Rückweg führt uns zunächst noch zum Schneiderloch und dann vergleichsweise entspannt zur Neumannmühle und damit automatisch zum Lichtenhainer Wasserfall. Während wir im Wald so absteigen, können wir bei den spärlich tröpfelnden Bächlein so gar nicht glauben, dass wir gleich an einem Wasserfall stehen. Und siehe da, ich bin entzaubert, denn es ist natürlich ein künstlich durch Stauung erzeugter Wasserfall. Hier an der Neumannmühle ist die Endstation der Kirnitzschtalbahn. Die wohl einzige Straßenbahn, welche durch einen Naturpark fährt. So nett die Fahrt in der Bimmel jetzt wäre, freue ich mich dennoch, den letzten Wegabschnitt auf den mir im Interview mit Anja empfohlenen Flößersteig zu gehen. Im sanften Geplätscher der Kirnitzsch führt dieser Weg auf einer Gesamtlänge von 9km von Bad Schandau zum Beuthenfall. Viele kleine Tafeln halten spannende Informationen zur Region bereit. Mit plattgelaufenen Füßen erreichen wir unseren Parkplatz Nasser Grund.

Gesamtstrecke: 17,03 km

Gesamtzeit: 7:48

Gehzeit: 5:12

 

Tag 3

Erwartungsfroh, was die hintere Sächsische Schweiz noch so zu bieten hat, parken wir heute wohlbemerkt kostenfrei unweit der Räumichtmühle Saupsdorf direkt gegenüber dem Wanderweg Richtung Großes und Kleines Pohlshorn. Gut, dass wir beim Loslaufen noch nicht wissen, was uns heute alles erwartet. Zunächst freuen wir uns über den idyllisch ruhigen Waldweg, welcher jedoch ohne großes Eingewöhnen direkt und ganz gemein steil aufsteigt. Wir nehmen den zusätzlichen Abstecher zum Kleinen Pohlshorn. Ob das nun lohnenswert ist, müsst ihr selbst entscheiden. Ein schönes ruhiges Fleckchen Erde mit ein klitzeklein wenig Aussicht. Das in Kürze zu erreichende Große Pohlshorn bietet etwas mehr Rundumblick. Nun folgt ein aus unserer Sicht gemein steiler Abstieg ins Tal um kurz darauf wieder ähnlich steil aufzusteigen Richtung Zeughaus. Machbar aber gemütlich ist echt anders. Eine Kräuterlimo stärkt mein Gemüt, denn dem nun folgenden Etappenziel Hinteres Raubschloss eilt sein Ruf doch erheblich vorraus. Eine gruselige 6 Meter hohe frei stehende Leiter sei wohl zu bezwingen und außerdem seien wohl auch Leute schon abgestürzt. Das klingt ja gar nicht so gut und tatsächlich, am Fuße des Berges warten verdächtig viele allein sitzende Frauen. Scheinbar sind die dazugehörigen Männer alle oben. Ich kann das alles noch nicht so recht glauben und will doch wenigstens bis zur besagten Leiter gehen. Bis dahin sind in der Tat nur 2 kleinere Leitern und eine felsige Spalte zu bewerkstelligen. Bei normaler Koordination überhaupt kein Ding. Ich mache leider den Fehler und schaue zu genau zu, wie die entgegenkommenden Leute mit unsicheren Schritten absteigen. Großer Tipp an euch – tut dies einfach nicht, sondern vertraut hier einzig und allein eurem Körper.

"DIE" Leiter am Hinteren Raubschloß

„DIE“ Leiter am Hinteren Raubschloß

Wow. Die Leiter. Sie baut sich vor uns auf und notgedrungen müssen wir die Leute nun beobachten, denn es herrscht echt Andrang. Ich staune nicht schlecht, als ein älterer Mann mit einer halbgelähmten Hand die Leiter runterkommt. Das heißt, eine Hand hält sich normal fest und die andere presst er jeweils von unten an die Sprosse und verankert sich damit. Aha – das geht also auch, denke ich mir und sofort weiß ich, dass ich diese Leiter wahrscheinlich konzentriert aber ohne weiteres gehen werde. Und so kommt es dann auch.

Ich bezwinge das Hintere Raubschloß!!!

Ich bezwinge das Hintere Raubschloß!!!

Leider müssen wir auf dem folgenden Absatz ziemlich lange stehen, denn gefühlt 30 Leute steigen ab. Es folgen noch zwei weitere Blechstiegen ähnlich der Himmelsleiter am Großen Kuhstall, aber viel leichter zu laufen. Nun noch eine letzte Engstelle, wo man sich einfach etwas geschickt durchmogeln muss und schon stehen wir oben, yeah! Ein wunderbarer Ort für ein kleines Picknick. Auch hier lassen wir unseren Blick schweifen und bewundern unter anderem die enorme Sandsteinwand am Berg gegenüber. Ich philosophiere ein wenig darüber, wie empfänglich unser Gehirn doch manchmal für Gespinste ist, denn fast wollte ich aufgrund der Erzählung nicht hinauf und hätte dann diesen grandiosen Moment verpasst. Auch der Abstieg ist natürlich spektakulär, man muss sich vorstellen, dass dieser Weg zwischen zwei Felsen oder besser im Inneren des Steins nach oben führt. Wo gibt’s denn das ein zweites Mal?

Extrem beflügelt weil Gehirngespinst und Raubschloss bezwungen folgen wir nun dem roten Querstrich.

Wunderbarer Wald in der Nähe vom Hinteren Raubschloß

Wunderbarer Wald in der Nähe vom Hinteren Raubschloß

Auch hier weist unsere scheinbar veraltete Karte einen Weg durch die Förstersschlüchte auf, doch leider finden wir diesen nicht. Später führt uns der Weg über die beeindruckenden Richterschlüchte irre abwärts und wir passieren zum zweiten Mal heute das Zeughaus. Der Tag ist doch deutlich voran geschritten, die Wege leeren sich zunehmend und wir entschließen uns dem Weg Richtung Buschmühle zu folgen. Ein kleiner Fotostopp und es raschelt unterhalb im Gebüsch. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir mehrere Frischlinge bei der Futtersuche. Total süss. Leider entpuppt sich dieser Weg als Ungunst, denn er führt in ellenlangen Schleifen bergab. Schließlich wissen wir überhaupt nicht mehr, ob wir noch richtig sind. Und während wir so mit dem Navi und der Karte versuchen einen Entschluss zu fassen, tauchen 3 weitere verspätete Wanderer auf und signalisieren ebenso ihre Verzweiflung. Wir lassen uns anstecken einfach quer durch den Wald abzusteigen. Woah. Was für eine Aufregung am Ende des Tages und es ist doch so was von klar, dass wir keinen Weg finden, sondern direkt vorm Bach stehen.  Was tun? Auf der anderen Seite vom Bach rufen uns Leute zu, dass die nächste Brücke 15 Minuten entgegen unserer Zielrichtung entfernt sei. Ich finde es lustig und meine heißgewanderten Füße ahnen schon, dass Abkühlung naht. Schuhe aus und ab quer durch die Kirnitzsch. Herrlich. Hätte ruhig noch weiter gehen können. Doch wir haben sicheres Terrain, das heißt die Straße erreicht, Regen beginnt zu tröpfeln und im straffen Schritt geht es zurück zur Räumichtmühle. Wieviel Höhenmeter es letztendlich waren, wissen wir leider nicht – auf alle Fälle fanden wir aufgrund der Auf- und Abstiege die Tour sehr anspruchsvoll.

Gesamtstrecke: 20,03 km

Gesamtzeit: 7:43

Gehzeit: 5:58

Tag 4 

Für den letzten Tag haben wir uns eine kleinere Wanderung ausgesucht. Wir möchten den Pfaffenstein besteigen. Er liegt linkselbisch, das heißt, heute müssen wir eine der wenigen Möglichkeiten der Elbüberquerungen nutzen. Die Autobrücke in Bad Schandau führt uns direkt zum Ziel, denn wir parken gleich unten in Pfaffendorf. Das hat zwei ganz banale Gründe. Es gäbe direkt am Fuße des Pfaffensteins einen Parkplatz, der ist uns schlicht und ergreifend zu nah am Ziel. Wir bewegen uns gern und nehmen daher den kleinen Umweg entlang dem Wanderweg mit dem roten Punkt durch den Wald und später über das Feld. Zum anderen ist parken unten im Ort kostenfrei. Nicht kriegsentscheidend aber die paar Euro tauschen wir auch gern in Kuchen ein. Das unsere Wahl genau richtig war, wird uns bewusst, als nach ca. 1 Stunde Wanderung mit gutem Anstieg rechts durchs Gebüsch der Pfaffenstein sichtbar wird. Uns und den Pfaffenstein trennt ein Feld. Der Weg hindurch wahrlich malerisch. Ich kann also nur empfehlen sich diesem Stein von Süden her zu nähern.

Auf dem Weg zum Pfaffenstein

Auf dem Weg zum Pfaffenstein

Der Pfaffenstein Blick aus Süden

Der Pfaffenstein Blick aus Süden

Am Fuße angekommen teilt sich der Weg in den sogenannten Nadelöhraufstieg und „Bequemer Aufstieg“. Doch was ein echter Elbsandsteintourist ist, geht sofern körperlich dazu in der Lage, eigentlich immer den unbequemen, das fetzt einfach. In diesem Fall heißt das die nächsten Minuten einfach Doppelschnauf, denn der Weg besteht tatsächlich nur aus Stufen. Unzählige Stufen. Nach unseren letzten drei Tagen sind die Beinmuskeln doch schon ein wenig müde und so komme ich mir vor wie eine mittelalterliche Dampfmaschine. Nun gut. Nach kurzer Zeit erreichen wir das wohlberühmte Nadelöhr, welches ich samt Rucksack jedoch ohne weiteres passieren kann. Die Highlights auf dem Berg sind der sogenannte Opferkessel und die Barbarine.

Die Barbarine und Rundumblick vom Pfaffenstein

Die Barbarine und Rundumblick vom Pfaffenstein

Wobei ich persönlich nicht so wirklich verstehen kann, was da für ein Hype um diese kleine Säule gemacht wird. Das zweite Mal bin ich in diesen vier Tagen entzaubert, denn man versucht durch Einbringung von Material die Barbarine vor Erosion zu schützen. Kann man machen, muss man aber nicht. Denn mit oder ohne Barbarine, die Sächsische Schweiz ist in ihrer Gesamterscheinung einfach genial und unterliegt nun mal dem geologischen Wandel. Für den Abstieg wählen wir den Klammweg. Er ist als bequem eingestuft, doch so bequem ist er eigentlich auch nicht. Wenn auch bergab, so müssen wir auch hier viele Stufen gehen.

Klammweg Abstieg Pfaffenstein .... uuahh ...hoffentlich hält er!

Klammweg Abstieg Pfaffenstein …. uuahh …hoffentlich hält er!

Der Knaller auf diesem Weg ist ein unglaublicher Koloss von Felsbrocken, welcher in einer Spalte hängengeblieben ist. Schön und gut, wenn man nicht unten durch müsste. Spannendes Körpergefühl. Wir krönen die vier Tage bei einer leckeren Eierschecke und düsen gefüllt mit Eindrücken zurück nach Berlin.

Gesamtstrecke: 12km

Gesamtzeit: 4:56

Bewegungszeit: 3:41

Und hier hoffentlich unaufdringlich noch eins zwei Empfehlungen zur Vor- und Nachbereitung der Reise:

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2 thoughts on “Über Stiegen und Leitern – 4 Tage in der Sächsischen Schweiz

    • Hallo Anja! ….ja und ich freu´ mich schon über Deinen Bericht, wenn Du sie erklommen hast …. die 6 Meter Leiter!

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