Schottland mit dem Camper 2016

Flughafen Edingburgh

Flughafen Edingburgh

Wie immer reisen wir minimalistisch mit Rucksack. Mit dem Regionalexpress fahren wir von Potsdam Hauptbahnhof zum Bahnhof Zoo in Berlin. Hier hält der Bus X9, welcher uns zum derzeit noch genutzten Flughafen Berlin Tegel bringt. Diese Fahrt kostet pro Person 3,30 (Berlin ABC).

British Airways fliegt uns zunächst nach London Heathrow und nach einem kurzen Aufenthalt weiter nach Edinburgh. Direkt nach Ankunft auf dem Flughafen wollen wir gleich, wie bei jeder Reise, etwas Geld holen. Doch der Geldautomat macht uns einen Strich durch die Rechnung. Er gibt uns keins. Kein einziger Geldautomat auf diesem Flughafen gibt uns Geld. Na gut. Dann können wir eben erst mal nichts kaufen, ist ja nicht so dramatisch.

Landeanflug

Landeanflug

Der Mietwagen für die ersten Wege ist schon bezahlt und den holen wir uns dann auch gleich mal. Die Abwicklung verläuft sehr unkompliziert. Wir bekommen einen Ford Focus und schon hat uns die Linksverkehrsverwirrung. Marcus will fahren und steht an der Beifahrertür. Ich möchte mitfahren – und stehe an der Fahrertür. Gleichzeitig im Quadrat gedacht. Der erste schottische Lacher.

Die erste Übernachtung finden wir in einem herrschaftlichen Hotel des Clans Mac Donald. Umgeben von einem Park und natürlich einem Golfplatz, gefällt es uns gleich gut. Wir verweilen jedoch nur kurz, denn wir brauchen ja dringend nun doch mal Geld. Dieses bekommen wir dann an der nächsten Tankstelle.

Hotel des Clan Mac Donald

Hotel des Clan Mac Donald

Die Sonne geht unter und kurzerhand entschließen wir uns zur berühmten Brücke über den Fifth of Forth in South Queensberry zu fahren. Die Forth Bridge. Wirklich geniales abendliches Licht gibt tolle Fotomotive.

Fifth of Forth Brigdge South Queensberry

Fifth of Forth Brigdge South Queensberry

In Ermangelung eines geöffneten Lokals landen wir in einem Fish´n Chips Bistro. Dieses hat nicht mal Tische und so ziehen wir mit unserem Pommespäckchen zurück zum Fluss. Wir finden eine Bank und essen mit Blick auf die Brücke. Die Aussicht ist definitiv besser als unser Essen. Dann wird es echt kalt. Also ab zurück ins Hotelbett und dort schlafen wir wie zwei Steine.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

2. Tag: Umland Edinburgh, Camper abholen

Man kann es nicht anders beschreiben. Wir frühstücken herrschaftlich. Der Frühstücksraum befindet sich im Kaminzimmer. Schweres Mobiliar, knarrende Bodendielen und kurz darauf wir – flüsternd am Tisch. Dann geht das Desaster mit dem schottischen Dialekt los. Die einfachsten Floskeln, für die unser Schulenglisch eigentlich reichen sollte, sind einfach nicht zu verstehen. Peinliche Sache. Immer wieder muss ich nachfragen. Später werde ich merken, dass das in Schottland einfach so ist und aufhören an mir und meinem Englisch zu zweifeln. Jedenfalls. Solltest Du einmal in Schottland sein, dann buche mindestens ein offizielles Frühstück. Es ist so überaus anders als das, was du vielleicht von England kennst.  Es lohnt sich.

Weg Richtung Cramond Island

Weg Richtung Cramond Island

Gestärkt fahren wir an den Strand von Edingburgh. Vor dem kleinen circa 7 Kilometer nordwestlich von Edinburgh liegenden Örtchen Cramond liegt die gleichnamige Insel – Cramond Island. Das besondere an dieser Insel ist der 1,5 Kilometer lange Weg, welcher nur bei Ebbe begehbar ist. Exakt beschriebene Loslaufzeiten verhindern eigentlich, dass jemand im Wasser versinkt. Doch laut Hinweistafel müssen pro Jahr mehrere Hundert Touristen von der Seenotrettung aufgesammelt werden. Unvorstellbar und dennoch sollen wir den Ansatz des Spektakels später miterleben.

Der Flutplan

Der Flutplan

Zunächst studieren wir den Flutplan. Wir sind wenige Minuten zu spät. Ich werde also die Insel nicht besuchen. Der liebe risikofreudige Marcus jedoch ist schon eiligen Schrittes auf dem leicht glibbschigen Weg unterwegs. Und während ich mich auf halber Strecke in die sanft blubbernd einsetzende Flut hineinlausche, kommen mehr und mehr Touristen – UND ….. laufen los!!! Viel zu spät und so kommt es natürlich, wie es kommen muss. Der Weg verschwindet mehr und mehr im Wasser.

Der Weg wird überflutet

Der Weg wird überflutet

Marcus ist längst und auch trockenen Fußes zurück. Doch so nach und nach kommen einige Wanderer mit klatschnassen Schuhen und vor allem durch die Kälte geröteten Beinen an Land. Ging ja noch mal gut. Aber da ganz hinten. Was ist denn das? Echt …… gaaaaaaaanz hinten. Schau mal genau auf dem Foto …… tief im Wasser.

Hüfthoch im Wasser zwei Menschen. Sagenhaft. Ich schwanke zwischen schaudern und lachen. Ganz langsam Schritt für Schritt kommen sie voran. Es muss so was von kalt sein. Immerhin tragen sie zur Unterhaltung einer ganzen Menge von Touristen bei, die genau wie wir ungläubig in die Ferne starren. Auch wenn solche Situationen immer eine große Magie besitzen, entscheiden wir uns nun dennoch für den kleinen idyllischen Ort. Wir besichtigen zunächst die Kirche und flanieren ein wenig am Fluss entlang.

Cramond Kirche und Friedhof

Cramond Kirche und Friedhof

Als wir wieder am Strand ankommen, sitzen zwei Leute leicht beschämt in Unterhosen auf der Bank in der Sonne. Du ahnst schon wer, oder? Wir richten unser Lächeln nach innen und laufen ungläubig schielend an ihnen vorbei. So ganz kann ich mir auch ein innerliches tsssssss ….. nicht verkneifen. Na was solls. Muss ja jeder eigentlich auch selber wissen.

Für uns geht die Fahrt jetzt weiter. Es wird historisch. Wir besuchen Linlithgo Castle, welches sehr schön an einem See liegt. Dieses Schloss ist der Geburtsort von Maria Stuart. Königin von Schottland (geboren 1542 – verstorben 1587).

Hinweistafel Queen Mary vor dem Castle

Hinweistafel Queen Mary vor dem Castle

Portal Linlithgo Castle

Portal Linlithgo Castle

Linlithgo Castle

Linlithgo Castle

Direkt nebenan befindet sich die beeindruckende Kirche St. Michael. Als wir mal reinschauen, werden wir sehr freundlich begrüßt und bekommen gleich das deutsche Faltblatt gereicht. Auch zum Fotografieren werden wir animiert.

Im Ort zurück, finden wir ein klitzekleines Cafe und können unter stolprigem Englisch (oder war es doch wieder der schottische Dialekt….?!) zwei leckere Cafe bestellen.

Kurz auf dem wirklich hübschen Marktplatz dreimal gedreht und …. Tourifoto geschossen …..

Marktplatz Linlithgo

Marktplatz Linlithgo

….nun aber los. Es ist 14.50. Ab 15.00 dürfen wir bei Mc Rent den Camper holen und bis 18.00 muss der Mietwagen am Flughafen wieder abgegeben werden. Bei der Übergabe des Campers gibt es leider ein kleines Problem.

Zur Bestätigung der Identität müssen wir jeder eine Rechnung aus dem Heimatland vorlegen, welche nicht älter als 3 Monate ist. Stromrechnung oder ähnliches. So etwas haben wir noch nie erlebt. Trotzdem wir die Kreditkarte und den Personalausweis vorlegen – braucht es noch eine Rechnung, welche wir natürlich nicht dabei haben. Mühevoll durchsuchen wir unser email Postfach. Der Vermieter bleibt wirklich hartnäckig. Irgendwann nach langer Suche finden wir jeder eine, dann kann es so langsam an die Übergabe gehen.

Los geht es mit dem Schrammenprotokoll am Wohnwagen, Erklärung der Einrichtung, Tausch vom völlig defekten Wasserkessel sowie der absolut zerschrammten Schneidebretter. Ebenfalls Tausch der Singlebettdecke in zwei einzelne Decken. Nach nunmehr 5 Jahren kennen wir uns doch ein klein wenig und freuen uns, wenn wir jeder eine eigene Decke haben.

Das ist unser Wohnzimmer für die nächsten 2 Wochen.

Das ist unser Wohnzimmer für die nächsten 2 Wochen.

Es geht auf 17.30 zu. Nun eilig runter vom Mc Rent – Hof. Mietwagen abgeben und dann ab in den Supermarkt. Wir finden Tesco in South Queensberry, welcher bis 0.00 geöffnet hat. Der erste Einkauf in einem neuen Urlaubsland ist ja immer sehr spannend. Was hier gleich auffällt, sind die unglaublich vielen Convienceprodukte. Uns lassen sie kalt, wir räubern erst mal die Gemüseabteilung aus. Nachdem weitere Grundprodukte im Wagen gelandet sind, ist es glaube ich so 19.30. Gut 60 Pfund kostet der erste Einkauf – weniger als wir erwartet haben.

Jetzt brauchen wir noch einen Stellplatz. Uff. Die Recherche in den Büchern ergibt eine Möglichkeit bei Stirling. Das ist ungefähr 35 Minuten entfernt. Die Sonne geht langsam unter und so fahren wir in der Dämmerung zu Witches Craig Caravan und Camping Park.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußten, dass dieser Platz einen Preis gewonnen hat, so empfehlen wir ihn dennoch uneingeschränkt. Wenn das der schottische Standard ist, dann freuen wir uns schon jetzt auf die nächsten 14 Tage. Dusche und Strom und Wifi inklusive. Mit einem Code kommt man in das Duschhaus sowie ins WC hinein. Sehr gepflegte Anlage. Sehr glücklich – gute Nacht.

3. Tag: Trossach Nationalpark und Loch Lomond

Wir wachen auf mit Blick auf das Wallace Monument. Gegen 11 verlassen wir diesen superduper Campingplatz und fahren in den Loch Lomond & Trossach Nationalpark. Wir sind direkt froh, dass wir im Gegensatz zu unserer Islandreise, dieses Mal ein etwas schmaleres Wohnmobil haben. Die Straßen sind sehr schmal und der linke teilweise mauergesäumte Straßenrand verzeiht nicht alles, da hängt man als Womofahrer schon mal auf der anderen Straßenseite.

Überbreite - Gott sei Dank nicht bei uns.

Überbreite – Gott sei Dank nicht bei uns.

Der Trossach & Loch Lomond Nationalpark ist einer der beiden schottischen Nationalparks. Unsere erste – mit dem Rother Wanderführer geplante leichte, also blaue Wanderung führt uns auf den Ben A´ra. Zunächst haben wir das Parkplatzproblem. Der offizielle Parkplatz am Ben Venue ist rappelvoll. Doch wir finden auf der anderen Seite des Sees noch eine Parkbucht.

kleine Parkbucht - die Wanderung ist gerettet

kleine Parkbucht – die Wanderung ist gerettet

Zudem ist die eigentliche Route gesperrt und so geht es über einen alternativen Weg durch oder vorbei am Moor.

Entschuldigung - dieser Weg ist wegen Baumfällarbeiten gesperrt.

Entschuldigung – dieser Weg ist wegen Baumfällarbeiten gesperrt.

Das heißt, der Weg ist trotz ausgelegter Matten extrem rutschig, moddrig und alles andere als entspannt zu gehen.

Matten erleichtern den Weg etwas

Matten erleichtern den Weg etwas

Holla die Waldfee .... das soll eine blaue (leichte) Wanderung sein?

Holla die Waldfee …. das soll eine blaue (leichte) Wanderung sein?

Eine Kindergruppe kommt uns entgegen und einige von ihnen landen bäuchlings im Dreck. Zunächst großes Hallo, dann dicke Tränen. Wir kommen unbeschadet, wenn auch völlig verdreckt durch, um oben einen tollen Ausblick auf den Loch (See) Katharina zu genießen.

Loch Katharina

Loch Katharina

Bisschen Entzauberung ist auch dabei, denn wir schauen auf ein großes Waldgebiet, welches gerade abgeholzt wird. Das sieht irgendwie komisch aus. So richtig viel Zeit um über Entzauberung nachzudenken, haben wir nicht, denn hier oben faucht uns der Wind ganz schön um die Ohren. Das hält uns nicht davon ab, schnell ein paar unserer Notkekse und die Notbanane zu verspeisen. Beim Abstieg müssen wir ebenfalls ganz schön aufpassen um nicht in den Modderlöchern und auf glitschiger Wiese auszurutschen. Teilweise müssen wir uns leider in die Heidelbeersträucher retten.

Der Abstieg

Der Abstieg

Wir meistern dies mit Bravour. Diese Wanderung war alles andere als leicht, dann bin ich ja mal gespannt, was rote (mittelschwer) und schwarze (absolut schwer) Wanderungen hier in Schottland zu bieten haben. Fürcht.

Wir fahren nun weiter an den Loch (See) Lomond. Hier finden wir einen Stellplatz auf der Cashel Campsite.

Am Ufer des legendären Loch Lomond

Am Ufer des legendären Loch Lomond

23,65 Pfund für uns Beide, Strom und Dusche inklusive, kein W-lan. Der Platz ist außerdem recht gut gefüllt, doch auch in zweiter Reihe sehen wir den See. Es folgt ein kleiner Abendpaziergang am Ufer des Sees, wildromantisch.

Am Loch Lomond

Am Loch Lomond

Dann kochen wir Camperessen. Kartoffel mit Feta-Gurke-Paprika-Salat.  Ewig will es nicht dunkel werden. Jetzt fällt es uns erst mal auf.

Loch Lomond

Loch Lomond

Tag 4: Luss – und Luss Hills

Der Himmel über Loch Lomond ist in Wolken gehüllt. Erfolgreich kann ich Marcus überzeugen, dass es sich bei dieser Bewölkung leider gar nicht lohnt, auf den nahe gelegenen Ben Lemond Gipfel zu steigen. Die Aussicht auf 6 Stunden in den Wolken wandern, das Wissen, das dieser Berg mit seinen 974m Höhe so spektakulär ist, dass er jährlich von bis zu 30 000 Leuten bestiegen wird und der gestrige Tag in meinen Beinen bremsen meine Wandermotivation.

Stattdessen fahren wir mit dem Uhrzeigersinn um den See und sind gespannt, was der Tag stattdessen bringt. Im Reiseführer wird der kleine Ort Luss am Westufer angepriesen. Also steigen wir hier mal aus und schauen uns um.

Luss

Luss

Wir lernen, dass hier der Clan Colquhoun angesiedelt ist. Mal abgesehen von einmal über die Gartenzäune zu lugen, bekommt man jedoch nicht viel mit. Eine halbe Stunde stromern wir herum. Sehr auffällig ist, dass die Enten am Ufer des Sees, so gar nicht davonschnattern. Fast schon müssen wir aufpassen, dass wir nicht auf sie draufsteigen. Das scheint mir ein Hauptindiz für eine ganze Menge Touristen. Sozialisierte Enten. Eine fantastische Kirche ziert den Ort. Doch was mehr lockt, ist eine kleine Anhöhe westlich des Ortes.IMG_4070In der Hoffnung auf eine schöne Aussicht über den See, willige ich doch noch in einen Aufstieg ein. Hier herrscht das, ich nenne es mal das Wallberg-Phänomen. (schöner Berg in der Nähe vom Tegernsee) Straffer Anstieg. Genau wie gestern. Zudem und unglaublicherweise lacht die Sonne was das Zeug hält. Was sind wir denn Bitteschön für Glückspilze? Wir lachen zurück. Schottland und Sonnenschein, das habe ich nun gar nicht erwartet. Wir erreichen die Anhöhe und stellen fest, wir sind noch nicht oben.

Geschafft? Noch längst nicht!

Geschafft? Noch längst nicht!

Ein weiterer nächster kleiner Gipfel tut sich auf. Ok, denken wir frohgemut. Da gehen wir jetzt auch noch hoch. Oben angekommen, du ahnst es, oder? Eine weitere Bergkuppe. So geht das Spielchen bestimmt 2 Stunden. Diese Wanderung wird ja richtig psychologisch. Immer wieder erscheinen neue kleinere Kuppen vor uns.

Oh no! Noch eine Kuppe.

Oh no! Noch eine Kuppe.

Wieder waten wir durch Torfwiesen, der Schlamm schmatzt unter den Schuhen. Mir tropft der Schweiss vom Arm und einen Sonnenbrand haben wir glaube ich auch schon. Letztendlich erreichen wir bei ca. 642 Höhenmetern den Gipfel. Belohnt werden wir mit einem sagenhaften Blick über Loch Lomond mit seinen kleinen Inseln.

Blick auf den Loch Lomond

Blick auf den Loch Lomond

Fast auf Augenhöhe sehen wir Ben Lemond, welcher nun gar nicht mehr so hoch erscheint. Dann hätten wir auch den erklimmen können, stellen wir ernüchtert, jedoch nicht unglücklich fest.

Blick Richtung Ben Lemond

Blick Richtung Ben Lemond

Und wir können in der Ferne eine Ahnung bekommen, was das Wort Highlands bedeutet. Schneebedeckte Berge, malerische Gipfel und ungeahnte Weite.

Blick Richtung Highlands

Blick Richtung Highlands

Diese Bilder inspirieren uns, beim Abstieg über die frühe schottische Geschichte ein wenig zu philosophieren. Wieder zurück in Luss erschlägt uns fast der britsche Touristenrummel. Mächtige freie Oberkörper und viele Eistüten sind angesagt. Nix wie weg hier.

Streetfoto

Streetfoto

Wir durchfahren die Region Argyll, welche sich westlich an den Trossach Nationalpark anschließt. Sie liegt mitten zwischen den Lowlands und Highlands. Unseren Stellplatz finden wir heute auf dem Argyll Caravan Park in Inveraray. Die Rezeption ist nicht mehr besetzt. Aber ein Hinweisschild erlaubt uns, einen Platz zu nehmen und morgen früh zu bezahlen. Wir stehen somit direkt am Loch Flyn, einem Meeresarm des Atlantik.

Auf dem Campingplatz

Auf dem Campingplatz

Dieser Zeltplatz ist interessant. Die meiste Fläche nehmen extrem viele private Bungalows ein. Ganz am Ende finden Wohnmobile Platz auf einer von Bäumen umstandenen Fläche. Vögel zwitschern, die Sonne geht allmählich unter. Ein schöner Platz um ein wenig auszuruhen. Wir schwenken Fenchel, Karotte und Pastinake in Butter. Lassen uns dazu unter freiem Himmel Basmatireis schmecken um uns dann am Sonnenuntergang zu erfreuen.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Tag 5: Glen Coe – Invercoe

Bereits 7.45 wärmt die Sonne den Rasen, sodaß wir natürlich draußen frühstücken.

Sonnenschein

Sonnenschein

Dann geht es an die Rezeption, den Stellplatz bezahlen. Nächster Weg ist der Supermarkt in Inveraray. Sonnenmilch kaufen, denn mit Sonnenbrand haben wir in Schottland ehrlich gesagt nicht gerechnet. Wir spazieren kurz durch das kleine sehr idyllische Zentrum von Inveraray.

Inveraray

Inveraray

Inveraray

Inverarayi

Wir gestehen, dass uns 10 Pfund pro Person Eintritt und noch die Parkplatzgebühr zu teuer sind, um sicherlich nur kurz in das sicherlich wunderbare Castle zu gucken. Das schöne Wetter hält uns draußen und so lugen wir, wie eigentlich fast alle Touristen, verstohlen durch den Zaun und machen ein “ich war da Foto” von diesem kleinen Märchenschloß.

Dann geht die Fahrt weiter und schon von weitem ist das nächste Castle zu erkennen. Es ist Kilchurn Castle am Loch Awe.

Kilchurm Castle

Kilchurm Castle

Gerade wird ein Film gedreht, doch das stört Marcus nicht. Er stapft zielsicher zum besten Fotopunkt über die Wiese und natürlich lässt der Security Mann nicht lange auf sich warten. Kurz darauf fahren wir näher ran und legen einen kurzen Stopp ein. Es ist megaheiß, der kleine Weg führt wenige Minuten durch die Wiese. Die Gegend ist malerisch. Die Ruine ist verlassen, nicht begehbar und teilweise durch einen Bauzaun gesichert. Der Besuch ist kostenlos.

Auf dem Weg zum Kilchurn Castle

Auf dem Weg zum Kilchurn Castle

Kilchurn Castle

Kilchurn Castle

Loch Awe

Loch Awe

Auf der Weiterfahrt zeigt sich ein schöner Fotostopp. Also kurz angehalten, die bezaubernde Gegend betrachten, glücklich sein und natürlich fotografieren.

Fotostopp auf dem Weg ins Glen Coe - Tal

Fotostopp auf dem Weg ins Glen Coe – Tal

Leider bin ich nicht allein ……..jeder Grashalm und sogar die Äste der Bäume werden gefilmt. So langsam wirds komisch. Der rechte von den drei Männern filmt wirklich mit einer Stange in der Wiese rum. Wäre sehr gespannt auf das Endprodukt, hab´s aber verpasst, ihn anzusprechen.

Fotostopp

Fotostopp

Fotostopp

Fotostopp

Über die A82 nähern wir dem dann durch das malerische Glen Coe – Tal. Doch bevor wir dort ankommen, sehen wir linker Hand einen Sessellift. Es dauert gar nicht lange und schon sitzen wir drin. 10 Pfund pro Person sind also hier heute besser angelegt als zur Castlebesichtigung.

Sessellift

Sessellift

Wir genießen auf der 15minütigen Fahrt einen Blick in das weite und noch etwas karge Tal. Der Lift ist schon etwas in die Jahre gekommen, doch er bringt uns sicher nach oben.

Blick aus dem Sessellift

Blick aus dem Sessellift

Dort empfangen uns die Reste vom Schnee sowie Zeichen einer vergangenen Skisaison. Ein paar Sommertouristen stolpern genau wie wir die Wege entlang.

Skisaison vorbei.

Skisaison vorbei.

Ein ziemlich ramponierter Berg, den man mit schwerem Gerät gerade versucht, wieder aufzuhübschen. Bisschen was ist noch zu tun.

Vorbereitung für die nächste Skisaison

Vorbereitung für die nächste Skisaison

Wir spazieren ein wenig herum. Marcus erklimmt die kleine Anhöhe, während ich versuche, mich ein wenig auf´s Gras zu setzen. Länger als fünf Minuten geht das nicht, denn dann drückt die Feuchtigkeit von unten durch. Hm. Bin ich nun zu schwer oder ist der Boden zu nass? Dann doch lieber noch mal die Aussicht genießen, bevor es mit dem Lift anno dazumal heile wieder runter geht. Bisschen verwöhnt sind wir glaube ich schon von Österreich.

Blick ins Tal

Blick ins Tal

Fahrt nach unten

Fahrt nach unten

Die Weiterfahrt auf der A82 beschert uns noch einige schöne Ausblicke. Hier gibt es tatsächlich ausreichend Parkplätze. Wir staunen nicht schlecht, als plötzlich mit einem Riesenkrawall zwei Kampfjets tief durch das Tal düsen. Wie in einer Science Fiction Animation. Kurz kommen wir uns vor wie in einem falschen Film, doch zu schnell ist dieses Schauspiel schon wieder vorbei, als wir es ordentlich begreifen könnten. Neben mir tönt ein männliches Coooooooooool. Wir halten sofort an, in der Hoffnung (Marcus) oder auch der Angst (Ich), es könnte sich gleich wiederholen. Doch nix geschieht. Ich fand es gar nicht so cool, sondern echt erschreckend. Nach diesem kurzen Flash fahren wir weiter in den gleichnamigen Ort Glencoe, welcher wegen eines Massakers sehr berühmt geworden ist. Auch eine Szene aus Skyfall wurde hier in der Nähe gedreht

Auf dem Campingplatz

Auf dem Campingplatz

Wir finden einen Stellplatz im Caravan und Camping Park Invercoe. Direkter Blick auf Loch Leven. Die Sonne brennt immer noch unglaublich und so räumen wir ein zweites Mal heute die Stühle für eine kleine Zwischenmahlzeit heraus.

Auf dem Campingplatz

Auf dem Campingplatz

Dann bleibt noch genug Zeit, den Ort und die nähere Umgebung zu erkunden. Kleine niedliche Reihenhäuser, einige Guesthäuser, eine schicke Steinbrücke sowie ein Mahnmal zieren den Ort.

Invercoe

Invercoe

Schon einige Minuten sehen wir kleine Rauchschwaden und ich war schon verwundert, dass offenes Feuer geduldet wird. Doch es dauert gar nicht lange, da eilt ein überaus lautes Tatütattaa vorbei. Ist ja nicht so, dass die Straßen hier ohnehin frei sind. Doch Sirene muss scheinbar sein. Also doch ein Brand. Der ganze nähergelegene Wald ist in leichten Brandgeruch und Rauschschwaden gehüllt. Toller Abendspaziergang. Aber es verflüchtigt sich in Kürze. Wir wandeln entlang des von der Gemeinde angelegten Orbital Pfades. Blau, rot oder gelb kann man wählen. 45-60 Minuten dauern die Rundgänge und führen alle 3 am Lochan Glencoe vorbei.

Lcoh Glencoe

Lcoh Glencoe

Sehr angenehm, der abendliche Wald. Frische Luft, 2 Rehe, 3 Enteküken. Spaghetti mit Tomatensauce sowie ein schöner Sonnenuntergang beschließen diesen Tag.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Tag 6: Tal der Tränen ( Lost Valley) – Ben Nevis – Neptuns Staircase – Eilean Dornie Castle

Bester Sonnenschein lässt uns nicht lange im Bett verweilen. Nach einem schönen Frühstück draußen auf der Wiese geht es von Glencoe circa 7km auf der A82 zurück. Am ersten gut ausgebauten Parkplatz halten wir (genauer geht es leider nicht zu beschreiben), um dann direkt einen der vielen kleinen Trampelpfade ins Tal zu nehmen. Wir wollen heute ins Lost Valley.

der Parkplatz am Lost Valley / Glencoe

der Parkplatz am Lost Valley / Glencoe

Das Tal der Tränen. Aufmerksam auf diese circa 2-3 stündige Wanderung bin ich durch die Googlesuche geworden. Es ist weder irgendwo ausgeschildert, noch gibt es den leisesten Hinweis vor Ort, das wir ins richtige Tal laufen. Wir laufen also elektronisch gesteuert mit googlemaps, das funktioniert sehr gut – wir landen im richtigen Tal.

Lost Valley / Glencoe

Lost Valley / Glencoe

Die alles andere als gemütliche Wanderung lässt uns natürliche und auch von Menschenhand geschaffene Treppen steigen. Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich, denn das Gelände ist unwegsam.

Lost Valley

Lost Valley

Lost Valley

Lost Valley / Tal der Tränen

An einer Stelle auch leicht ausgesetzt. Alles jedoch gut machbar. Weiter oben gabelt sich der Weg. Die Wanderinnen vor uns entscheiden sich für den Gang durch den Bach und haben damit nasse Füße. Wir nehmen den rechten Weg und steigen etwas weiter oben relativ bequem über Steine über das Wasser. Immer wieder lädt uns dieses schmale Tal mit steil aufragenden Felswänden zu spannenden Aufnahmen ein. Nach 1 Stunde und 10 Minuten erreichen wir so etwas wie einen Aussichtspunkt und schauen zu den majestätisch stehenden Gipfeln auf sowie in ein breit auslaufendes Tal hinein.

Lost Valley / Tal der Tränen

Lost Valley / Tal der Tränen

Im Hang entdecken wir Wild. Hirsch oder Reh ist ohne Fernglas nicht zu erkennen. Wir steigen ins Tal hinab, welches in seiner Ganzheit ein Flussbett bildet. Es stellt ich als weit ausschweifende trockene Schotterebene dar. Irgendwo verschwindet der Fluss vor uns im Boden. Spannend. Er verläuft unterirdisch.

Der Wind faucht mächtig in diesem Tal und frech wie wir sind, belächeln wir ein Pärchen, welches verzweifelt versucht, ein Zelt hier aufzustellen. Der helle Wahnsinn bei dieser Windstärke. Gefühlt unmöglich, worauf die beiden dann auch bald selbst kommen. Dann machen wir uns auf den Rückweg und finden sogar noch eine kleine Alternativroute.

Flussquerung Lost Valley

Flussquerung Lost Valley

Kurz nachdem wir den Fluss wieder gequert haben, verläuft ein ganz schöner Trampelpfad am Hang entlang durch die Wiese. Etwas komfortabler als der steinige und steigintensive Hinweg.

Glencoe

Glencoe

Jetzt folgt gleich ein weiteres Zwischenhighlight dieser Wanderung. Ich bade im eiskalten Gebirgsbach. Grooooßartig. Nur ganz kurz, es ist eiskalt aber herrlich erfrischend.

Bad im Gebirgsbach

Bad im Gebirgsbach

Unsere Fahrt geht nun wieder nach Glencoe und nach einer kurzen Kaffeerast am Loch Linhe führt uns die Fahrt durch Fort Williams hindurch.

Loch Linhe

Loch Linhe

Wir haschen einen kurzen Blick auf den Ben Nevis, mit 1344 Metern der höchste Berg der britischen Inseln und damit auch der meistbestiegene Gipfel Schottlands. Danach bestaunen wir die 8 Staustufen der Neptuns Staircase (Schleuse) im Kanal in Banavie.

Blick zum Ben Nevis

Blick zum Ben Nevis

Doch nichts kann uns so richtig aufhalten, denn unser heutiges Ziel ist die Insel Skye. Wir finden Nachtlager wenige Orte vor der berühmt-berüchtigten Skyebridge. Denn ein kleines vielgepriesenes Castle will unbedingt besichtigt und bei untergehender Sonne fotografiert werden. Eilean Donan Castle ist wirklich fotogen und dafür auch bekannt.

Eilean Dornie Castle

Eilean Donan Castle

Eine Menge Fotobegeisterter trifft sich hier zum fachlichen smalltalk. Der Hitlistenanführer steht mit 3 hochwertigen Kameras da und bereist Schottland für 7 Tage ausschließlich zum Fotografieren. Er ist damit kein Einzelfall. Etwas beschaulicher hingegen geht es auf unserem Campingplatz in Dornie zu. Heute parken mit uns nur 3 weitere Camper. Mit 14 Pfund auch der günstigste Platz bisher, dafür haben wir freien Blick zum Castle. Ein Traum. Nochmals fällt es uns so richtig auf, dass man mit dem Camper zwar einfach reist, dafür aber meist an sehr guten Plätzen schläft.

Campingplatz Dornie mit Blick zum Castle

Campingplatz Dornie mit Blick zum Castle

Tag 7: Dornie – Palmen in Plockton – Skyebridge – Skye – Armadale

Also wie gesagt. Bester Viev zum Castle. So also auch beim Frühstück. Dann geht es wieder los auf die Straße.

Denn nun wollen wir endlich die zu den Inneren Hebriden gehörende Atlantikinsel Skye erkunden. Doch bevor es soweit ist, nehmen wir noch einen kleinen Abstecher nach Plockton. Laut Reiseführer einer der schönsten Küstenorte Schottlands. Die einspurige Straße dorthin führt uns durch sagenhafte Ginsterhecken.

Fahrt Richtung Plokton

Fahrt Richtung Plockton

Der Ort punket touristisch mit einem sehr großen kostenlosen Besucherparkplatz. Gemütliche Häuser, die Regenrinnen an jedem Haus farblich unterschiedlich angestrichen.

Plockton

Plockton

Unglaublich warm. Ja tatsächlich irgendwie auch mediterran. Der Golfstrom sorgt hier für mildes Klima. Der beste Beweis dafür sind die Palmen in den Vorgärten der Leute.

Palme in Plockton

Palme in Plockton

Museumshaus in Plockton

Museumshaus in Plockton

So ein bißchen fühle ich mich gerade wie am Mittelmeer. Ganz britisch stärken wir uns bei Fish ´n Chips im Take away Shop, dann geht es endlich über die Skyebridge auf die Insel.

Unser erster Abstecher führt uns nach Armadale. Hier kommt die Fähre an. Doch das ist nicht unser Beweggrund. Wir wollen zum Armadale Castle. Sitz des Clans Mac Donald. 1300 Jahre umfasst die Geschichte dieses Clans. Eine informative Ausstellung gibt Einblick in das Clanleben. Spannend zum Beispiel die Tafel mit allen zugehörigen Vornamen. Wenn ich das richtig überflogen habe, geht das auf die 500 Personen zu. Ein schönes Parkgelände umgibt die noch recht gut erhaltene Ruine. Im Sommer soll dieser Park sehr romantisch sein. Doch im Moment herrscht hier mit Ach und Krach Frühling, selbst der ist noch nicht ganz erwacht und so schläft auch dieser Park noch ein wenig.

Armadale Castle

Armadale Castle

Für den Rückweg müssen wir die gleiche Straße von Armadale wieder zurück fahren. Ein kurzer Stopp an einem Friedhof, dann Einkauf in einem völlig unterkühlten Supermarkt in Broadford. Es gibt weder Gurke noch Paprika. Auch mal wieder eine Erfahrung. Nicht alles kaufen zu können, was man gern hätte.

Friedhof / Nahe Armadele

Friedhof / Nahe Armadele

Unsere Reise endet für heute im Miniörtchen Sligachan. Wir sind etwas irritiert als wir ankommen. Der Ort besteht aus einem Hotel und einem nichtbeschilderten Zeltplatz. Da dieser scheinbar immer gut belegt ist, ist er nicht zu verfehlen. Schließlich liegt er in der langgezogenen Kurve der einzigen Bundesstraße.

Nicht gerade idyllisch, dafür aber ein herrlicher Blick auf die Cuillins. Eine Bergkette im Süden der Insel Skye. Dieser Zeltplatz stellt so etwas wie ein Basecamp für die hier startenden meist sehr anspruchsvollen Wanderungen in die Cuillins dar. Doch auch hier ist nichts ausgeschildert. Bin gespannt, wo wir morgen hinwandern. Bei Kartoffeln und Feta-Gemüsesalat lassen wir den Abend ausklingen und erfreuen uns dann noch am roten Glühen der Cuillins.

Abendaglühen der Cullins / Campingplatz Sligachan

Abendaglühen der Cullins / Campingplatz Sligachan

Dieses Glühen ist so ziemlich das einzige, dafür ein absolutes Pro für diesen Zeltplatz. Ebenso positiv erwähnen muss ich die leistungsstarke Waschmaschine sowie den Trockner. Glück gehabt, dass sie frei waren. Nun duftet wieder alles.

Tag 8: Sligachan – Wanderung Richtung Elgol

Von Sligachan folgen wir für 6,5 Kilometer dem Fernwanderweg Richtung Elgol. Es geht durch ein breites Tal quer durch die Black Cuillins.

Fernwanderweg Richtung Elgol

Fernwanderweg Richtung Elgol

Die Sonne brennt, nach gut 2 Stunden entscheiden wir uns zur Umkehr. Links und rechts von uns ragen die Berge weit auf. Der Weg ist staubig und steinig.

Fernwanderweg Richtung Elgol

Fernwanderweg Richtung Elgol

Wir kreuzen mehrere Flussbetten. Da es schön warm ist, ist dies kein Problem. Mich würde interessieren, wie das ausschaut, wenn es mehr regnet. Einige kleine Flussläufe sind richtiggehend rostig. Also eisenhaltig. Der Weg geht relativ eben.

Fernwanderweg Richtung Elgol

Fernwanderweg Richtung Elgol

Sehr angenehm im Verhältnis zu den sonst doch recht straffen Steigungen. Kleiner Zwischenstopp dieses Mal nur mit den Füßen im eiskalten Gebirgsbach. Nach nunmehr 13 km und ordentlich Sonne auf die Mütze haben wir genug Auslauf und kehren zurück nach Sligachan. Eine Brücke, ein Hotel ….das isses.

Blick auf Sligachan

Blick auf Sligachan

Wir fahren nun in das kleine Städtchen Portree. Viel Zeit haben wir nicht und von allem, was ich gesehen habe, hat mir der Hafen am besten gefallen.

Hafen Portree

Hafen Portree

Von hier aus geht es weiter Richtung Uig und an der Küste entlang umfahren wir die Halbinsel Trotternish. Kurzer Stopp in Duntulm Castle. Direkt am Hang liegt die kleine Ruine, welche man zumindest von außen kostenfrei besichtigen kann.

Duntulm Castle

Duntulm Castle

Duntulm Castle

Duntulm Castle

Der Wind fängt nun empfindlich kühl zu pusten an. Spannend ist die Küstenstraße, da sie einspurig mit Ausweichstellen ist. Ich bin so froh, dass unser Camper dieses Mal nicht so breit ist. Wir finden Nachtlager auf dem Campground in Staffin. Ein sehr freundlicher Campward und ein liebevoll gestaltetes Gelände erwarten uns hier.

Campingplatz Staffin

Campingplatz Staffin

Sogar ein eigener Zugang zum Strand existiert. Diesen probieren wir gleich aus, nehmen aber nicht den ganzen Weg runter bis zur Küste, das wäre doch ganz schön weit für einen kurzen Abendspaziergang. Auch hier waten wir wieder durch schlammige Wiesen. Es wird deutlich kälter und dennoch ist der Sonnenuntergang wunderschön.

Sonnenuntergang Staffin

Sonnenuntergang Staffin

Tag 8: Wandern im Quiraing und zum Old Man of Storr

Wolken. Heute gibt es mal Wolken. Fast schon freuen wir uns, denn dann können wir uns noch mal kurz im Bett umdrehen und müssen nicht gleich los.

Beim Frühstück probieren wir Caboc, ein auf der Insel Skye im 15 Jahrhundert entwickelter, mit Haferschrot ummantelter Käse.

Doch so richtig lange hält es uns nicht im Camper. Jetzt heißt es warm anziehen, Tee gekocht, Snack einpacken und ab ins Wandergebiet Quiraing. Wir parken an der Hauptstraße Richtung Flodigarry und wandern von hier aus auf die im Rother Wanderführer beschriebene Route. Das geht sehr gut. Es führt ein deutlich erkennbarer Weg an 3 kleinen Seen /Lochs vorbei. Als erstes erreichen wir Loch Langaig, wenige Schritte vom Parkplatz entfernt.

Wandergebiet Quiraing / Skye Schottland

Einstieg Wandergebiet Quiraing / Skye Schottland

Dann sind wir auf der Hauptroute, merkt man gleich, denn auf einmal treffen wir viel mehr Leute. Die Wanderung ist spektakulär und herausfordernd zugleich. Wieder geht es über Stock und Stein. Mehr Stein.

Wandergebiet Quiraing / Skye Schottland

Wandergebiet Quiraing / Skye Schottland

Absolute Trittsicherheit ist hier von Vorteil, denn an einigen Stellen geht es empfindlich rutschig seitlich bergab. Ich versuche mich einerseits mit meinen Schuhsohlen auf den doch hier und da rausstakenden spitzen Steinen festzuklammern. Wenn das nicht geht, dann wähle ich Variante Kamin gehen. Wie vor Jahren mal in der Kletterhalle gelernt, sich links und rechts jeweils gegen die Wände stemmen.

Wandergebiet Quiraing

Wandergebiet Quiraing

Dann staunen wir nicht schlecht. Hinter uns kommen zwei Radfahrer. Also Humor haben die ja hier. Da wo ich kaum vernünftig laufen kann, fahren andere Rad. Na bitte sehr.

Radfaher im Quiraing - Hallo?

Radfaher im Quiraing – Halloooo?

Die Aussicht ist übrigens spektakulär. Es klart ein wenig auf und immer wieder bleiben wir stehen um zum Meer zu schauen. Um die nächste Ecke gebogen und schon fegt uns ein sagenhafter Wind um die Ohren. Wenn nur der Weg nicht so schmal wäre …. dann müsste ich nicht fürchten, runter gepustet zu werden.

Wandergebiet Quiraing

Wandergebiet Quiraing

Dann erreichen wir die sogenannte Needle. Die Nadel. Eine Felsspitze. Sportlich geübte können nun den Hauptweg verlassen und direkt unterhalb dieser Nadel sich im Zickzack den Hang hochkraxeln. Ein Weg ist nicht zu erkennen, man muss sich irgendwie an der Grasnarbe hochhangeln. Marcus macht das natürlich – auf allen Vieren. Er verschwindet hinter der Needle. Dort könnte man noch weiterwandern zum sogenannten Table. Doch nachdem auch ich ein paar Meter diesen Kraxelhang probiert habe, deutet mir Marcus von oben, dass er wieder runterkommt. Sehr gut. Dann kann ich noch kurz, halb in Rückenlage am Berg klebend, die Aussicht genießen. Gleich flieg ich weg, so stürmt das.

Unterhalb der Needle / Quiraing / Skye Schottland

Unterhalb der Needle / Quiraing / Skye Schottland

Wir laufen dann zurück und unterhalb am Hauptkamm vorbei. Genau dort, wo die Runde sich in der Kurve zurück windet, gibt es einen kurzen Abstecher. Wir halten Picknick mit einem Wahnsinnsblick Richtung äußere Hebriden. Der Himmel ist jetzt wolkenlos, doch der Wind pustet nach wie vor ordentlich.

Quiraing Blick Richtung Äußere Hebriden

Quiraing Blick Richtung Äußere Hebriden

Tee, Banane, Kekse und dann geht es wieder runter Richtung Auto. Hochnotpeinlich möchte ich mich mal schnell hinter einem Stein verstecken und ich dachte auch, dass ich kaum zu sehen bin. Doch zuerst winkt mir Marcus fröhlich zu und dann ruft es auch noch Juhuuu von oben. Ach du Schande. Der Wanderweg scheint oben auf dem Hauptkamm so dicht am Abgrund vorbeizugehen, dass man direkt runterschauen kann. Peinlich Peinlich. Wochen später reicht es allemal für eine schöne Anekdote am Kaffeetisch.

Gut 4 Stunden haben wir uns hier vergnügt, dann fahren wir zum Kilt Rock. Kleiner Aussichtsparkplatz mit Blick auf eine 60 Meter hohe Basaltküste sowie einen wunderschönen Wasserfall, welcher bei dem Sturm heute einen schönen Regenbogen formt. Anstatt brav die Küste runterzutropfen peitscht die Gischt des Wasserfalls auf die Besucherterasse und die Autos. Super …. Jetzt ist gleich mal unsere Frontscheibe sauber.

Kilt Rock

Kilt Rock

Wir fahren wieder ein Stück weiter. The Old Men of Storr wartet noch auf uns. Eine weitere Felsnadel. Wieder wird eine Stunde steil bergauf veranschlagt, um den Fels ganz von Nahem zu sehen. Wir beschließen erst mal eine ordentliche Jause einzulegen und kochen auf dem Parkplatz Spaghetti mit Tomatensauce. Herrlich. Wieder beschließen wir, dass Camper fahren einfach die praktikabelste Lösung ist. Kaffee gibt es auch gleich noch.

Spaghetti kochen mit Aussicht

Spaghetti kochen mit Aussicht

Dann laufen wir straff nach oben und besichtigen die Felsnadel von allen Seiten. Auch hier gibt es eine dramatisch tolle Aussicht und noch mehr Wind. Er schubst mich nun quasi schon auf dem Trampelpfad hin und her. Doch für einen abendlichen Blick auf den Old Man of Storr macht man so einiges mit.

Old Man of Storr / Skye Schottland

Old Man of Storr / Skye Schottland

So um die 7 Grad, echt bibber, aber weiterhin bester Sonnenschein. Wir quatschen und fotografieren kurz zwei Fernwanderer.  Abwärts nehmen wir den längeren Weg durch die leider abgeholzte Fichtenschonung. Nicht schön.

abgeholzt

abgeholzt

Der Weg streckt sich, es wird empfindlich kalt. Umso mehr tun uns die Fernwanderer unten am Parkplatz leid, der Bus hat sie einfach stehenlassen. Kurzerhand nehmen wir sie im Camper mit, denn auch sie wollen zum gleichen Zeltplatz.

Streetfoto Richtung Portree

Streetfoto Richtung Portree

Wir finden einen Stellplatz in Portree Torveigh. Tomatenschnitte mit Zwiebel und Knoblauch und ich bin wieder einmal heilfroh, dass wir eine Heizung haben und nicht erst noch ein Zelt aufstellen müssen. Es ist echt kalt abends in Schottland.

Tag 9: Portree, Waternish, Älteste Bäckerei von Skye, Neistpoint

Blick zum Old Man of Storr

Blick zum Old Man of Storr

Die Insel Skye hält uns weiterhin gefangen. Nachdem wir noch einen Ausblick auf den Old Man of Storr genossen haben, fahren durch Portree. Kleiner Einkauf und Miniblick auf den Hafen.

Hafen Portree

Hafen Portree

Wir erreichen über die A850 die Halbinsel Waternish. Kurz vor Dunvegan führt eine einspurige Straße mit ausreichend Ausweichmöglichkeit zunächst nach Waternish und dann weiter zur Küste. Wir haben Blick auf die Steilküsten der Halbinsel Durinish. Bei Trumpan endet die Straße. Wir stellen unser Auto auf den kleinen Parkplatz und erkunden den mal wieder durch Zufall entdeckten wunderschön gelegenen Friedhof.

Friedhof Waternish

Friedhof Waternish

In der Ferne zeigen sich die Äußeren Hebriden. So eine gewisse Magie üben sie auf mich aus und irgendwann muss ich auch da noch mal hin. Dann kommt eine Fähre. Oder ist es ein Luxusliner? Jedenfalls riesengroß. Passt gar nicht so richtig in diese Idylle. Von hier aus könnte man noch 6 km zum Waternish Point laufen. Da uns der gestrige Tag noch ordentlich in den Knochen sitzt, verzichten wir. Zurück geht es auf der einspurigen Straße. Die Region ist wie so viele in den Highlands dünn besiedelt. Viele Häuser stehen zum Verkauf. Zurück in Dunvegan werfen wir einen verstohlenen Blick über die Meeresbucht zum Castle. Die älteste Bäckerei von Skye lockt uns heute jedoch mehr. Gleich vor Ort verspeisen wir Bäckeruntypisch jeder einen Burger mit Pommes. (….ähem …. Im Urlaub geht das mal …..) … Und zum Mitnehmen gibt es noch Karottenkuchen und Apfeltasche.

älteste Bäckerei von Skye

älteste Bäckerei von Skye

Wir wollen nun noch auf die Halbinsel Durinish. Die Fahrt zum Neistpoint mit dem Wohnmobil ist spannend. Die Straße wird immer schmaler, der Straßenrand oft eine rechte steile Kante. Doch die Mühe lohnt sich. Ein sagenhafter Punkt auf dieser Erde. Wenn es Lands End gibt, dann muss es hier sein. Ein kleiner Betonpfad führt hinunter zum verlassenen Leuchtturm. Spuren vergangener Zeiten sind sichtbar. Zerschlagene Fensterscheiben, Gasflaschen und ein völlig zerstörter Schuppen. Das rote Nebelhorn blickt verlassen und vielleicht noch einsatzbereit auf das Meer hinaus.

Leuchtturm Neist Point / Skye Schottland

Leuchtturm Neist Point / Skye Schottland

Weiter unten angeln Fischer. Wir erkunden alles und bleiben eine ganze Weile am Strand. Klettern über die Klippen, welche wie Stehlen leicht zu besteigen sind. Staunen über die Kreativität der Natur.

Am Neistpoint / Skye

Am Neistpoint / Skye

Fast schon sehen die Wasserbecken mit kleinen Algen aus wie viele kleine Aquarien. Schwer zu beschreiben.

Miniaquarien

Miniaquarien

Miniaquarien

Miniaquarien

Später steigen wir wieder hinauf und beobachten 2 Kletterer, welche sich an den extrem hohen Klippen zu schaffen machen. Noch weiter oberhalb vom Parkplatz hat man gut Aussicht sowohl auf das Meer, den Leuchtturm, die Hebriden.

Blick auf den Leuchtturm Neist Point / Skye Schottland

Blick auf den Leuchtturm Neist Point / Skye Schottland

Eine englische Touristin kommt zu uns und schreit verzückt: The most difficult lighthouse to get there! …..der am schwierigsten zu erreichende Leuchtturm, den sie je gesehen hat. Überfasziniert schreit sie noch mehr Dinge Richtung Meer. Herrlich, wie die Natur die Menschen verzaubert. Wir wollen diese Szenerie gern mitnehmen und schon hopst sie bei Marcus auf die Hand …..

Leuchtturm am Neistpoint

Leuchtturm am Neistpoint

Mit Ach und Krach bekommen wir noch einen Stellplatz auf dem Campingplatz in Dunvegan. Leider heute einen ohne Stromanschluss. Marcus bringt meinen Akku der Kamera zur Rezeption zum Laden. Erst später bekommen wir mit, dass der Platz so voll ist, da eine komplette französische Reisegruppe 10 Plätze belagert. Stört uns nicht. Mit unserem gekochten Gemüse und heißem Tee setzen wir uns draußen an die Picknickbank und genießen bei 8 Grad essen bei Sonnenuntergang. Wird kalt. Ziemlich kalt. Nix wie rein.

Tag 10: Fairy Pools Skye, wieder Skye Brigdge, Victoria Falls, Gairloch

Wolken. Ziemlich dichte Wolken. Also schööööön gemütlich. Das tut mal gut. Beim Frühstück beobachten wir amüsiert die Zeremonien der französischen Reisegruppe, welche letztendlich nach viel Küsschen und SchnackSchnack den Platz in Kolonne verlässt.

Fairy Pools Glenbrittle / Skye Schottland

Fairy Pools Glenbrittle / Skye Schottland

Auch wir starten. Heute wollen wir noch die Fairy Pools in der Nähe von Glenbrittle besichtigen. Dies ist ein Wasserfall in den Cuillins (die Bergkette südlich der Insel Skye), welcher immer wieder schöne und teilweise richtig tiefe Wasserbecken bildet. In diesen baden der Legende nach die Feen.

Fairy Pools / Skye

Fairy Pools / Skye

Dieses Naturschauspiel ist ein wahrer Besuchermagnet. Beschaulichkeit und Feen also leider weit gefehlt. Hier tummeln sich zum einen fotoverrückte Touristen mit Stativ. Waghalsig um die Wette nach der schönsten Aufnahme. Marcus mittendrin. Zum anderen der klassische Lonely Planet Reisende (Reiseführer, welche immer gute und vor allem coole Tipps auf Lager hat). Heute in Form von sagen wir Mittzwanzigern, in Bikini und Badeshorts.

Fairy Pools / Skye Schottland

Fairy Pools / Skye Schottland

In die Pools springend und auch sich mit Duschgel abschäumend. Im Fluss. Bei 9 Grad. Kann man drüber diskutieren, über das Duschgel, meine ich. Ich hingegen schlendere mit der üblichen Touristenmasse. Knipsend. Gut vorbereitet für einen Ausflug in die Cuillins mit Mütze und Handschuh. Rucksack, Notkekse und heißem Tee. Diesen trinken wir später, weiter oben des Bachlaufes. Dort wo wirklich nur die wanderfreudigsten Touristen hinschlendern. Meinen Bikini habe ich leider vergessen. Ich glaube mit Absicht.  Man könnte auch hier eine Runde gehen, doch wir entscheiden uns für den Weg am Bachlauf zurück. So springt für Marcus noch das eine oder andere Fotomotiv raus.

Fairy Pools / Glenbrittle / Skye Schottland

Fairy Pools / Glenbrittle / Skye Schottland

Wieder am Auto beschließen wir, nun die wunderschöne Insel Skye zu verlassen. Kurz nach der imposanten Skybridge ist ein Parkplatz. Hier machen wir erst mal Kaffee und Schnittchen. Wirklich praktisch so ein Camper.

Kaffeepause mit Aussicht

Kaffeepause mit Aussicht

Dann geht die Fahrt Richtung Norden. Ein bisschen mehr wollen wir noch von der Westküste sehen. In Kinlochewe ist der Zeltplatz tatsächlich voll. Pfingsten scheint auch hier die Einheimischen aus den Städten zu locken. Also fahren wir noch am schönen See Maree vorbei und machen kurz Stopp bei den Victoria Falls.

Victoria Falls

Victoria Falls

Auch hier hat man schöne alte Bäume gnadenlos abgeholzt. Das lässt die Gegend sehr gespenstisch und ach absolut denaturiert erscheinen. Der Blick auf den See samt Inseln zumindest ein kleiner Trost.

Blick auf Loch Maree

Victoria Falls / Blick auf Loch Maree

Zumindest das Ufer des Sees ist mit unglaublich viel Birkengrün gesäumt. Eine Wohltat für unsere durch die kargen Berge auf Skye fast schon verstaubten Augen. Im Ort Gairloch finden wir einen schönen ruhigen Zeltplatz. Hinter uns kleinere Hügel. Vor uns, zumindest in zweiter Reihe, das Meer. Kartoffeln mit Feta, Gurke und Tomate runden den Abend kulinarisch ab.

Campground Gairloch

Campground Gairloch

Tag 11: Gairloch, Poolewe, Gruinard Beach, Corrieshallochschlucht, Ullapol

Wir erkunden Gairloch. Der kleine Stadtstrand ist allemal einen Spaziergang wert. Gute Sicht heute Richtung Skye.

Beach Gairloch

Beach Gairloch

Zugang und Parkplatz dazu finden wir direkt am Golfclub. Hier besichtigen wir zunächst den nebendran gelegenen Friedhof. Unter den windschiefen Grabsteinen haben auffallend viele Mc Kenzies ihre letzte Ruhe gefunden. Die Weiterfahrt führt uns über Poolewe. Ein süßer kleiner Ort am Rande des Lochs Ewe.

Poolewe

Poolewe

Im weiteren Straßenverlauf folgen noch einige kleine Buchten. Bei Gruinard Beach legen wir nochmals eine kurze Pause ein. Zu schön um einfach vorbei zu rasen.

Gruinard Beach

Gruinard Beach

Dann machen wir uns auf den Weg Richtung Ullapol. Ein romantisches Flusstal lockt auf dem Weg dahin, die Fotografierlust bei Marcus. Uralte, teilweise morsche Bäume posieren am Ufer. Eine zerbrochene Brücke führt auf´s´ Weideland. Ob sie noch hält? Wir wollen es nicht ausprobieren. Viele Steine umspült von eiskaltem Wasser werden digital gebannt. Mir wird es fast schon zu lange. Gott sei Dank haben wir Bücher dabei. Irgendwann geht es weiter.

Irgendwo in den Highlands

Irgendwo in den Highlands

Doch bevor wir den berühmten Fährort Ullapol erreichen, besichtigen wir noch die sagenhafte eiszeitlich geformte Corrieshallochschlucht. Eine Hängebrücke führt hinüber und unter ihr durch stürzt sich ein tosender Wasserfall in die Tiefe.

Corrieshallochschlucht

Corrieshallochschlucht

Am frühen Abend erreichen wir Ullapol. Nun doch endlich typisch schottisch werden wir mit feinem Nieselregen empfangen. Das hält uns nicht davon ab, den Ort einmal abzulaufen. Ganz fürstlich dinieren wir am Fährhafen. Fish´ n Chips. Während wir auf unsere Bestellung warten, donnert wieder einer von diesen ultralauten und superschnellen Kampfchets über das Wasser. Wir stürzen raus, und schon ist er weg. Ich esse ein kleines Stück frittierten Fisch. Seit bestimmt gut 18 Jahren das erste Mal Fisch. Ging ganz gut. Besser als synthetische Nahrungsergänzungsmittel. Wir schlendern noch ein wenig durch die Gassen. Ziemlich verschlafen.

Fährhafen Ullapol

Fährhafen Ullapol

Im einzigen noch geöffneten Souvenirshop werden wir unser Taschengeld auch nicht so recht los. Praktisch ist die Touristinformation. Obwohl geschlossen, können wir gut 20 Minuten kostenlos ins W-lan-Netz. Das reicht zumindest, um weitere Karten in den offlinecache zu laden. Im hiesigen Tesco Supermarkt holen wir noch ein paar Kleinigkeiten. Marcus ist ganz mutig und versucht eine Dose InBru. Das GETRÄNK, gegen welches Coca Cola in Schottland einfach nicht ankommt. Ich habe auch mal genippt. Fazit. Ekelhaft. Flüssiger Kaugummi oder irgendwas aus dieser Kategorie. Da gefällt mir doch eine besondere Idee des Supermarktes viel besser. Gleich am Eingang befindet sich ein Regal mit Obstteilchen. Hier werden die Eltern aufgefordert, einfach ihren Kindern ein Teil davon zu geben und schon sollte sich der Einkauf entspannt gestalten. Fein. Das ist gesund und schützt den Supermarkt vor zu vielen vorzeitig aufgerissenen Bonbontüten. Zufrieden wandern wir zurück zu unserem Stellplatz, wieder mit Seeblick.

Campground Ullapol

Campground Ullapol

Tag 12: Stac Pollaidh, Clachtoll Beach

Dieser Tag war so ein Tag, an dem ich wirklich froh war, dass wir unnachgiebig weiter nördlich gefahren sind. Zunächst haben wir uns eine kleine aber feine Highlandwanderung vorgenommen. Wieder folgen wir der Empfehlung des Rother Wanderführers.

Stac Pollaidh / Highlands Schottland

Stac Pollaidh / Highlands Schottland

Hier am Stac Pollaidh ist eigentlich alles ganz logisch. Der Parkplatz liegt direkt am Einstieg zur Wanderung Große Schilder weisen darauf hin, dass man richtig ist und dann folgen wir dem stetig steigenden Weg einfach um das Massiv rundherum. Wer mag macht einen Abstecher fast bis zur Gipfelspitze.

Wanderung Stac Pollaidh

Wanderung Stac Pollaidh

Auch wenn der Tag schattig, wolkig und damit leicht sichtgetrübt ist, finden wir die Aussicht atemberaubend. Hunderte kleiner Seen umgeben das Bergmassiv.

Ausblick Stac Pollaidh / Highlands

Ausblick Stac Pollaidh / Highlands

Fairerweise muss ich erwähnen, dass an einigen wenigen Stellen Schwindelfreiheit sehr von Vorteil ist. Dennoch ist alles geh- und machbar.

Schwindelfrei? Stac Pollaidh

Schwindelfrei? Stac Pollaidh

Oben angekommen trinken wir unseren traditionellen Wandertee und verspeisen wie fast immer Banane und Kekse. Das tut gut und gibt uns länger noch ein Alibi, dieser Szenerie beizuwohnen. Ja, es war windig und ja, wir haben auch die ganze Zeit Regenkleidung an. Egal. Schottland – wir sind daaaaaaa!

Blick vom Stac Pollaidh

Blick vom Stac Pollaidh

Dann marschieren wir wieder runter. Trittsicherheit hilft.

Schwindelfrei II. - Stac Pollaidh

Schwindelfrei II. – Stac Pollaidh

Kaum sitzen wir im Auto, fängt es doch erheblich an zu regnen. Das stört im Moment jedoch gar nicht, unsere Fahrt bringt uns überraschenderweise nach Inverewe. Das Restaurant Piesbypost in der Hauptstraße können wir mehr als empfehlen. Eigentlich waren wir nur auf der Suche nach einem W-lan tauglichen Restaurant, dass wir auch noch so leckeres Essen finden, ist ein toller Bonus. Marcus traut sich an das sagenumwobene Haggis. Ein schottisches Nationalgericht. Schafsmagen gefüllt mit anderen Innereien. Es hat sehr gut geschmeckt. Ruhig probieren.

Haggis überbacken

Haggis überbacken

Eine andere mehr als zu empfehlende Spezialität dieses Restaurants sind diese Pies – also Kuchenteilchen. Das Restaurant ist diesbezüglich preisgekrönt. Zur Auswahl stehen herzhafte und süße Füllungen. Mit oder ohne Vanillesauce. Boaaaah! Bei soviel Camperessen der wahre Traum.

Apple Pie

Apple Pie

Die Teile sind in Schottland scheinbar so beliebt, dass sie sogar mit der Post verschickt werden. www.piesbypost.co.uk. Die Tische sind fast alle reserviert und während wir in herrlicher Ruhe am Vorabend speisen fallen Punkt 18 Uhr schick gekleidete Schotten zum Abendessen ein. Im Nu ist das Restaurant voll und alle sind eifrig am Schnattern und Bestellen.

Piesbypost

Piesbypost

Nach diesem kulinarischen Highlands-Highlight führt uns diese kleine Straße nun nach Clachtoll.

Straße nach Clachtoll

Straße nach Clachtoll

Doch bevor wir ankommen – geht unser Herz zum wiederholten Male für diese kleinen, weißen, supersüßen Lämmchen auf. Ganz Schottland war zu dieser Zeit voll davon.

So süüüüß!!!

So süüüüß!!!

Und dann kommen wir hier an. Gefühlt irgendwo im Nirgendwo geht auf einmal eine Kulisse auf, wie im Traum. Eine superschöne Bucht. Sehr wenig Touristen, auf dem Clachtoll Campground werden wir ganz freundlich empfangen.

Clachtoll Beach

Clachtoll Beach

Kaum den Stellplatz okkupiert stromern wir auch schon neugierig durchs Gelände.

Clachtoll

Clachtoll

Wir finden diese Schutzhütte. Innen befindet sich eine kleine Ausstellung. Die Tür ist offen. Einfach reinspazieren.

Schutzhütte Clachtoll

Schutzhütte Clachtoll

Und wir finden diese Bunkerähnliche „Kühltruhe“. Auch museumsähnlich ist innendrin erklärt, dass hier früher Fisch gelagert wurde.

Speicherhütte Fisch Clachtoll

Speicherhütte Fisch Clachtoll

Dieser Ort war wohl einer der schönsten auf der ganzen Reise. Ich vermute, man kann in der näheren Umgebung gut wandern – leider hatten wir nicht mehr ganz so viel Zeit und so erfreuten wir uns hauptsächlich an der Bucht. Traumhaft. Hinfahren!

Campground Clachtoll

Campground Clachtoll

Und während allmählich die Sonne untergeht und es still wird auf dem Campingplatz, stapft Marcus noch bis zur Landzunge ganz nach vorn. Ich verstecke mich mal hinter einer Ladung Waschmaschine. Naja – dir hier unter vier Augen kann ich es ja beichten, ich als Stadtkind habe mich echt nicht getraut, durch die Herde Highlandrinder mit ihm zu stapfen. Die sehen zwar ganz süß aus, haben aber echt lange spitze Hörner. Meine grenzenlose Phantasie sah diese Herde schon im Laufschritt auf uns zukommen. Weit gefehlt. Diese Tiere sind total friedvoll ….. na gut. Wäsche ist auch wichtig.

Clachtoll Beach

Clachtoll Beach

Tag 13: Clachtoll, Old Man of Stoer, Ardvreck Castle, Embo (Ostküste!!!)

Das Wetter sieht gut aus, also fix gefrühstückt, Camper klar gemacht und los. Machen wir uns mal nix vor. Mit Duschen, Frühstück machen, abwaschen, Wohn-Schlafzimmer und Küche kehren, Strom und Gas von den Quellen trennen – dauert diese Prozedur meist bis zu 2 Stunden. So richtig früh kommen wir also eigentlich nie los. Dennoch möchte ich diese Individualität beim Reisen durch nichts eintauschen. Die Straßen Richtung Stoer könnten nun nicht enger sein.

Von Clachtoll nach Stoer

Von Clachtoll nach Stoer

Wir fahren von Clachtoll nach Stoer. Der Weg ist zum Stoer Lighthouse ausgeschildert. Hier befindet sich ein kleiner Besucherparkplatz. Es startet die laut Rother Wanderführer blaue also gemäßigte Wanderung entlang der Steilküste. 3 Kilometer über teilweise matschige Wiesen.

3km bis Old Man of Stoer

3km bis Old Man of Stoer und Stoer Lighthouse im Hintergrund

Die Richtung ist zwar klar, der Weg als solcher jedoch nicht zu erkennen. Der Ausblick ist natürlich unvergleichlich. Atlantik so weit das Auge reicht. Aber es geht bergauf- und wieder ab. Und vor allem auf.

Wanderung zum Old Man of Stoer

Wanderung zum Old Man of Stoer

Mal sinkt man bis zu den Knöcheln ein, dann wieder müssen wir riesige Wasserpfützen überspringen. Schon anspruchsvoll und nach unserer gestrigen straffen Besteigung des Stac Pollaigh bimmeln doch ein klein wenig die Beinmuskeln. M-e-h-r – t-r-a-i-n-i-e-r-e-n wird mein Mantra über die nächsten Kilometer.

Erster Ausblick zum Old Man of Stoer

Erster Ausblick zum Old Man of Stoer

Die Belohnung ist toll. Nach 3 km erreichen wir den Old Man of Stoer. Eine Felsnadel, welche von der Brandung umtost im Meer steht.

The Old Man of Stoer - Felsnadel im Meer

The Old Man of Stoer – Felsnadel im Meer

The Old Man of Stoer - Felsnadel im Meer

The Old Man of Stoer – Felsnadel im Meer

Wir umwandern die ganze Landzunge, sehen zunächst die Äußeren Hebriden und auch das nördliche Festland. Bei starkem Wind beobachten wir die Möwen bei ihren geschickten Landemanövern in ihre Nester in den Klippen. Spannendes Spektakel, denn nicht immer klappt der Anflug beim ersten Versuch.

Blick Richtung Westen zu den Äußeren Hebriden

Blick Richtung Westen zu den Äußeren Hebriden

Dann erklimmen wir die kleine Anhöhe mit Vermessungspunkt. Und eigentlich würde es jetzt nur noch gerade aus 3 km zurück zum Leuchtturm gehen. Wir sehen ihn auch die ganze Zeit, aber diese moosig nasse Wiese kann uns glatt zum Wahnsinn treiben.

Wanderung zurück zum Lighthouse of Stoer

Wanderung zurück zum Lighthouse of Stoer

Unten angekommen sind wir geschafft, als wären wir 20 Kilometer gelaufen. Unglaublich, was hier so alles blaue Route meint.

Wir umfahren nun vollständig die kleine Halbinsel. Sagenhaft. Eine Menge Streetfotos. Am liebsten würde ich alles mit der Kamera festhalten.

Streetfoto - irgendwo im Nirgendwo in den Highlands

Streetfoto – irgendwo im Nirgendwo in den Highlands

Viele Kilometer oder hier sind es ja Meilen, Single Track Road mit Ausweichstellen. Mehrmals bin ich mir ziemlich sicher, dass wir natürlich links auf meiner Beifahrerseite den Abhang runterfahren. Irgendwas zwischen Angstgriff und Gemecker. Da hilft auch keine Yogaatmung mehr. Rangiermanöver, um dem Gegenverkehr geschickt auszuweichen. Die Ortskundigen Autofahrer sind zwar sehr freundlich, jedoch nicht zimperlich, wenn es um Tempo in diesem engen Gekurve geht.

Aussichtspunkt Dumbeg

Aussichtspunkt Dumbeg

In den Highlands

In den Highlands

Zwischendurch immer wieder atemberaubend Ausblicke in die nördlichen Highlands. Alles geht mal vorbei uns so kommen wir irgendwann auch wieder auf eine normale Straße. Wir entscheiden uns nun, den Rückweg gen Süden anzutreten. Spaghettistopp am Ardvreck Castle. Während Marcus diese altbackene Ruine versucht fotogen erscheinen zu lassen, koche ich. Danach stromern wir noch ein wenig in der Umgebung umher. Ich steige ein paar Meter auf dem Fahrweg den Hügel hinauf und schaue einer kleinen Heerde Hirsche beim Abendmahl zu.

Ardvreck Castle

Ardvreck Castle und unser Reisemobil

Irre. Sie schauen zu mir, befinden mich aber für ungefährlich. Ich setze mich auf den gegenüberliegenden Hügel und beobachte sie eine ganze Weile. Jetzt wünsche ich mir ein leistungsstarkes Teleobjektiv.

Schnitt. Nun einmal von ganz westlich nach ganz östlich finden wir dann einen Zeltplatz in Embo in der Nähe von Dornoch. Es stürmt. 8 Grad. So kalt war es die ganze Zeit noch nicht. Ein riesiger Holidayparkgelände nur Urlauber sehen wir nicht. Wir stehen fast alleine auf der Wiese. Die Wohnwagen um uns herum sind gerade nicht bewohnt. Das Meer ist auch schon wieder weg. Leicht ernüchtert schlafen wir windumtost dennoch unglaublich gut.

Campingplatz Embo

Campingplatz Embo

Tag 14: Dornoch, Bohrtürme Invergordon, Loch Ness, Glen Affric, Glenfinnan Viadukt, Roybridge

Aufwachen bei leichtem Nieselregen. Gefühlt sind wir fast allein auf dem riesigen Holidayparkgelände. stürmige Nordsee, Fahrt von Embo zurück nach Dornoch. Kleine Stadtbesichtigung Kathedrale und Burg.

Golfereldorado Dornoch

Golfereldorado Dornoch

Buchladen. Schon im Schaufenster viel Platz für Golferlektüre und auch im kleinen Geschäft ein ganzes Regal. Hier in Dornoch sowie nördlich davon befindet sich also so etwas wie ein Golfereldorado. Fahrt über eine 2 km lange Brücke über den Meeresarm des Firth of Dornoch. Auffallend das frische Grün der Bäume, blühende Rapsfelder und richtig dunkle Erde. Kurze Durchfahrt durch das hübsche Städtchen Tain, dann Fahrt entlang des Meeresarmes Cromarty Firth. Wir  trauen unseren Augen kaum. Auf einmal bauen sich vor unseren Augen riesengroße Bohrtinseln auf.

Bohrinseln

Bohrinseln

Die Idylle der Highlands endet nun abrupt. Zusammen mit der Distillery produzieren diese Bohrtürme einen interessanten Geruch in Invergordon. Die Straße A9 quert nun den Cromarty Firth und wir fahren ein Stück auf Black Island. Eine Halbinsel, welche ganzjährig wunderbar milde Temperaturen, kaum Frost und am wenigsten Niederschlag aufweisen soll. Komisch. Jetzt wo wir gerade hier entlang fahren, regnet es in Strömen.

Kleiner Verkehrsflash in Inverness. Eine Menge Kreis- und vor allem Verkehr. Sind wir gar nicht mehr gewöhnt, nach dem sehr ruhigen Nordwesten. Zeit haben wir eigentlich keine mehr, dennoch gönnen wir uns den Abstecher zum Loch Ness. Garantiert werden wir das sagenumwobene Ungeheuer entdecken. Entlang am 40 km langen See ist das einzige ungeheuerliche was wir vorfinden, der Hype, welcher hier um Nessie gemacht wird. Egal ob Hotel, Restaurant oder Besucherzentrum. Alles ist nach dem saurierähnlichen Ungetüm benannt. Sogar Nessiemitbringel werden separiert beworben.

Loch Ness

Loch Ness

Da fahren wir doch lieber nochmal paar Kilometer weiter ins beschauliche und vor allem ruhige Glen Affric. Wir parken am Parkplatz der Dogfalls. Selten aber hier ist ein kleiner Rundweg von einer Stunde ausergewöhnlich gut ausgeschildert.

Wanderweg Dog Falls / Glen Affric

Wanderweg Dog Falls / Glen Affric

Das Moos duftet unglaublich und wir hören einige unbekannte Vögel so richtig schön trällern. Viele Bäume werden von Flechten ummantelt, sodaß dieser ganze Wald fast schon märchenhaft wirkt.

Glen Affric

Glen Affric

Glen Affric

Glen Affric

Glen Affric

Glen Affric

Glen Affric

Glen Affric

Unsere letzte Station für heute ist der Glenfinnan Viadukt. Bekannt aus den Harry Potter Filmen, dampft zwar grad kein Sonderzug über die Brücke, dafür sind wir am Aussichtspunkt über dem Visitorcenter zu später Stunde fast alleine. Wolken ziehen ins Tal und der Regen sprüht uns kühle Frische ins Gesicht.

Glenfinnan Viadukt

Glenfinnan Viadukt

Es geht auf 20 Uhr zu, Zeit wird es nun ein Nachtlager zu finden. In Roybridge an der A86 finden wir den etwas versteckt liegenden Bunroy Park (www.bunroy.co.uk). Die Schotterplätze wo die Camper stehen dürfen, sind liebevoll mit Blumentöpfen umrahmt und die Duschen, die besten, welche wir in den letzten 2 Wochen erlebt haben. Vernünftig warm, so lange man will duschen und auch individuelle Wärmeregelung.

Bunroy

Campingplatz Bunroy Park

Tag 15: Bunroy Park, Cairngorm Nationalpark, Aberfeldy, Doune Castle, wieder Fifth of Forth Bridge

Schon um 4.oo geht ein total tolles Vogelkonzert los. Man, die stehen aber zeitig auf. Es stört uns jedoch nicht beim Weiterschlafen. Immer wieder trommelt Regen auf´s´ Dach und irgendwann kitzeln uns tatsächlich auch einige Sonnenstrahlen auf der Nase. Wie in einer schönen Geschichte.

Nach einem gemütlichen Frühstück, bei welchem wir so allmählich die Reste vernichten, verlassen wir den tollen Bunroy Park und fahren Richtung Edinburgh los.

Fahrt aus dem Bunroy Park

Fahrt aus dem Bunroy Park

Wir streifen westlich den Cairngorm Nationalpark. Ein weiteres riesiges Areal, wo man sich mit wandern, radfahren und paddeln austoben kann. Vielleicht dann beim nächsten Mal. Dieses Mal haben wir nur für ein paar schöne Fotomomente Zeit. Auf ein paar Gipfeln liegt sogar immer noch Schnee.

Fotostopp Cairngorm Nationalpark

Fotostopp Cairngorm Nationalpark

Für schnelles Vorankommen fahren wir auf der A9, die beste Nord-Südverbindung, welche teilweise vierspurig ist. Wir kommen so gut voran, dass wir doch beschließen, die kurvenreichere und landschaftlich weitaus schönere Touristenroute Richtung Stierling zu fahren.

Touristenroute Richtung Stierling

Touristenroute Richtung Stierling

In Aberfeldy am Fluss Tayl machen wir einen kleinen Stadtbummel. Kurzer Blick in die Destillery, auf das Black Watch Memorial sowie eine wunderschöne Steinbrücke.

Aberfeldy

Aberfeldy

Dann geht es vorbei am Golfplatz noch zum Kaffeetrinken in den kleinen viktorianischen Ort. Scheinbar findet gerade so etwas wie ein Strohpuppenwettbewerb statt. In vielen Schaufenstern stehen phantasievolle Puppen mit Nummer versehen. Unser Favorit stand direkt auf dem Markt.

Strohpuppenwettbewerb Aberfeldy

Strohpuppenwettbewerb Aberfeldy

Marktplatz Aberfeldy

Marktplatz Aberfeldy

Weiterfahrt zum Doune-Castle. Dieses diente Monty Python als Filmkulisse. Der Touristenrummel ist dementsprechend. Ein ganz braver Tourist klappert mit zwei Kokosnussschalen hinter dem kilttragenden und ebenfalls klappernden Besucherführer hinterher. Für mich sieht es irgendwie reichlich albern aus, für Filmkenner scheint es ein Highlight zu sein.

Doune Castle

Doune Castle

Einmal rundherum gelaufen und weiter geht die Fahrt zum heutigen und damit letzten Schlafplatz. Der Campingplatz nördlich von Edinburgh. Gar nicht so leicht, dahinzukommen, denn Freitag Abend staut sich alles vor und auf der Brücke noch North Queensferry. Bei der Gelegenheit kommen wir nochmals an der Wahnsinnskonstruktion von Brücke vorbei, welche den Fifth of Forth überspannt.

Fifth of Forth Bridge - Klappe die Zweite.

Fifth of Forth Bridge – Klappe die Zweite.

Hier begann unsere Reise, doch es langweilt uns keineswegs, das Bauwerk noch bei anderem Licht zu begutachten.

An der Rezeption des Campingplatzes wollen Sie uns erst erzählen, dass sie voll sind. Dann haben sie doch noch eine Stellfläche und mit reichlich Erklärung zu idealerweisen Vorbuchung sowie Clubmitgliedschaft, dürfen wir unseren Schotterplatz mit Strom zu 34,50 Pfund beziehen. Hut ab. Das ist mit Abstand das teuerste, was wir hier in Schottland hatten.

Campingplatz Edinburgh

Campingplatz Edinburgh

Dafür haben wir die Neubauten im Blick, einen doch geräuschintensiven Sportplatz nebendran und das Beste, wir wohnen diese Nacht direkt in der Einflugschneise des Flughafens. Es ist mir ein Rätsel, warum hier laut Rezeption bis September alles ausgebucht ist. Einzige Erklärung ist wahrscheinlich die Konkurrenzlosigkeit auf weiter Flur. Wehmütig spazieren wir noch einmal zum Strand. Ein sehnsüchtiger Blick zur Cramond Island (Insel). Erinnerungen an den Beginn der Reise.

Cramond Island in der Ferne

Cramond Island in der Ferne

Alles hat ein Ende und so müssen wir nun noch den Camper reinigen und packen, denn morgen geht es zeitig raus.

Tag 16: Edinburgh in 4 Stunden

Wir sind zeitig raus. Nun heißt es den Camper endgültig abgabefertig machen. Alles nochmals auf Hochglanz polieren und ihn dann am Flughafen gegen einen PKW eintauschen. Wir erhalten dieses Mal einen Opel.

Umstieg auf einen PKW

Umstieg auf einen PKW

Einen ganzen Tag haben wir noch Zeit also auf nach Edingburgh. Immer wieder suchen wir nach solch einer schönen Reise in die Natur am Ende die Stadt auf, von wo aus unser Flieger geht. Und immer wieder stellen wir fest, das dieser Trubel eigentlich nichts für uns ist. Aber mal der Reihe nach.

Wir kommen in Edinburgh an und stellen fest, dass die Parkgebühr pro Tag fast teuerer wird, als das Auto. Da streike ich entschieden. Geht ja gar nicht. 4-5 Pfund pro Stunde rufen die Automaten auf. Das muss anders gehen und so ergoogle ich einen kostenfreien Parkplatz. (www.parkopedia.de) Dieser liegt zwar auf der anderen Seite der Innenstadt aber mit ach und krach kann ich Marcus überzeugen. Ich bin halt ein Sparfuchs. Nach 20 Minuten Fahrt erreichen wir den Blenheim Place und finden in der Tat einen kostenfreien Parkplatz. Ich bin glücklich.

Wir laufen die angesagte Prachtmeile, die Princess Street entlang und nur nach wenigen Minuten stehen wir ander Waverly Station. Der am zweitmeisten frequentierte und damit sehr bekannte Bahnhof in Schottland. Im Hintergrund thront das Balmoral Hotel. Einst diente es als Bahnhofshotel doch heute ist es eines der luxuriösesten Hotels der Stadt.

Bahnhof Waverly Station

Bahnhof Waverly Station

Auf der Waverly Bridge stehend sehen wir also zum einen den Eingang in diesen Bahnhof. Halbe Drehung um die eigene Körperachse und wir sehen neben – Hilfeeeeeeee – gefühlten Millionen Touristen auch noch das Scott Monument. Ich will zurück an die Westküste gucke mir aber brav dieses wirklich kollosal schicke, dem Schriftsteller Sir Walter Scott gewidmetete, Monument an.

Scott Monument

Scott Monument

Es schließen sich die Princess Street Gardens an. Eine Grünanlage, welche sich zum einen unterhalb entlang der Princess Street und zum anderen parallel zu den Bahngleisen entlangzieht. Früher befand sich an diese Stelle ein See, doch weil er aufgrund der darin entleerten Fäkalien ziemlich übel roch, entschloss man sich dann doch irgendwann, diesen See trockenzulegen.

Princess Street Garden

Princess Street Gardens

Wir schlendern hinein und rüber zur Princess Street blickend entdecken wir das Tradtionskaufhaus Jenners. Seit 1834 geht man hier, hinter victorianischer Fassage einkaufen.

Traditionskaufhaus Jenners

Traditionskaufhaus Jenners

Weiter in den Princess Street Gardens halten wir es den vielen Edinburghern oder auch Touristen gleich, wir setzen uns auf eine Bank und picknicken mit Blick auf das über der Stadt thronende Edinburgh Castle. Wie gewohnt, haben wir unseren Tee dabei.

Blick zum Edinburgh Castle

Blick zum Edinburgh Castle (ganz klein rechts oben im Bild)

Am Ende dieser Grünanlage blicken wir nochmals zurück auf das Scott Monument und steuern so allmählich zum Castle hin.

Blick zurück in die Princess Gardens sowie auf das Scott Monument

Blick zurück in die Princess Gardens sowie auf das Scott Monument

Wir erreichen das Castle – jetzt sind es gefühlt 2 Millionen Touristen. Noch mehr. Eigentlich nicht schön. Für uns nicht schön – aber ich glaube, wir bilden diesbezüglich eine Ausnahme. Zunächst erfreuen wir uns jedoch an dem Ausbblick nach unten auf die Stadt.

Blick auf die Stadt

Blick auf die Stadt

Dann haben wir echtes Glück, eine Wachablösung, welche hier in Großbritanien immer sehr zeremoniell vollzogen wird, beginnt. Wenige Minuten dauert das Spektakel und dann stehen die neuen Wachleute wieder regungslos. Die Armen, die haben bestimmt Verspannungen. Und lachen ist auch verboten.

Wachmann am Castle

Wachmann am Castle

Ohne Ende Touristen strömen in das historische Gebäude hinein. Auch drinnen an den Kassen bilden sich lange Schlangen. Wir entscheiden uns gegen den Eintritt in das Gebäude, doch wenn du gern hineinmöchtest und diese Warterei umgehen möchtest, lohnt sich das Vorbuchen der Tickets im Internet.

Eingang zum Castle

Eingang zum Castle

Wir schlendern zurück zur Altstadt und beobachten, wie man den Schottlandhunger der Touristen bedient. Ein Dudelsackspieler gibt sein allerbestes. Cooler Rock, äh Kilt, wollte ich schreiben.  Es regnet und es ist windig. Bisschen ungemütlich. Es sieht auch ziemlich anstrengend aus, was er da macht. Fazit. Er tut mir leid und ich werfe Geld in seine Box. Dann muss ich weg. Dieses Gedudel ist auch ein bisschen nervaufreibend, ich verstehe, dass es so sein muss, diente es doch früher als Militärmusik zum Anheizen der Soldaten.

Dudelsackspieler

Dudelsackspieler

Nun schlendern wir im Nieselregen zur St. Giles Kathedrale. Sehr schick.

St. Giles Kathedrale

St. Giles Kathedrale

Wir schlendern weiter durch die Straße South Brigde und Holyrood Road Richtung Holyrood Palace. Wir sammeln ein paar Impressionen.

Edinburgh

Edinburgh

Edinburgh

Edinburgh

Edinburgh

Edinburgh

Irgendwann kommen wir am Hollyrood Palace an. Seit 1920 ist dieser Palast Sitz der schottischen Monarchen. Mindestens einmal jährlich ist auch die Queen Elisabeth II vor Ort.

Holyrood Palace

Holyrood Palace

Wir steigen in nördlicher Richtung den Hügel hinauf, durchqueren den für diese Reise nun wohl letzten Friedhof. Den Calton Hill Burial Ground. Hier ruhen einige schottische Berühmtheiten. Zum Beispiel der Philosoph David Hume. Eines seiner Zitate:

„Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet!“

In diesem Sinne betrachten wir uns innerlich verabschiedend die Umgebung. Holyrood Palast und vor allem den von uns ungestreiften Arthurs Seat, der Aufstieg hätte mich gelockt, dennoch war hierfür die Zeit doch zu knapp.

Friedhof Edinburgh

Friedhof Edinburgh

Wir nähern uns nun so langsam wieder unserem Auto und streifen noch das Burns Monument. Robert Burns ist ein sehr geehrter schottischer Dichter.

Burns Monument

Burns Monument

Die letzte Nacht verbringen wir im Mercure Hotel in Livingston. Das Hotel können wir empfehlen. In der Nähe befindet sich ein mehr als gutsortierter Supermarkt sowie ein Outlet Center. Am nächsten Morgen geht es nun unweigerlich gen Heimat. Auch wenn wir nicht wollen, so schluckt uns die British Airways Maschine und trägt uns heim.

BA

BA

Schottland wir kommen wieder.

Bye Bye Schottland –  wir kommen wieder.

Ein toller Urlaub geht zu Ende. Wieder haben wir ein Fleckchen Erde kennengelernt, wo es sich gut entspannen, wandern und auch historisch tauchen lässt. Schottland können wir empfehlen.

Warst du schon einmal in Schottland und was hat dir am besten gefallen? Schreib uns gern eine mail oder einen Kommentar ins Kommentarfeld.