La Palma 2016

IMG_7533Tag 1: Die heiß ersehnte Anreise nach La Palma und warum unser Puls beim Landeanflug ziemlich hoch ging

Ganz zeitig starten wir mit dem Regio von Potsdam nach Berlin und erreichen dann mit dem Bus den immer noch aktiven Flughafen Tegel. Air Berlin bringt uns zunächst nach Düsseldorf und später nach La Palma. Alles klappt soweit gut, bis auf den Landeanflug. Es herrscht Nebel um La Palma. Es scheint auch stark zu regnen. Jedenfalls sehen wir nicht wirklich viel. Unverkennbar geht der Flieger jedoch immer tiefer, gleich sollten wir da sein. Juuuuuuuuuiiiiiiiii. Brummt der Motor und auf geht es wieder in die Luft.

Wir – sind – durchgestartet!!!

Ein Raunen geht durch die Reihen, die Frau hinter uns wimmert. Wir fliegen eine Kurve und tappen im Dunkeln. Es dauert ein paar Minuten, bis man uns über die Bordsprechanlage mitteilt, dass wir uns nun in die Warteschlange eingereiht haben. Wir sehen nur Wolken, spüren aber, dass wir im Kreis fliegen. Aja. Umrunden wir La Palma? Oder kreisen wir über dem Meer? Keine Ahnung. Irgendwann jedenfalls erfolgt dann doch der Landeanflug. Wir sehen den Regen, das Land, erste Bananenfelder …. und rollen bremsend über die Landebahn. Die Menge applaudiert. Lange nicht mehr geklatscht im Flieger. Alle sichtlich froh, doch gut gelandet zu sein.

Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir aus dem Flieger dürfen. Es regnet nach wie vor und so meint man uns 50 Meter mit dem Bus fahren zu müssen. Alle die vorhin beim Durchstarten geraunt haben, lachen nun. Eine Zweckgemeinschaft entsteht. Wir traben zu den Förderbändern und drängeln dann nach unseren Koffern. Heute habe ich meinen schwarzen Koffer mal mit einer angeknoteten Plastiktüte markiert. Sehr schlau, viele haben schwarze Koffer. Da kommt sie auch schon angerollt, die  angeknotete Plastiktüte.  Wie immer bin ich sehr erleichtert, dass mein Gepäck angekommen ist. (immer wieder nehme ich mir vor, Notwäsche oder so etwas ins Handgepäck zu nehmen, immer wieder vergesse ich es. Bis jetzt ging immer alles gut.)

Nun müssen wir den Counter finden, an dem die Person steht, welche uns die Schlüssel für das Mietauto aushändigt. Alles ist gut beschrieben in den Unterlagen. In den Tiefen des Parkhauses teilen sich die kleineren Anbieter einen simplen Tresen. Wir bekommen das Auto, bezahlen noch 50 Euro für die All-inklusive Versicherung. Eine Quittung gibt es darüber nicht. Magic. Das recht zerschrammte Auto wird ohne Kofferraumabdeckung ausgehändigt. Wir sind kurz verwundert, verstehen aber gleich, dass das als Diebstahlprävention wohl sinnvoll ist. Wir wollen nun noch die Schrammen am Auto dokumentieren, dadurch fühlt sich die Vermieterin persönlich angegriffen. Ein kleines Wortgefecht, alles in allem nich so herzlich der Empfang. Aber eigentlich auch egal. Wir haben das Auto, es fährt und nun los. Ins Büro, dort erwartet uns die Tochter der Autovermieterin und bringt uns zum Haus. Alles klappt nun super. Wir sind da. Kleiner Einkauf, kleines Abendbrot und dann fallen wir müde in die Betten.

Tag 2: erste Erkundundungen, Mirador de la Cancelita, Mirador el Time

Wolkenverhangen begrüßt uns dieser erste richtige Tag auf La Palma. Um ein wenig zu aklimatisieren stellen wir erste Erkundungen in der näheren Umgebung an. Zuerst besuchen wir den Mirador de la Cancelita. Einen Aussichtspunkt. Irgendwo endet die Fahrstraße, wir stellen das Auto an einem sehr kleinen, nicht beschilderten Parkplatz ab und gehen die letzten paar Meter. Was uns gleich auffällt sind die vielen oberirdisch verlaufenden Wasserleitungen. Und genau die sind der Grund, warum man das Trinkwasser auf La Palma zwar rein theoretisch aus der Leitung trinken könnte. Praktisch jedoch immer mit Keimbelastung rechnen muss, da diese Leitungen natürlich der prallen Sonne ausgeliefert sind. Damit bieten sie einen hervorragenden Nährboden. Also lieber Flaschenwasser kaufen.

oberirdisch verlaufende Wasserleitungen

oberirdisch verlaufende Wasserleitungen

Jeder baut hier scheinbar seine eigene Leitung. Dann erreichen wir den Ausblick. Von hier aus haben wir den ersten sagenhaften Blick zu den Gipfeln der Caldera de Taburiente. DER Vulkankrater um den sich auf der Insel fast alles dreht.

Mirador del Cancelita

Mirador del Cancelita

Längst erloschen bietet dieser spektakuläre ehemalige Vulkan nun Flora und Fauna reichlich Platz, sich zu entfalten. Wolken umhüllen sanft den Calderarand. Wir gehen ein paar Meter zurück. Hier gibt es einen kleinen schmalen Pfad bergauf. Wenige Meter nur sind es bis zu so etwas wie einer natürlichen Aussichtsplattform. Es hat wohl ordentlich geregnet, die Erde klebt wie Knete an unseren Schuhen.

es klebt

es klebt

Ein schöner Blick zur Orientierung über Los Llanos und den Küstenbereich tut sich auf.

Blick über die Küste bei Los Llanos und Tazacorte

Blick über die Küste bei Los Llanos und Tazacorte

Unsere zweite Station ist der Mirador del Time (594m).

Mirador del Time

Mirador del Time

Dieser Aussichtspunkt befindet sich auf der anderen Seite des Barranco de las Angustias. Steil windet sich die Straße in teilweise engen Kurven hinauf. Uns fallen die unglaublich vielen Bananenfelder auf. Das Mietauto schnieft und jault, wir müssen erst mal ein Gefühl für die Straßenlage bekommen. Hier am Mirador del Time beginnt der Nordwesten der Insel, ein schöner Kiosk lädt zur Rast mit Ausblick auf Meer und Los Llanos. Für uns gibt es einen kleinen Snack. Ziegenkäse mit Tomate, Olivenöl und Knoblauchbrot. Kaffee.

erste palmesische Einkehr

erste palmesische Einkehr

Wir finden es heute sehr spannend, die vom Meer heranziehenden Regenschauer zu beobachten.

Blick vom Mirador del Time

Blick vom Mirador del Time

Doch dann wirds laut. Eine Wandergruppe kommt ins Lokal und wir müssen ein wenig schmunzeln. Der Reiseführer fordert die Wandersleute mit einem Augenzwinkern auf, hier doch bitte keinen Cappuccino oder Milchkaffee zu bestellen. Hier heißt dieses Getränk: “Café con Leche” (Kaffee mit Milch). Das Getrampel und Gerammel der gut 20 Leute ist für uns sicheres Abflugzeichen.

Die inselumrundende Straße LP-1 führt uns weiter nördlich, ins wenige Kilometer entfernte Örtchen Tijarafe. Dort scheint wieder die Sonne und so besichtigen wir  zunächst den direkt an der Straße liegenden kleinen Poetengarten.

Poetengarten Tijarafe

Poetengarten Tijarafe

Wenige Stufen hoch und wir stehen an der Kirche. Von hier aus spazieren wir durch kleine historische Gassen.

in Tijarafe

in Tijarafe

Auffällig sind die inneliegenden Fensterläden. Ein Reliquit kattelanicher Bauweise. Ein paar abgemagerte aber dennoch süße Katzen lungern auf der Straße rum. Teilweise ist es ganz schön steil hir. Sonst sieht man kaum einen. Paar Minuten, dann sind wir auch hier schon wieder durch. Wir sind halt Schnellgucker.

in Tijarafe

in Tijarafe

Die letzte Station für heute ist der Hafen und Hafenort Puerto Tazacorte. Dazu geht es die schöne Serpentinenstraße paar Hundert Höhenmeter wieder runter. Mächtige Felswände begrenzen die Straße. Wir staunen.

Streetfoto auf der Straße nach Puerto Tazacorte

Streetfoto auf der Straße nach Puerto Tazacorte

Streetfoto. Die Wasserleitung verläuft über die Straße.

Streetfoto. Die Wasserleitung verläuft über die Straße.

Wir stehen am Meer. Marcus ist fasziniert von der für diesen kleinen Ort überdimensional großen neuen Hafenmauer. Fotosession.

Hafenmauer Puerto Tazacorte

Hafenmauer Puerto Tazacorte

Wir spazieren ein wenig auf der Mauer entlang und sehen endlich den ersten schwarzen Strand, Wasser, Wind und Wellen. Ich atme tief ein ….. und wieder aus. Urlaub ist schön.

Spaziergang auf der Hafenmauer

Spaziergang auf der Hafenmauer

Dann spazieren wir unter der Mauer oder vielmehr unter den Stützpfeilern durch. Überwältigend. Durch die Fugen hören wir das Meer rauschen. Sehen können wir es hier nicht mehr.

Hafenmauer Puerto Tazacorte

Hafenmauer Puerto Tazacorte

Auf dem Rückweg halten wir nochmals um über das Meer von Bananenstauden einen letzten Blick für heute auf die Hafenmauer zu werfen.

Bananenstauden und die Hafenmauer Puerto Tazacorte

Bananenstauden und die Hafenmauer Puerto Tazacorte

Auf Nebenstraßen fahren wir wieder hinauf in unseren Ort Los Llanos di Aridane und lassen den Tag gemütlich im Häuslein ausklingen. Ein wunderschöner Regenbogen spannt sich weit und vollständig am Himmel.

Regenbogen hinter unserem Haus

Regenbogen hinter unserem Haus

Den krönenden Abschluß bildet der die Sonne, welche in einem spektakulären Wolken- und Farbspiel im Meer versinkt. Von unserem Haus aus könen wir das alles super sehen. Das kurze Umschauen an diesem ersten Tag lässt erahnen, welchem Naturschauspiel wir in den nächsten Tagen beiwohnen werden.

Sonnenuntergang über Los Llanos

Sonnenuntergang über Los Llanos

Tag 3: Frühstück mit Blick auf´s Meer, der vulkanische Süden, die einzige Saline der Insel

Wir haben ein echt tolles Haus. Wir frühstücken mit Blick auf´s Meer. Doch auch heute werden wir schon bald mit einem Regenschauer begrüßt. Stört nicht weiter, bald schon ist er vorbei und wir können starten.

Zunächst besuchen wir die Markthalle in Los Llanos. Sie verbirgt sich unscheinbar in einem gelben Gebäude. Der Eingang ist von zwei grandiosen Bäumen gesäumt. Plaza Mercado steht über dem Eingang.

Markthalle Los Llanos

Markthalle Los Llanos

Gehen wir also mal rein. Die Markthalle ist gut überschaubar. Ein paar Stände sind schon geschlossen. Doch ein sehr freundlicher Händler hat Geduld mit uns stotternden Touristen. Ein paar wenige Brocken Spanisch sind noch hängengeblieben und so kaufen wir Guayaba, Namé und Avocado.

Guayaba

Guayaba

Kurvenreich windet sich dann die alte Straße als LP-1 an den teilweise verbrannten Südhängen der Cumbre Nueva entlang. Wir fahren also nun Richtung Süden. Der erste Stopp ist der Mirador de Las Indias. Wir haben Blick auf das weite Meer und hinter uns auf verbrannten Wald und Hang.

Blick auf die Atlantikküste

Blick auf die Atlantikküste

MIrador de Las Indias

MIrador de Las Indias

Der nächste Stopp ist mitten im schwarzen Lavafeld. Wir lieben es. Schon in Island hat uns dieses schwarze Gestein fasziniert.

Lavafeld

Lavafeld

Unterschied hier auf La Palma ist, dass wir im T-shirt rumspazieren können. Es ist ultrawarm und die Vegetation damit natürlich wesentlich schneller.

Spaziergang im Lavafeld

Spaziergang im Lavafeld

Bananenfelder, Küste, Lava - Süden La Palma

Bananenfelder, Küste, Lava – Süden La Palma

Die Straße windet sich ein paar Kilometer weiter durch die schwarze Mondlandschaft, als wir ein Schild entdecken. Ein Hinweisschild führt zum Playa Nueva. Also der neue Strand. Logisch, dass wir da gleich mal hingehen.

Playa Nueva

Playa Nueva

Eine Treppe mit Geländer führt hinunter. Erst laufen wir auf grobem Gestein, später wird der Sand ganz fein. Wir streifen am Wasser entlang, es ist ziemlich heiß. Einige mutige Touristen braten im Bikini in der Sonne. Schwarze, schön rundgeschliffen Steine werden von den Wellen bewegt. Und schwupp, schon landet gleich mal einer in der Tasche. Ein fantastischer Ort.

Playa Nueva

Playa Nueva

feiner Sand und Lavagestein ganz nah beeinander

feiner Sand und Lavagestein ganz nah beeinander

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Vulkankegel im Hintergrund

Vulkankegel im Hintergrund

Baden ist hier schwierig. Die Wellen sind doch erheblich. Keine Stunde halten wir es hier aus. Die Sonne brennt erbarmungslos und so fahren wir noch weiter südlich. Ganz an den Zipfel der Insel. Hier befindet sich neben einem alten und einem neuen Leuchturm die Saline von Fuencaliente. Dem Salz sagt man nach, dass es noch ziemlich rein ist, da sehr wenig Schiffsverkehr um La Palma herrscht und damit die Verschmutzung des Wassers nicht so extrem zu sein scheint. Untersuchen konnten wir es nicht, haben aber trotzdem Salz gekauft.

Saline Faro

Saline Fuencaliente

Wir streifen zwischen den Verdunstungsbecken durch. Die Anlage bietet vielen Vögeln Heim. Weil es Ende des Jahres doch häufiger regnet, ist die Anlage im Moment nicht in Betrieb. Es ist glühend heiß in diesem schwarzen Gestein und so habe ich nicht die Geduld, die vielen Schautafeln zu lesen. Vielleicht ein anderes Mal.

Saline Fuencaliente

Saline Fuencaliente

Wir verschaffen uns also einen Überblick und beschließen nur kurz den Shop zum Salzerwerb zu besuchen. Das hiesige Restaurant bekommt zwar gute Bewertungen und sieht auch nett aus. Dennoch mögen wir es am liebsten einfach und einheimisch und so lassen wir unser Geld einem Kioskbetreiber im wieder etwass nördlich gelegeneren Ort Fuencaliente zukommen. Für schmales Geld bekommen wir hier einen frisch zubereiteten Snack. Gezeter und Geschnatter der Ortsansässigen Männer inklusive. Sehr impulsiv, zu meinem Leidwesen verstehe ich kein einziges Wort.

Danach gibt es noch unsere übliche 5 – Minutenbesichtung des Ortes. Kirche, Blick von oben, Wandererdenkmal und los.

Kirche Fuencaliente

Blick Richtung Kirche Fuencaliente

Blick von oben auf den Ort und die Vulkankegel

Blick von oben auf den Ort und die Vulkankegel

Gefüllt mit einer Menge Eindrücke schlendern wir wieder zurück zum Auto und fahren die schöne Schlängelstraße zurück nach Los Llanos. Bei Sonnenuntergang erreichen wir unser Häuslein.

Sonnenuntergang Los Llanos

Sonnenuntergang Los Llanos

Tag 4: Die Höhenfresserrunde – Unsere Wanderung zur Schmugglerbucht bei Tijarafe / La Palma

Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir wieder nach Tijarafe. Also wieder Richtung Norden. Mittlerweile kennen wir uns ja schon ein bißchen aus und so parken wir gleich in der Hauptstraße schräg gegenüber des Bioladens. Hier steht man gebührenfrei.

Wie das mit den Parkgegühren auf La Palma funktioniert, werde ich noch in einem Extrabeitrag beschreiben. Die heutige Wanderung soll uns zur Schmugglerbucht führen. Was wir tunlichst verdrängen ist die Tatsache, dass wir dazu 600 Höhenmeter straff runter müssen und später natürlich wieder hoch. Es gibt mehrere Wege nach oben beziehungsweise unten. Um genau zu sein sind es drei. Wir nehmen den mittleren abwärts. Am Supermarkt San Antonio geht die steile Asphaltstraße immer mit Blick auf den Atlantik dramatisch abwärts.

Straße runter zur Schmugglerbucht bei Tijarafe / La Palma

Straße runter zur Schmugglerbucht bei Tijarafe / La Palma

Wir hätten auch fahren können, denn weiter unten gibt es zwei Parkplätze. Doch dann hätten wir die folgenden Momente nicht erleben dürfen. Zunächst säumen noch ein paar Häuser den Weg, dann wird es übersichtlicher. Sieht aus wie Gartenland. Eine Finca gibt es zu kaufen. Se vende steht am Zaun und eine Telefonnummer.

Sukkulenten

Sukkulenten

Links und rechts fotografieren wir Kakteen, Sukkulenten, Palmen und vorne natürlich immer wieder das Meer. Kurz nach rechts geschaut, nein, was ist denn das? Eine Hütte in eine Felshöhle gebaut? Echt verrückt. Die Stromversorung läuft über ein langes Kabel bis zur Straße und was bei uns in Deutschland der Birnenbaum vorm Haus, ist hier die Palme.

eine erste Felsenhöhle

eine erste Felsenhöhle

Bald gibt es einen Abzweig. Ein Schild weist den Camino (Weg) Calabaceras aus. Also den Weg zur Schmugglerbucht. Weiter drüben geht die Asphaltstraße weiter – ausgeschildert als Camino El Prois. Den nehmen wir. Wir merken, dass wir in ungeschütztere Küstengefilde kommen. Der Wind weht etwas stärker.

Camino El Prois / La Palma

Camino El Prois / La Palma

Draußen über dem Meer bauen sich Wolken auf. Wird es wieder Regen geben? In Serpentinen schlängelt sich die Straße nun hinunter und durch eine Banananplantage hindurch. Links bellt es. Ruhig ruhig Brauner. Wir kommen nicht zu dir rein. Und er Gott sei Dank auch nicht zu uns raus. Weiter unten möchte ich die Straßenflucht zwischen den mit Planen verhüllten Bananafeldern fotografieren. Ein unmissverständliches tiefes WUFF signalisiert uns: Bitte weiter gehen, hier ist mein Bananenfeld. Ganz gelassen aber wachsam liegt er da hinter uns und beobachtet, wie wir die Straße weiterlaufen. Uff. Auch der kam nicht schnüffeln.

zwischen den Bananenfeldern

zwischen den Bananenfeldern

Also schnüffeln wir und zwar lugen wir durch die zerfetzten Zeltplanen ins Bananenfeld hinein. Allerlei wächst hier noch mit. Paprika, Papaya, Kaffee?, Zuckerrohr und auch Hühner spazieren dazwischen rum. Spannend.

ins Feld gelugt

ins Feld gelugt

Wieder Serpentinen. Die nächste Angst wird bedient. Geröll liegt üppig auf der Straße. Der Fels über uns sieht sehr porös aus. Nicht gerade vertrauenerweckend. Mehrere Serpentinen.

Geröll auf der serpentinenreichen Straße

Geröll auf der serpentinenreichen Straße

Wir haben einen genialen Blick auf die erste Bucht. Noch wissen wir nicht, dass es nicht die Schmugglerbucht ist. Die liegt versteckt nebenan. Ehrfürchtig können wir schon den Aufweg auf der anderen Seite der Schlucht betrachten. Ein Blick zurück nach oben lässt die Bananenfelder kleiner werrden.

Blick zurück nach oben

Blick zurück nach oben

Und immer wieder diese geniale Weite des Atlantiks. Weit und breit kein einziges Schiff, kein Frachter, kein Luxusliner zu sehen. Wo gibt es denn so etwas noch? Allein dafür liebe ich La Palma. Das meine Augen sich auf weiter reizfreier Wasserfläche mal ausruhen dürfen. Hier verlieren sich sämtliche Gedanken.

Blick auf den Atlantik

Blick auf den Atlantik

Wir erreichen nach circa 60 Minuten die Parkplätze, von hier aus sind es nur wenige hundert Meter bis zur Schmugglerbucht. Festes Schuhwerk ist trotzdem ratsam, da der Weg aus groben Steinen gebaut ist. Direkt im Fels entdecken wir die ersten Wohnungen. Sie sind verlassen. Nur durch ihre farbigen Türen werden wir aufmerksam. Gekonnt schmiegen sie sich in den Fels. Kannst du sie auf dem Foto erkennen?

erste Felsenwohnungen

erste Felsenwohnungen

Weiter unten folgt ein Hinweisschild. Steinschlag möglich. Ach was? Da wären wir jetzt nicht drauf gekommen bei diesem bröckeligen Hang. Und endlich öffnet sich der Blick in die Schlucht. Glasklares Wasser brandet in einem Halbrund. Ich traue meinen Augen kaum. Klein in blau und weiß gehaltene Wochenendhäuschen sind unterhalb dieses Wahnsinnshangs eingepasst.

erster verzückter Blick in die Schmugglerbucht bei Tijarafe

erster verzückter Blick in die Schmugglerbucht bei Tijarafe

Wer kann denn hier bitte ruhig schlafen? Doch im Moment sind die Häuschen als Wochenenddatschen wohl sehr begehrt. Lediglich eines steht zum Verkauf. Das Meeresrauschen übertönt nun jedes Geräusch. Wir können ungestört durch diesen kleinen fast verwunschenen Ort stromern. Gerade jetzt sind wir für ein paar Augenblicke die einzigen Touristen. Auch die Eigentümer sind gerade nicht da. So etwas habe ich noch nie gesehen. In dieser kleinen unscheinbaren Meeresbucht befinden sich also Wochenendhäuser. Genau hier, wo früher Schmuggler Unterschlupf fanden.

in der Schmugglerbucht

in der Schmugglerbucht

in der Schmugglerbucht

in der Schmugglerbucht

in der Schmugglerbucht

in der Schmugglerbucht

Bei ruhigem Wetter kann man hier baden. Das geht heute wegen rauher See nicht. Wir stromern weiter und ich muss nicht lange warten, schon guckt Marcus oben aus einem Balkon. Nachdem wir alles ausgiebig bestaunt haben treten wir den 4km langen Aufstieg nach Tijarafe an. Die Wanderwege sind sehr gut ausgeschildert hier.

steiler Weg nach oben

steiler Weg nach oben

Der hat es in sich. Ein weiß-gelber Querbalken markiert sehr gut den Weg, den man ohnehin nicht verfehlen könnte. Zwei Schritte links und es würde empfindlich tief den Abhang runtergehen. Zwei Schritte rechts und man würde am Fels anstoßen.

Weg nach Tijarafe

Weg nach Tijarafe

Weg nach Tijarafe

Weg nach Tijarafe

Und so stapfen wir Meter um Meter in Serpentinen hinauf. Es ist jetzt glühendheiß. Wir lassen uns jedoch in kleinster Weise beirren und schnaufend staunen wir immer noch über die tollen Pflanzen und natürlich den sagenhaften Ausblick. Mal ist der Weg mit kleinen etwas rutschigen Steinen, mal mit gut gehbaren Feldsteinen gepflastert. Immer wieder blicken wir nach oben und prüfen, ob die verhüllten Bananenfelder schon näher kommen. Keuch. Diese Strecke hat es echt in sich, macht aber trotzdem Spass.

Es ist glühendheiß, steil und rutschig.

Es ist glühendheiß, steil und rutschig.

Weiter oben kommt ein richtiger Felshang. Einfach grade hoch. Pust. Und dann beginnen die Terassenfelder. Wir scheinen der Stadt näher zu kommen. Genau hier kommt Markus mal auf die Idee, Kaktusfeigen zu untersuchen. Na klar. Kann man ja mal machen. Das kleine mitgeführte Plastikbesteck eignet sich scheinbar hervorragend um sich von deren Leckerheit zu überzeugen.  Einziger Nachteil, der Wind trägt diese winzigen Nadeln in meine Richtung. Ich merke es zu spät – insofern habe ich bis abends was von den piksenden Dingern. Die letzte habe ich mir selbst nach dem Duschen noch aus der Brust gezupft. Grrrrr. Dafür säumen jedoch herrliche Pinien dann den Weg und neugierige Echsen lugen aus den Natursteinmauern.

Echsen überall

Echsen überall

Immer wieder versuchen sie sich zu verstecken, doch ihr Rascheln verrät sie. Man hört euch ihr lieben Echsten. Es folgen Palmen, Mandarinbäumchen, Rosenkohl, Zuchini, Mangobäumchen. Wir lugen in die Gärten und erforschen, was man hier so anbaut. Eins ist sicher. La Palma ist sehr fruchtbar. Hier wächst und gedeiht alles fabelhaft. Und dann erreichen wir endlich die Stadt. Ein Mandelbaum hat es Marcus angetan und schon sehe ich ihn mit Steinen Mandelkerne aus ihrer Hülle befreien. Dann glauben wir es kaum. Nach bereits gut einer Stunde sind wir oben und gehen die Asphaltstraße entlang. Es ist noch nichts zu sehen, doch meine sehr sensible Nase riecht Kaffee.

Es ist Kaffee. Direkt am Weg liegt die “La Panetteria” (Calle Tajodeque 10 Tijarafe). Da gehen wir gleich mal rein. 2 Stück Kaffe und 3 Tassen hausgebackener Kuchen (oder andersrum, die Sonne zollt ihren Tribut). Alles zusammen kostet 5 Euro. Extrem gut. Geht da mal rein.

La Panetteria in Tijarafe

La Panetteria in Tijarafe

Wir haben noch ein wenig Zeit und so folgen wir der LP-1 noch ein paar Kilometer nördlich. Kurzer Stopp am Mirador Barranco de Garome. Ein schöner Ausblick in eine weite Schlucht, dann treten wir den Heimweg an.

Tag 5: Auf dem Grat der Caldera de Taburiente – unser tierischer Begleiter und die Cumbrecita

Gefühlt viel zu spät, so gegen 11 kommen wir endlich in unserer Ferienwohnung los. Wir haben uns eine kleinere Wanderung auf den Grat der Caldera de Taburiente vorgenommen. Wir parken in El Pinar (Nähe El Jesus). Der Ort liegt ziemlich weit oben und ist von der Hauptstraße kommend ausgeschildert. Die schmale Dorfstraße windet sich spannend steil den Berg hinauf. Wir freuen uns schon jetzt über jeden Meter, den wir hochfahren.

Parken in El Pilar

Parken in El Pilar

Kaum haben wir das Auto abgestellt hüpft freudig schwanzwedelnd ein mittelgroßer Hund um unser Auto und wartet sehnsüchtig darauf, dass wir aussteigen. Das kann doch jetzt echt nicht wahr sein. Linksrum, Rechtsrum, dann guckt er vorne neugierig und auffordernd rein. Weit gefehlt, wenn ich, mit meiner ausgewachsenen Hundephobie dabei bin. Ich bleibe drin.

Bei Marcus sieht das ganz anders aus. Er beobachtet ganz in Ruhe das Tier und findet, dass der Hund lieb guckt. Aha. Lieb. Alles klar. Der Hund springt weiter wild um unser Auto. Und schon steigt Marcus aus. Der Hund wird nicht mehr wieder vor Freude. Hüpft um ihn herum. Die beiden sind hinter dem Auto. Ich höre Marcus sagen: “Aua, dein Schwanz tut weh”. Das ist ja fast schon wieder lustig. Wie eine Peitsche knallt das Ding gegen Marcus Beine und auch das Auto. Klingt super von drinnen. Grad beschlossen. Ich bleibe drin. Wirklich.

Marcus nimmt meinen Rucksack mit raus und entfernt sich vom Auto. Der Hund weicht ihm keinen Meter von der Seite. Die zwei sind schon mal Kumpels. Sehen richtig gut aus zusammen. Nach intensiver Verhandlung mit mir selbst und dem gefühlten zehnten „…na komm Schnecke….“ von Marcus, traue ich mich irgendwann raus und gehe einfach schnurstracks Richtung Wanderweg los. Na. Es dauert wenige Sekunden, bis mich die freche Hundeschnauze am Hintern stupst. Dann schaut er mich schnaufend erwartungsvoll von vorne an. Ich sterbe 10 Heldentote. Ein Besitzer ist weit und breit nicht auszumachen. Wir sind quasi in der Wohnung des Hundes und er freut sich über Besuch. Knurrt nicht. Kläfft nicht. Während Marcus hier grad einen Freund gefunden hat, bestehe ich eine kolossale Mutprobe.

Freunde

Freunde

Irgendwie gewöhnen wir uns dran und laufen einfach weiter. Vorbei an zwei winzigen Kapellen. Hier startet offiziell der Weg bergauf. Zunächst laufen wir ein Stück Straße, wenige Häuser säumen den Weg. Der Hund immer irgendwie in der Nähe.

Weg bergauf

Weg bergauf

Eine knappe Stunde geht es nun wieder extrem steil hinauf. Wir schwitzen aus jeder Pore. Und was soll ich sagen. Der Hund weicht uns eine Stunde lang nicht von der Seite.

Weg bergauf

Weg bergauf

Als wolle er uns den sicheren Weg auf dem schmalen Kammrücken hinauf zeigen, läuft er mal vor uns den Trampelpfad entlang, mal neben uns oder rast auch mal kurz ins Gebüsch. Mittlerweile finden wir ihn richtig süß. Doch er scheint öfters mit den Touristen mitzugehen, denn im Wald sind extra Schilder aufgestellt, die auf einen Hund hinweisen. Zufälligerweise liegt er grad neben dem Schild.

Hund

Hund

Der Weg ist zwar riesensteil, wir schnaufen und schwitzen was das Zeug hält, dennoch kann ich ihn dir empfehlen. Der Pinienwald ist einfach traumhaft und ein Blick zurück wird mit strahlendblauem Atlantik belohnt.

Pinienwald El Pilar

Pinienwald El Pilar

Blick auf den Atlantik

Blick auf den Atlantik

Ich bin über die selbstlose Treue des Tieres wirklich erstaunt. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass er uns besonders im oberen recht schmalen Bereich den Weg zeigen will. Wäre ja auch wirklich nicht toll, wenn jemand in seinem Garten den Hang runterstürzt. Braver Hund. Einmalig.

weicht uns nicht von der Seite

weicht uns nicht von der Seite

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schmaler Bergrücken

schmaler Bergrücken

Wir erreichen den Grat und unser vierbeiniger Freund findet an dieser Wegkreuzung neue Wanderer. Tschüß du süßer Kumpel. Eine wirklich heilsame tierische Begegnung.

Ein herrlicher Ausblick auf die Caldera zeigt sich. Kaum vorstellbar, dass das mal ein Vulkan gewesen sein soll. Mittlerweile ist alles wunderbar bewachsen. Vor allem die Pinien mit ihren riesenlangen Nadeln beeindrucken uns. (sofern man nicht auf ihnen ausrutscht).

Blick in die Caldera de Taburiente

Blick in die Caldera de Taburiente

Blick in die Caldera de Taburiente

Blick in die Caldera de Taburiente

Wir folgen dem Wegweiser Richtung Torre del Time. Ungefähr 2 Kilometer geht es nun zunächst kurz am Grat entlang und später durch Terassenfelder, welche durch und durch mit Wein bestückt sind.

Weg Richtung Aussichtspunkt Torre del Time

Weg Richtung Aussichtspunkt Torre del Time

Ein Schild weist auf englisch und spanisch darauf hin, dass am Samstag gejagt wird. Man solle den Weg nicht verlassen. Heute ist Samstag. Na bloß gut, dass dieser Hinweis nur an einer Seite des Weges steht. Wir jedenfalls haben zwar schon an einem anderen Tag aber nicht hier Jagdgeräusche gehört.

Warnhinweis. Jagdsaison.

Warnhinweis. Jagdsaison.

Am Aussichtspunkt Torre del Time gucken wir kurz ins Aridane Tal. Wir sehen unseren Ort Los Llanos und den Atlantik. Heute können wir sogar die Nachbarinsel Fronterra sehen. Das erste Mal.

Blick ins Aridane Tal

Blick ins Aridane Tal

Wir kehren um und laufen auf einem Forstweg, dieses Mal erfreulicherweise mal nicht steil hoch oder runter, sondern recht moderat zurück nach El Pinar.

zurück zum Auto

zurück zum Auto

Nach kurzem Einkauf sowie Kaffeepause in unserem Häuslein heißt es nun, Tempo Tempo. Es geht auf Abend zu und wir wollen für einen weiteren Blick auf die Gipfel der Caldera de Taburiente, noch in die Cumbrecita. Dazu fahren wir in Richtung des Ortes El Paso und biegen vor dem Besucherzentrum Richtung Nationalpark ab. Es ist alles gut ausgeschildert.

In den Nationalpark

In den Nationalpark

Die schmale Straße führt 6 Kilometer kurvenreich durch den Wald bergauf. Zwischen 8.30 und 16.00 braucht man eine Genehmigung. Diese kann man unkompliziert online vornehmen. Einfacher ist der Weg, den auch wir heute wählen. Ab 16.00 verlieren sich die Besucher und so ist die Schranke auf der Hälfte des Weges offen. Wir freuen uns und passieren. Ein weiterer Vorteil zu später Stunde hierher zu fahren, ist natürlich das besondere Licht, welches bei untergehender Sonne die Gipfel in magisches Licht taucht. Wir besuchen die beiden Aussichtsplattformen La Chozas ….

Blick von Las Chozas

Blick von Mirador La Chozas

und Mirador de los Roques.

Blick vom Mirador Los Roques

Blick vom Mirador Los Roques

Blick vom Mirador Los Roques

Blick vom Mirador Los Roques

Wir stehen quasi im Kessel der Caldera und blicken auf die Krater und Felsnadeln und Felswände. Dolen erheben sich dramatisch kreischend in den Abendhimmel, allmählich bricht die Dunkelheit herein. Vulkandramatik. Schwindelfreiheit ist auf dem Verbindungsstück zwischen den beiden Aussichtspunkten von Vorteil. Der Weg ist schmal, nicht gesichert. Immer an der Wand lang aber sicher für die meisten machbar. Uns macht es nix aus. Einzig die Müdigkeit in meinen Beinen lässt mich achtsam auftreten.

Verbindungsstück zwischen beiden Aussichtspunkten

Verbindungsstück zwischen beiden Aussichtspunkten

Verbindungsstück zwischen beiden Aussichtspunkten

Verbindungsstück zwischen beiden Aussichtspunkten

Gut eine Stunde sind wir hier insgesamt unterwegs um dann bei Sonnenuntergang noch ein wenig an der nahe gelegenen Ermita de la Virgen del Pino zu verbringen. Eine wunderschöne kleine Kapelle, vor der eine circa 600 Jahre alte Pinie steht. Wirklich schönes Ensemble.

Pino de la Virgen

Pino de la Virgen

Pino de la Virgen

Pino de la Virgen

Die Pinie und der Marcus mit dem Kopf im riesigen Astloch

Die Pinie und der Marcus mit dem Kopf im riesigen Astloch

....und zum Abschluß ein wunderschöner Sonnenuntergang.

….und zum Abschluß ein wunderschöner Sonnenuntergang.

Tag 6: Der Nordosten mit einer urigen Straße, 3 Tunnel, Naturbad La Fajana, ein Drachenbaumhain und das alte Dorf Gallegos

Ein spannender Tag beginnt.

Erst mal geht es auf den Bauernmarkt in der Stadt Los Llanos. Falls ihr auch mal hier seid, Sonntags gibt es auf der Avenida Dr. Flemming die Erzeugnisse einiger Bauern. Wir kaufen natürlich Avocado. Die Händlerin errechnet im klassischen Dreisatz den Preis. Ein kleines Tütchen Mandeln können wir auch noch ergattern. Irgendwie hatte ich gelesen, das viele Palmeser den Verkauf von Mandeln eingestellt haben, da es viel zu mühselig ist.

Heute wollen wir explizit nicht wandern und nehmen uns den so ziemlich am weitest entfernten Punkt der Insel als Ziel. Den Nordosten. Dort wo der Passat verträglich auf die Insel trifft, besuchen wir den kleinen Badeort La Fajana.

Doch bevor wir dort ankommen fahren wir bestimmt gut 2 Stunden ohne Ende kurvenreiche Straßen. Immer schön um die Barrancos, also die Schluchten herum. Immer auf der LP 1 – die inselumrundende Hauptstraße. Kurz nach Roque Faro zweigt eine kleine ursprüngliche Straße L109 Richtung Barlevento ab. Diese Straße war einst die Hauptverbindung. Heute dient sie dicht von Pinien und Lorbeer gesäumt den Touristen als Highlight.

Blick vom Mirador Barranco de los Porreos

Blick vom Mirador Barranco de los Porreos

Äußerst schmal und noch kurvenreicher als der Rest der Insel führt uns die historische Straße weiter zum Aussichtspunkt Mirador de Las Mimbreras. Von hier aus können wir auf den Atlantik und wieder auf den Baumbestand schauen.

Aussichtspunkt Mirador de Las Mimbreras

Aussichtspunkt Mirador de Las Mimbreras

Die 15 Kilometer lange Tour gipfelt mit der Durchfahrt von 3 unbeleuchteten einspurigen Tunneln. Was würde wohl der ADAC dazu sagen? Spannung! Naja ein bisschen zumindest.

Tunneldurchfahrt

Tunneldurchfahrt

Dann erreichen wir Barlevento. Es wartet eine weitere, natürlich durch Bananenplantagen führende, spektakuläre Abfahrt gen Küste.

Barlovento

Barlovento

Nun erreichen wir endlich La Fajana. Den nordöstlichsten Zipfel der Insel. Geschützt vor tosender Brandung kann man hier in einem Natursteinbecken baden. Der Eintritt ist frei.

Naturschwimmbecken La Fajana

Naturschwimmbecken La Fajana

Direkt in der Anlage lädt ein kleines Restaurant zur Einkehr. Geräucherter Ziegenkäse und Tortilla landen auf unseren Tellern. (noch wissen wir nicht, dass das zu Hause unser Lieblingsessen wird. Den Ziegenkäste ersezten wir durch Halloumi und die grüne Soße Mojo verde stellen wir selbst aus Koriander und Paprika her.) Danach gibt es noch einen knallsüßen Pudding für Marcus.

Wir erkunden dann ein wenig diesen Ort, passieren weiter hinten die kleinen Häuser und finden einen im Wasser liegenden Felsenbogen. Rund herum turnen eifrig viele kleine und große Krebse. Doch kaum nähern wir uns, sind sie weg. Ich will zwei drei Meter weiter runter, doch durch die Algen ist der Betonweg aalglatt. Lieber nicht, schließlich will ich nicht im Wasser landen, wo sich ohne Ende schwarze und rote Krebse tummeln.

Später sehen wir, wie genau hier Leute baden. Grrrr. Nichts für ein Stadtkind wie mich. Wir beobachten, wie die Wellen gegen die Küste preschen und versuchen natürlich “DAS” Wellenfoto zu machen.

Brandung La Fajana

Brandung La Fajana

Allmählich  wollen wir den Rückweg antreten, denn weitere kleine Wegmarken warten auf uns. Kurz nach Barlevento gibt es an der LP 1 einen kleinen Aussichtspunkt “Mirador de Tosca”. Von hier aus hat man einen seltenen Blick. Denn weiter unten am Hang stehen einige Dragos. Also Drachenbäume. Nachdem man früher gierig deren Saft geräubert hat, ist der Bestand auf La Palma stark überschaubar. Doch hier stehen, sagen wir so ca. 10 – 12 Bäume. Runterlaufen wollen wir die steile Straße jetzt nicht, grundlegend wäre es aber möglich.

Drachenbäume

Drachenbäume

Stattdessen fahren wir ein paar Orte weiter und biegen in das kleine Dörfchen Gallegos ab. Diesen Ort kann ich nur wärmstens empfehlen, das ist wohl mein heimlicher Favorit der Insel.

Gallegos

Gallegos

Am Hang liegend geht es natürlich wieder steil bergab. Doch das bekommt im Moment von uns wenig Aufmerksamkeit. Süße alte und sehr fotogene Häuschen säumen den Weg. Klick, Knips und staun. Komme mir grad ein wenig wie auf Zeitreise vor. Die Zeit scheint hier stehengeblieben.

dreifarbig

dreifarbig

Es ist ganz still, wir sehen keine Bewohner. Hier und da klappert und schnattert es mal aus einem Fenster raus. Dann erreichen wir die unterhalb zum Meer hin liegenden Felder. Irre. Alles wird hier angebaut. Und gedeiht prächtig.

Felder von Gallegos

Felder von Gallegos – hier Kakteen mit Kaktusfeigen

Tabak

Tabak

….und es ist so unerhört still hier an diesem Ort. Man hört nichts. Wirklich absolut nichts, kaum vorstellbar.

abendlicher Blick zum Meer - Gallegos

abendlicher Blick zum Meer – Gallegos

Wir gehen eine kleine Runde und sehen, dass sogar ein offizieller Wanderweg diesen Ort durchquert. Die Sonne geht unter und so hier und da kommen die Leute allmählich auf die Straße. Sicherlich halten sie uns für völlig verrückt, das wir sogar das Unkraut am Straßenrand fotografieren. Doch es blüht so schön.

Unkraut am Straßenrand - Gallegos

Unkraut am Straßenrand – Gallegos

Wieder sehen wir paar ganz alte Natursteinhäuser. Sie sind über den Hang und die Felder verteilt, mehr oder weniger verfallen, in jedem Fall aber romantisch.

Natursteinhäuser Gallegos

Natursteinhäuser Gallegos

Eine handvoll Menschen sind jetzt zu sehen und mehr Geschnatter kommt auf. Hier ist der Marktplatz mit einer kleinen Bar. Ein winziger aber ganz toller Ort.

Die untergehende Sonne blendet uns teilweise gefährlich auf der Rückfahrt. Ich hoffe inständig, dass Marucs den rechten Straßenrand gut im Blick behält, denn nicht immer ist die Böschung durch Steine, Planken oder ähnliches geschützt. Später halten wir zum Fotografieren des Sonnenunterganges noch einmal an.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Dann wird es wirklich dunkel und kalt. Unabhängig davon bleibt es kurvenreich. Erschwerend kommt eins zweimal hinzu, dass die Bewohner der kleinen Orte in total finsterer Kleidung am Straßenrand entlangschlendern. Sie sind es gewöhnt. Wir nicht. Man sieht sie gar nicht. Ob sie das wissen?

Ein nächster Stopp am Mirador del Time. Hier waren wir nun schon zwei Mal. Doch jetzt ist es dunkel und wir können auf das erleuchtete Aridanetal schauen. Das lockt Marcus zu ein paar Langzeitaufnahmen. Ich versuche währenddessen im Internet den Busfahrplan der Insel zu verstehen. Ich verstehe ihn leider nicht. Als Tagesabschluß fahren wir nochmal zum Puerto Tazacorte. Also zum Hafen. Die neue Hafenmauer hat es Marcus einfach angetan und so entstehen auch hier noch ein paar Nachtaufnahmen.

Wir kommen wieder in unserem Häuschen an und husch. Als Marcus die Übergardine zuzieht, kommt ein Gecko zum Vorschein. Flink und dann doch scheinbar vom Schock über seine Entdeckung erstarrt Wir fotografieren ihn natürlich. Tolle Füßchen hat der Kleine. Dann geleiten wir ihn freundlich nach draußen. Schätze er ist bald wieder da, denn unter der Eingangstür klafft ein gut 2 cm dicker Spalt.

Besucher

Besucher

Auf unserem Abendbrotteller landet heute zum wiederholten Male Avocado gequetscht mit Zitrone und Salz. Guacomole nennt man das wohl auch. Da die Avocado eine viel angebaute Frucht der Insel ist, bekommt man sie quasi an jeder Ecke und auch noch um ein vielfaches günstiger als in Deutschland. Zur Zeit ist Avocadozeit. Das nutzen wir einfach mal aus.

Tag 7: Vulkanroute, ein kleiner Sturz und schick essen gehen in Puerto Tazacorte

Heute nun wollen wir es wagen. Wir wollen einen Teil der legendären Vulkanroute laufen. Startpunkt ist das Refugio El Pilar in der Nähe von El Paso. 30 Minuten fahren wir von unserem Haus dorthin. Ein Aussichtspunkt kurz vor unserem Ziel bietet einen hervorragenden Blick auf die Caldera de Taburiente.

Blick Richtung Caldere de Taburiente

Blick Richtung Caldere de Taburiente

Das Refugio ist ein wunderschön im Pinienwald gelegenes Plätzchen, wo man parken, zelten, grillen kurzum, sich ein wenig in der Natur vergnügen kann. Die gesamte Vulkanroute führt über die Bergkette Cumbre Nueva nach Süden. Gut 17 Kilometer nur in eine Richtung. Zielort ist Fuencaliente / Los Canarios. Da unser Mietwagen jedoch in El Pilar steht und wir weder Lust auf ein Busmanöver noch ein Taxi haben, laufen wir nur ca bis zur Hälfte und dann zurück.

Wir steigen also in die Route ein und beharrlich geht es aufwärts.

stetig bergauf

stetig bergauf

Rechts von uns haben wir eins zwei Mal herrlichen Ausblick auf die Caldera de Taburiente, doch eigentlich sind wir schon ganz erwartungsvoll. Hier soll es doch so viele Vulkankegel geben. Über mehrere Kilometer tut sich jedoch nichts nennenswertes. Stetig geht es bergauf. Das einzige, was uns in der Seele schmerzt und damit sehr berührt, ist der verkohlte Wald.

frisches Grün inmitten verkohlten Waldes

frisches Grün inmitten verkohlten Waldes

Kilometerweit laufen wir durch einen Wald von Überlebenskünstlern. Die Pinien. Wahre Anpassungskünstler, wenn es um Feuer geht. Rabenschwarze Pinienstämme, unt trotzdem sprosst hier und da schon frisches Grün. Und alles nur wegen einem Stück gebrauchten Klopapiers, welches diesen Sommer durch den Brandverursacher angezündet wurde. Es sieht echt bizarr aus.

verkohlter Wald

verkohlter Wald

Am Boden liegen braune Piniennadeln und ringsherum stehen verkohlte Baumstämme und kleine blattlose Bäumchen.

Nach ungefähr 4 Kilometer zeigen sich die ersten Kegel. Jöhh. Na endlich geht es los. Wir erklimmen so etwas wie den ersten Vulkangipfel und warum auch immer, hier wird der Weg gefegt. Ein Putztrupp in orangenen Westen und Besen kehrt auf dem Vulkankegel.

Putztrupp auf dem Vulkan

Putztrupp auf dem Vulkan

Dankend nicken wir ihnen zu. Zumindest hier läuft es sich ganz gut. Ansonsten ist dieses Vulkangestein echt gemein. Scharfkantig und rutschig. Das werde ich später schmerzlich merken. Wir erreichen die erste sagenhafte Caldera und starren in ein riesengroßes schwarzes Loch.

der erste spektakuläre Vulkankrater

der erste spektakuläre Vulkankrater

Klar erkennbar zeichnen sich in der Wand die Sedimentschichten ab. Ein Dolenpärchen kreist und lässt sich zutraulich fotografieren. Wieder treffen wir die bayrische Reisegruppe und unfreiwillig mitgelauscht erfahren wir, dass sich das Wetter hier oben schlagartig ändern kann. Von schönstem Sonnenschein zu plötzlichem Sturm mit Hagel ist alles drin. Heute sieht es ganz gut aus. Hin und wieder schieben sich paar Wolken rein, verziehen sich jedoch recht bald.

Wir folgen dem Wanderweg und umwandern als kleine Extratour noch den kleinen Krater Namboque.

Wieder auf der Hauptroute entdecken wir am nächsten Hang klitzeklein die Reisegruppe.

in der Ferne die Wanderroute auf den nächsten Vulkankegel

in der Ferne die Wanderroute auf den nächsten Vulkankegel

Später sehen wir, dass es eigentlich die Nebenroute ist, auf der sie sich bewegt haben. Roter und weißer Balken kreuzen sich. Die Hauptroute führt unspektakulär aber ziemlich sicher am Fuße des Kegels entlang. Doch bevor wir soweit sind – schiebt sich ganz weit hinten erst mal noch majestetisch der Vulkan Teide von Teneriffa mit seinen 3718 Metern vor unsere Linse.

Teide Teneriffa

Teide Teneriffa

Wir wandern weiter, trauen mal dem fremden Reiseführer und nehmen die Nebenroute, welche direkt am Grat entlang führt. Hammer. Also Schwindelfreiheit ist hier definitiv von Vorteil.

direkt am Kraterrand entlang

direkt am Kraterrand entlang

Dennoch ist der Weg gut gehbar und wieder starren wir in dieses unbeschreiblich große Loch. Die Natur ist schon ein Wunderwerk.

ein weiterer Vulkankrater

ein weiterer Vulkankrater

Zur Hälfte umrunden wir diese Caldera, dann führt der Weg, welcher sich jetzt einige Male teilt, weiter hoch auf den höchsten Punkt der Route. Deseada II. Von hier aus führt die Hauptroute also Richtung Süden der Insel. Wir kehren um und erwandern noch die benachbarte Spitze.

Auf der Vulkanroute

Auf der Vulkanroute

Dieses Hoch und Runter auf losem Grund macht doch ganz schön müde und so kommt es wie es kommen muss.

Schneller als ich gucken kann sitze ich auf dem Hosenboden. Auf dem rutschigen Gestein hat es mir volle Lotte die Beine weggezogen. Gut haben meine Reflexe in beiden Armen funktioniert, leider jedoch mit dem Effekt, dass an der linken Hand mich alsbald eine kleine aber schön rot leuchtende Wunde anlacht. Und auch rechts ist der Aufprall gut spürbar. So ein Mist aber auch.

Die nächten Kilometer laufe ich wie auf Eiern. Zumal wir für unseren schätze circa 2 stündigen Rückweg die extrem unwegsame Nebenroute gewählt haben. Wolk quellen aus dem Tal herauf. Sanfte Vulkandramatik.

auf der Nebenroute zurück

auf der Nebenroute zurück

Das erste Mal in meinem Wanderleben hätte ich mir, obwohl ich sie immer verschmähe, heute ein paar Wanderstöcke gewünscht. Immer wieder rutschen wir weg und ganz tricky, manchmal stößt man mit dem Fuß einen Stein an und im Idealfall rollt er genau in dem Moment unter den Fuß, wo man ihn grad aufsetzen wollte. Das habe ich so noch nirgends erlebt. Irgenwie möchte ich fluchen und finde es dennoch cool und atemberaubend.

Diese Route ist auf alle Fälle aufregend. Unbedingt aber trotzdem machen. Unabdingbar sind auf dieser Wanderung Essen, Trinken, Sonnenschutz – der ganze Grat ist schattenlos.

Nach insgesamt spannenden 6 Stunden erreichen wir wieder das Refugio El Pilar bei 15,5 Grad. Nach vielen Stunden in der prallen Sonne tut die Kühle jetzt gut ist aber schon empfindlich frisch. Wir sind gut erschöpft und dennoch froh, um diese weitere Erfahrung reicher zu sein. Den Sonnenuntergang beobachten wir von unserem Haus aus. IMG_6934Abends gehen wir essen in Puerto Tazacorte. Direkt an der alten Hafenmauer gelegen gibt es einige Restaurants. Wir nehmen das im Internet als gut befundene Taberne del Puerto. Für mich gibt es wieder Tortilla. Für Marcus natürlich Fisch und als Krönung des Tages probieren wir die landestypische quietschsüße Nachspeise Bien me sabe, was soviel bedeutet wie – schmeckt mir gut – .  Gehackte Mandeln mit Honig vermischt. Holla die Waldfee, ja. Es schmeckt gut – aber wie Knete scheint es dennoch immer mehr zu werden im Mund. Eins für uns beide hätte eigentlich auch gereicht. Das weiße auf der einen Portion ist übrigens Eis. Das Restaurant können wir übrigens sehr empfehlen.

Bien me sabe

Bien me sabe

Tag 8: Santa Cruz de la Palma, Roque de los Muchachos

Gemütlich lassen wir den Tag angehen, denn wir wissen, er wird abends lang aber sicherlich spektakulär. Zunächst besichtigen wir die Inselhauptstadt. Santa Cruz de la Palma. Auf dem Weg dorthin halten wir am Aussichtspunkt Mirador de La Concepcion. Ein fantastischer Blick auf den Hafen von St. Cruz de La Palma.

Blick vom Mirador de La Concepcion

Blick vom Mirador de La Concepcion

Zu unserem Erschrecken sehen wir bei unserer Ankunft unten im Ort, dass ein riesiges Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt.

Mein Schiff - Kreuzfahrtschiff von TUI

Mein Schiff – Kreuzfahrtschiff von TUI:  @Anja: Welche Route fährt denn dieser Pott?

Mischen wir uns also mal unter die Hunderte oder Tausende Kreuzfahrtpassagiere.

St. Cruz de La Palma

St. Cruz de La Palma

Wir lassen uns jedoch nicht beirren und biegen recht bald in höher gelegene Ortsteile ab. Lediglich die Einheimischen rasen wie verrückt mit dem Auto durch die engen steilen Gassen. Sonst können wir, mal abgesehen von glühender Hitze bei Steilgang, ganz gemütlich die alten und vor allem bunten Häuschen anschauen.

enge Gassen

enge Gassen

St. Cruz de La Palma

St. Cruz de La Palma – schön steil

St. Cruz de La Palma

St. Cruz de La Palma

Später, wieder zurück in der Ladenzone, erstehe ich Kette und Ohrringe aus Lavagestein. Zwei deutsche Frauen betreiben schon seit 14 Jahren ein total tolles Geschäft, wo es sich gut stöbern lässt. Man kann es nicht verfehlen.

Ebenfalls besichtigen wir die historischen Balkone in der Uferstraße. Farbig und mit Pflanzen verziert sind sie ein wirklich tolles lebensechtes Museum.

historische Balkone Uferstraße

historische Balkone Uferstraße

historische Balkone Uferstraße

historische Balkone Uferstraße

Wir kehren ein im Restaurant “El cuarto del Tula” und haben wieder Glück. Das Essen und auch der Kaffee schmeckt vorzüglich. Die Kellner sind sehr zuvorkommend. Das Restaurant wird gut von Einheimischen besucht.IMG_7020Nun geht es los. Wir machen uns auf den Weg. Gut 40 Kilometer geht es straff und wirklich engen Kurven aufwärts auf den Roque los Muchachos. Mir wird richtig flau, also Karuselltauglichkeit ist für diese Autofahrt äußerst von Vorteil. Was hilft ist, sich dann selbst ans Steuer zu setzen. Achso. Und wir haben vergessen zu tanken. Mal schauen was passiert. Doch zunächst  erhaschen wir geniale Ausblicke von oben in die Caldera de Taburiente. Weiter unten wabern die Wolken. Noch wenige Kilometer, dann passieren wir die Schranke des Observatoriums auf dem Roque de los Muchachos.

Observatorium Roque de los Muchachos

Observatorium Roque de los Muchachos

Die weltgrößten Teleskope stehen hier und aus diesem Grund ist das Gelände zwischen 19 und 7 Uhr für Besucher gesperrt. Die Sonne geht 18.26 unter. Das passt wunderbar. Wir verbringen einen unbeschreiblichen Sonnenuntergang. Mit uns sind nur wenige Touristen auf dem Berg. Nur schwer lässt sich in Worte und Bilder pressen, was wir hier erleben. Wir blicken vor uns quasi vom Graterrand in die Caldera. Hinter uns befindet sich der Atlantik. Noch weiter vor uns die Cumbre vieja, also die Vulkankegel, auf denen wir gestern rumgestolpert sind. Alles ist umgeben von Wolkensuppe, was sich besonders unter der Färbung der Dämmerung äußerst dramatisch gibt. Waaahnsinn. Wahnsinn. Hinfahren….. und nun einfach die Bilder – welche wir unzählig, quasi minütlich aufgefrischt haben:

Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos

Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos

Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos

Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos

 Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos

Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos

 Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos

Sonnenuntergang auf dem Roque de los Muchachos

Wir bleiben bis kurz vor 19 Uhr, dann rase ich wie verrückt 18.59 mit dem Auto durch die Schranke vom Gelände. Marcus bleibt noch ein wenig in der Dunkelheit um die sich nun öffnenden Teleskope zu fotografieren. Alles sieht etwas futuristisch aus. Rundherum ist es ganz still. Dann joggt er die 2 Kilometer bergab durch die Dunkelheit. Unten warten wir noch, bis die Resthelligkeit verschwindet und starren in einen Sternenhimmel, wie ich ihn glaube ich noch nie gesehen habe. Die Milchstraße ist deutlich zu sehen. Ein Highlight sondersgleichen. Wer einmal La Palma besucht, ziehe sich einfach warm an und warte da oben, was die Natur so zu bieten hat.

Und dann wartet noch die ungefähr 1,5 stündige Fahrt von 58 Kilometern durch die kurvige finstere Landschaft bis Los Llanos. Die Tanknadel hängt verdammt weit unten. Tankstelle? Weit gefehlt. Wir befinden uns mitten im Wald. Nix außer Serpentinen. Nur wenige Autos sind noch auf der Straße. Die Straßenmarkierungen sind recht gut, insofern geht es ganz gut. Hoffen wir also mal das beste. Irgendwann erreichen wir Puntagorda und können tatsächlich tanken. Der Tank saugt mehr auf, als wir glaubten er fassen könne. Uups.

Tag 9: der größte Drachenaum der Insel, Strand Salemera, Fuencaliente, Sonnenuntergang über dem Lavafeld

Heute wollen wir den Südosten der Insel ein wenig erkunden. Von Los Llanos aus fahren wir durch schmale Straßen nach El Paso. Ein kurzer Fotostopp an der Kirche. Direkt nebenan befindet sich ein kleines Bistro “Tapas&Trekking” wo ich mich mit Flyern und Visitenkarten versorge. Viele Häuser stehen in El Paso zum Verkauf. Warum eigentlich? Weiß das jemand? Dann freue ich mich über einen Kommentar oder eine mail.

Weiter geht es über Nebenstraßen, na sagen wir, es geht durch´s Feld. Da wo andere heute fleißig wandern, fahren wir bequem mit dem Auto. Ich weiß auch noch nicht so richtig, wie ich das finden soll, jedenfalls, kurz vorm Tunneleingang Richtung El Paso kommen wir raus und können auf die LP-3 Richtung Santa Cruz de la Palma. Ganz so weit wollen wir jedoch heute nicht, sondern biegen dann nach Süden auf die LP 202 und von dieser kurz nach San Pedro auf die LP 301. Nach wenigen Metern entdecken wir sie. Die Zwillingsdrachenbäume. Die größten noch verbliebenen auf der Insel. Unglaublich. Ein irres Gewächs.

Zwillingsdrachenbäume

Zwillingsdrachenbäume San Pedro

Der nächste Stopp ist der “Mirador Montana de la Brena”. Ein Aussichtspunkt, von welchem man direkt auf den Flughafen und die umliegenden Dörfer schauen kann.

Aussichtspunkt Mirador del

Aussichtspunkt Mirador de la Brena

Wir hangeln uns weiter Richtung Süden und auf Nebenstraßen geht es runter Richtung Meer. Schotterpiste. Hallo liebe graue, steinige Schotterpiste. Dich kennen wir noch gut von Island. Leider war die hier auf La Palma gesperrt, nur wussten wir das nicht. Irgendjemand scheint das Verbotsschild umgedreht zu haben. Die Schotterpiste hat uns nicht weiter verwundert, dennoch habe ich gehofft, dass die Autoreifen dem vulkanischen Gestein standhalten. Haben sie letztendlich und wir erreichen am Nachmittag den bei den Palmesern sehr beliebten Strand Salemera. Hier gibt es ein kleines Fischrestaurant, welches wie eine Beachbar gestaltet ist.

Strandbar

Strandbar

Spanische Mucke tönt aus den Lautsprechern, die Gäste sind vorrangig Touristen. Gucken alle irgendwie gleich. Interessiert neugierig aber zurückhaltend. Das Essen ist wirklich gut. Für uns gibt es heute wieder gebackenen Ziegenkäse mit Mojo verde, die berühmten Papas arrugadas (salzige Schrumpelkartoffeln), Fisch für Marcus und noch Salat mit Avocado. Leckerst.

unser Menü

unser Menü

Das Restaurant hat einen direkten Zugang Richtung Meer und sogleich stehen wir inmitten von Wochenendhäuschen. Die Zeit scheint auch hier ein wenig stehengeblieben zu sein. Am schnellsten bewegen sich noch die vielen roten und schwarzen Krebse, als wir auf die vorgelagerten Felsen treten. Die Nachmittagsflieger schweben knapp über der Ostküste von La Palma ein und wir freuen uns, dass wir mit der Wohnortwahl Los Llanos an der Westküste alles richtig gemacht haben.

Strand Salemera

Strand Salemera

Wir bleiben also nur kurz am Strand und fahren weiter Richtung Süden und besuchen ein zweites Mal Fuencaliente. Dafür schnauft das Auto …. wieder mächtig viele Höhenmeter hinauf. Im Bäcker (Panaderia und Pasteleria Zulay) bekommen wir einen leckeren Café und auch ein kleines süßes Teilchen. Sehen die hübsch aus. Fast zu schön zum Essen. Heute schlemmen wir aber mal so richtig.

in der Panaderia Zulay in Fuencaliente

in der Panaderia Zulay in Fuencaliente

Auf der LP 209 geht es dann wieder abwärts Richtung Küste. Irre viele Höhenmeter wieder runter. Ein bisschen neugierig waren wir ja doch, denn hier liegt das so ziemlich einzige und auch kräftig umstrittene Hotel an der Westküste. Die wenigsten La Palmabesucher wollen in solch einem High End Hotel wohnen, die meisten ziehen das traditionelle Wohnen in Selbstversorgerhäusern vor. Nicht so das Hotel Princess. Mit großem Pool inmitten von Bananenplantagen ist es von oben gut zu sehen.

Luxushotel

Luxushotel

Wir sind fasziniert, wie unglaublich viele Bananenfelder hier nebeneinander liegen. Weiter hinten geht es zum Strand Punta Larga. Eine schöne kleine Bucht mit schwarzem Gestein. Auch hier stehen im Halbrund Wohnwagen und kleine Bungalows der Einheimischen.

Punta Larga Strand

Punta Larga Strand

Die Sonne geht unter und so machen wir uns auf den Rückweg, das heißt die vielen Höhenmeter die Küste wieder hoch. Es ist sagenhaft, wie steil die Straßen und Wege auf dieser Insel sind. Wir fahren wie schon am Anfang unserer Reise durch das neueste Lavafeld. Kohlrabenschwarz liegen die Gesteinsbrocken links und rechts der Straße. Wir hatten das ja kürzlich in Island kennengelernt und sind auch hier fasziniert. Ein letzter Blick runter auf den Leuchtturm von Fuencaliente sowie die Saline, dann ist die Sonne wirklich weg und wir  fahren im Dunkeln zurück nach Los Llanos.

Sonnenuntergang am Südzipfel der Insel

Sonnenuntergang am Südzipfel der Insel

Umso dunkler desto wacher werden die Einheimischen. Die Mittagssiesta ist vorbei. Die Geschäfte öffnen und man geht in die Stadt. So bummeln auch wir heute noch kurz durch die beleuchtete und sehr belebte Altstadt von Los Llanos. Sehr schön.

Tag 10: Las Manchas, Plaza la Glorieta, Strände im Südwesten

dicke Wolken

dicke Wolken – Blick beim Frühstück

Aufgrund der schon morgens aufgezogenen dunklen Wolken disponieren wir unseren Wanderplan kurzfristig um. Anstatt in die spektakuläre Caldera die Taburiente hineinzuwandern, fahren wir mit dem Auto nach Las Manchas. Hier befindet sich der Plaza la Glorieta. Ein liebevoll mit Mosaiken verzierter kleiner Platz, den man so in der palmerischen Provinz nicht vermuten würde.

Mosaik

Mosaik

Plaza la Glorieta

Plaza la Glorieta

Wir lassen das Kunstwerk auf uns wirken und auf einmal kommt ein Palmero etwas hektisch auf uns zugestürzt. Woher wir kämen, wie lange wir hier seien. Zunächst haben wir nicht so richtig verstanden, was er von uns wollte. Im Endeffekt passt er auf den Platz auf und dokumentiert, wer alles zu Besuch kommt. In recht gutem deutsch plaudert er ein wenig aus dem Nähkästchen. Über unsere Landsleute, welche in den 80igern wahnsinnig mit Immobilien spekuliert haben und über Touristenführer, welche scheinbar inoffiziell Touren anbieten aber keine Steuern im Land dafür abführen. Hier und da also die gleichen Probleme, denn auch die Gästeführer in Deutschland brauchen Lizenzen.

Wir geben also Mitgefühl in unseren Blick und etwas Geld in seine Spendenbox. Damit ist er ganz zufrieden und lässt uns in Ruhe. Dennoch ärgert es nun auch mich, dass ich den Ärger abfedern muss, den andere verursachen. Ich bin nachdenklich gestimmt und kurbele noch ein wenig die Wirtschaft an. Ich kaufe Avocados im Dorfladen. Die sind wenigstens schön reif, besser als im Hiperdino Supermarkt.

Gleich in der Nähe befindet sich nun der Besucherpark zur Besichtigung des Lavastromes, welcher 1949 knapp an St. Nicolas Richtung Meer rauschte. Heute ist hier eine neue Landzunge und damit fruchtbarer Boden für noch mehr Bananenplantagen entstanden. Wir klettern also mal wieder auf schwarzem scharfkantigen Gestein herum und stellen uns vor, wie sich die heiße Lawine Richtung Meer bewegt haben muss.

Lavafeld

Lavafeld

Danach geht unser Fahrt weiter auf die kleine neu entstandene Landzunge. La Bombilla ist nun eine Wochenendhaussiedlung. Die Hütten sehen urig und kurios zugleich aus.

La Bombilla

La Bombilla

La Bombilla

La Bombilla

Einkehr bei Coco Mare

Einkehr bei Coco Mare

Die kleine Beachbar Coco Mare können wir empfehlen. Wir sind überwältigt, wie unglaublich zahlreich auch hier Bananen angebaut werden. Wo auch immer wir hinschauen, finden sich die in Naturstein eingesäumten Terassenfelder. Hier und da verlässt fast ungesehen auch mal ein Kühl-LKW eine Lagerhalle.

Die nahe gelegene Touristenhochburg Puerto Naos streifen wir nur kurz, denn direkt in südlicher Richtung liegt ein schon oft prämierter Strand. Denn wollen wir nun besichtigen. Charco Verde ist ein schwarzer Sandstrand.

Charco Verde - der prämierte Strand

Charco Verde – der prämierte Strand

Die Bucht ist von schwarzem Fels umrahmt, die Wellen krachen auf den Strand. Wir erreichen ihn über einen sauber angelegten Steinweg, welcher später in einen Holzsteg übergeht. Muss man mögen ist aber auf alle Fälle komfortabel.

Charco Verde

Charco Verde

Nach einem kurzem Spaziergang verlassen wir auch diesen Ort um nun noch El Remo zu besuchen. Wieder finden wir ein Bungalowdorf. Ich glaube das Größte von allen bis jetzt. Es gibt sogar eine kleine Kirche. Ich gehe mal rein und erschrecke. Denn irgendwie habe ich nicht damit gerechnet, dass da eine Frau gleich hinter der Tür sitzt. Wahrscheinlich betet sie den ganzen Tag, dass die neugierigen Touris nicht reinkommen und sie in ihrer Ruhe stören. Tschuldigung. Andächtig schleiche ich mich gleich wieder raus. Könnte ich auch nicht leiden, wenn ständig jemand um meine Yogamatte latscht.

Kirche El Remo

Kirche El Remo

Hier in der Wochenendhaussiedlung verbringen die palmesischen Familien oftmals den ganzen Sommer. Vereinzelt wohnen die Leute ganzjährig hier. Sie wirken reserviert und schauen dennoch neugierig von ihren Balkonen. Sicherlich sind wir bei Weitem nicht die einzigen Touristen, die neugierig alle Vorgärten besichtigen und auch fotografieren. Fast wirkt das Dorf heute ein wenig verlassen. Ein einsamer Angler fischt bunte Fische, sämtliche Strandkioske sind geschlossen. Badelustig können über 2 Eisenleitern ins glasklare Wasser klettern. Wow.

Baden in El Remo

Baden in El Remo

In Puerto Naos essen wir Kaffee und Kuchen in der so beworbenen deutschen Bäckerei. Sicherlich erhoffen sie sich so mehr Besucher vom unweit liegenden Hotelbunker. Überhaupt wirkt das kleine Örtchen ziemlich überladen mit Appartementanlagen. So richtig kann ich nicht erkennen, wer hier eigentlich wohnt. Urlauber, Einheimische, Langzeiturlauber? Wir jedenfalls sind froh, dass wir nicht in diesem Ort gebucht haben, da uns die Häuser einfach zu eng stehen und zu hoch sind. Das haben wir zu Hause auch. Dennoch freuen wir uns, in Natura entdeckt zu haben, was sich auf diesem Fleckchen der Landkarte verbirgt. Ein kleiner Bummel auf der Strandpromenade macht auch mal kurz Spass. Marcus weigert sich, mich beim Nippes-shopping zu beraten. Na sowas. Aber irgendwie ahnt er wohl schon im Ansatz, dass auch ich recht resistent gegenüber selbstgenähten Ledertaschen und Rumständrichen bin. Dann geht die Sonne allmählich unter und wir fahren zurück nach Los Llanos.

Puerto Naos Strandpromenade

Puerto Naos Strandpromenade

Tag 11: Las Trisias und die Höhlen der Benahoaritas, Garafia Bucht

Auch heute ist wieder unklar, wie das Wetter nun genau wird. Nachts und morgens gehen ordentlich Schauer über die Insel. Nun lacht uns die Sonne wieder auf die Terasse und wir beschließen, nach Las Trisias zu fahren. Ganz im Nordosten der Insel haben einst die Altkanaren, die Benahoaritas in Höhlen gelebt. Diese wollen wir bei einer kleinen Wanderung besuchen. Und weil das Klima hier ziemlich geeignet ist, sind auch einige Exemplare der seltenen Drachenbäume zu finden. In Las Trisias kann man gut in der Nähe der Kirche parken.

Kirche Las Trisias

Kirche Las Trisias

Hier gibt es einen kostenfreien Parkplatz. Wir jedoch fahren noch ein wenig im Ort runter und folgen der Straße. Irgendwo am Kreuzungspunkt mit dem Wanderweg GR130 parken wir und steigen in die Route ein. Das diese Wanderung als eine der schönsten beschrieben ist, merken wir gleich. Es kommen uns einige Leute entgegen. Da sich der schmale Weg in die Schlucht hinunterwindet, sieht man sie jedoch erst, wenn sie direkt vor einem stehen. Der Fels bildet weiter unten einen leichten Überhang und schon stehen wir vor den finsteren Felslöchern, welche einst als Behausung gedient haben sollen. Die sogenannten Buracas.

Buracas - Felsenlöcher

Buracas – Felsenlöcher

Ziemlich dunkel hier unten in der Schlucht. So richtig Sonne kommt nicht rein. Wahrscheinlich war das so gewollt früher. Erstaunlich, in welch unwegsamen Gelände sich die Menschen hier niedergelassen haben. Immer wieder faszinieren uns die Drachenbäume, welche wirklich vielzählig hier rumstehen.

die seltenen Drachenbäume

die seltenen Drachenbäume

Doch nicht nur die Drachenbäume finden das Klima toll. In den Gärten, welche wieder terassenartig die Schlucht auskleiden, finden wir vom Kakistrauch bis zum Mangobaum so ziemlich alles, was wir nur aus der Exotenabteilung des deutschen Supermarktes kennen. Unglaublich. Ich kann verstehen, dass sich Leute hier niederlassen. Eine Biofinca wird von Deutschen betrieben, wir streifen sie nur, können also keinerlei Hinweis über das Angebot geben. Stattdessen besichtigen wir die unweit gelegene historische Mühle, doch auch unten drunter liegenden Gofiomuseum gehen wir ob des wunderbar sonnigen Wetters vorbei.

historische Mühle

historische Mühle

historische Mühle

historische Mühle

Ausblick

Ausblick

Wir beschließen die kleine Runde mit einem landestypischen Imbiss (Rote Mojosauce, Salzkartoffeln, Salat und geräucherter Ziegenkäse) im direkt am Markt liegenden Kiosco El Rincon.

Nun fahren wir auf der LP-1141 noch etwas weiter nördlich. Unser Ziel ist der Ansicht unscheinbare Ort Santo Domingo de Garafia. Wir wollen wieder runter ans Meer. Die immer schmaler werdende Straße windet sich als LP-1141 zum Parkplatz am Aussichtspunkt “Mirador de Serradero”.

Aussichtspunkt Mirador de Serradera

Aussichtspunkt Mirador de Serradero

Ein markierter Wanderweg führt als Schotterweg in einen weiteren rauhen Bereich der Insel hinab. Wieder finden wir ein paar der für palmerische Küsten typischen Felshäuschen. Heute ist es ruhig hier. Außer zwei einsamen Anglern und einer badenden Frau sind wir allein. Die Wellen toben gegen die Küste, welche bunt gezeichnet ist durch Vulkangeschehen. Der Atlantik breitet sich in seiner unglaublichen Weite vor uns aus. Das besondere hier ist, dass weit und breit kein Boot zu sehen ist. In diesem Tei des Atlantiks existiert kein Linienverkehr. Was zum einen Wasser und Strände verhältnismäßig sauber hält. Zum anderen ist es wirklich ein Erholung für Augen und Seele, wenn einfach nur die Weite des Wassers zu sehen ist. IMG_7533Nicht immer ist ganz klar zu sehen, wo der Himmel beginnt und das Meer aufhört. Wir erkunden die Bucht und auf einmal kommt Marcus freudestrahlend um die Ecke um mir mitzuteilen, dass weiter hinten eine nackte Frau auf ihrem ebenfalls nackten Mann sitzt. Weit verkrochen in der Bucht und dennoch entdeckt.

Der Tag neigt sich allmählich, wir steigen wieder auf zum Parkplatz. Kaum ist die Sonne weg, ist es empfindlich kalt. Vor allem, da unsere Fahrt uns wieder kurvenreich um die Schluchten führt und wir es den Eineimischen unbedingt gleich tun wollen. Seit Tagen haben wir beobachtet, wie die Leute Esskastanien sammeln. Sagenhaft viele Esskastanienbäume säumen die Straßenränder. Die stacheligen Kugeln platzen auf, die Esskastanien fallen entweder raus oder man pellt sie noch raus. Und das tun wir bei schlappen 12 Grad. Es ist also fast dunkel, gefühlt eiskalt, denn in den Schluchten hält sich die Feuchtigkeit des Regens und das Stachelkleid der Kastanien pickst uns ganz gemein in die Hände. Zwei Hände davon voll müssen also zum Probieren reichen. Dann fahren wir zurück nach Los Llanos.

Esskastanien

Esskastanien

Tag 12: Puerto Puntagorda, Mercadillo Puntagorda, Restaurant Pino de la Virgen Puntagorda, Serpentinenstraße Barranco de Garrome

So allmählich klingt unser Urlaub aus und wir nehmen uns für heute nur noch eine kleinere Tour vor. Der Himmel bietet wieder ordentlich dunkel Wolken. Doch das stört uns nicht weiter.

Blick beim Frühstück

Blick beim Frühstück

Wir wollen noch einmal nach Puntagorda, denn der dortige Hafen verspricht teilweise unerwartet hohe Wellen. Wir sind gespannt, ob er hält, was er verspricht. 31 Kilometer geht es also kurvenreich von Los Llanos an der Westküste wieder Richtung Norden. Wir legen einen kurzen Fotostopp ein. Obwohl das Wetter ordentlich wechselhaft ist, sind die Gipfel der Caldera jetzt gerade wunderbar zu sehen. Den nächsten Stopp legen wir kurz vor Puntagorda ein. Der “Mirador del Drago” gibt einen Blick auf einen Drachenbaum, welcher sich auf einer Steinmauer abstützt. Schon ein ziemlich altes Modell.

Drago - Drachenbaum

Drago – Drachenbaum

Ein kleiner Pfad führt etwas weiter runter zu einem weiteren Aussichtspunkt, von welchem wir ganz guten Blick in eine der unzähligen Schluchten haben. Dann folgt die aufregende Abfahrt gen Hafen. Wie andernorts auf dieser Insel auch, steil und kurvenreich.

Der starke Regen hat leichte Geröllmasse aus dem Hang gespült. Der Blick auf´s Meer ist unverstellt. Gegen eine durchgehende Leitplanke hätte ich jedoch nix einzuwenden. Irgendwo parken die Autos dann am Straßenrand. Die Straße endet, dafür gibt es ein Hinweisschild, dass diese Küste besonders gefährlich ist. Wunderbar. Dann gehen wir doch gleich mal runter. Nix ist entspannender als unterhalb von porösen Hängen bei Regen wilden Wellen zu lauschen.

Zumindest der Weg hinunter ist hier sehr gut. Von Menschenhand geschaffene Treppen aus Stein und Zement. Dann sind wir überrascht. Auch hier finden sich wieder die kleinen Häuschen. Irgendwie in den Steilhang eingepasst.

Puerto Puntagorda

Puerto Puntagorda

Hätte ich gern mal beim Bau zugeschaut. Hinter uns türmen sich Regenwolken und klammheimlich halte ich schon mal Ausschau, bei welchem Bewohner ich unter die windige Pergola hüpfen könnte. Toilette wäre auch nicht schlecht, weit und breit bietet sich jedoch keinerlei Möglichkeit. Der Regen lässt noch ein Weilchen auf sich warten. Stattdessen lüftet sich nun das Geheimnis, wir haben freien Blick auf ein wunderschönes kleines Naturschwimmbecken. Ausgeklügelt schwappt bei jeder größeren Welle frisches Wasser über einen kleinen Kanal hinein.

Naturschwimmbecken

Naturschwimmbecken

Kein Chlor. Super. Dafür tummeln sich kleine Krebse am Rand und Fische in der Tiefe des Beckens. Der vorgelagerte Felsen ist Gischtumtost, Angler versuchen in dem Gestürm geduldig ihr Abendessen zu organisieren. Wahnsinn. Das ist die wildeste Bucht von allen. Wir sind fasziniert. Weiter hinten führt ein Durchbruch in eine weitere Bucht, ein riesiger Felssturz hat wohl dafür gesorgt, dass die damaligen Bewohner ihre Buden hier verlassen mussten.

Das ist aufregend. Und lockt.

Ein Seil ist als Absperrung zum Meer gespannt, daran wandern wir bis zur anderen Seite der Bucht entlang. Ein unbeschreiblicher Blick eröffnet sich uns. Als wolle diese Küste es uns nochmal so richtig ins Gehirn schreiben. GLAUBST DU ES NUN  – dass La Palma einfach der Knaller ist?

Puerto Puntagorda

Puerto Puntagorda

Es fängt an dicke Tropfen zu tröpfeln. Im Laufschritt klettern wir über die Lavafelsen zurück zur Höhle, welche uns nun einen super Unterschlupf bietet. Es giest wie aus Eimern. Man ist das laut hier. Das Meer tobt unablässig, irgendwie alles kaum zu glauben. Meteorologisch scheint hier gerade April, denn nun lacht schon wieder die Sonne. Alle Farben von Gestein und Pflanzen scheinen nach dem kurzen Guss intensiviert. Wahnsinn.

die Treppen wieder hoch

die Treppen wieder hoch

Wir steigen die Treppen wieder hinauf und in unser Auto. 3 Serpentinen später ist der Regen wieder da. Dieses Mal etwas gewaltiger. Wir fahren durch dicke Wolkensuppe der Regen klatscht fett auf die Scheiben. Bleibt uns eigentlich nur die Einkehr in einem der vom Reiseführer empfohlenen Restaurants. Wir erwischen das Pino de la Virgen in Puntagorda. Wer mal erleben möchte, wie angenehm ruhig (kräftig Augenzwinker) es in einem palmerischen Restaurant zugeht, muss hierhin.

Einheimische lassen sich an langen Tischen verwöhnen. Dazwischen immer wieder, an ihrer Funktionskleidung deutlich erkennbare Touristen, welche dem Szenario staunend beiwohnen. Für uns gibt es heute wieder gebratenen Ziegenkäse mit Salzkartoffeln als Vorspeise. Als Hauptspeise bekommen wir Kichererbsensuppe. Dazu bestellen wir uns eine Portion Gofio. Eine traditionelle Speise. Geröstetes Getreide wird mit Suppe übergossen und zu Teig geknetet. Dieses bekommen wir hier in einer richtig alten Holzschüssel und können es uns bröckchenweise in die Suppe geben. Sehr lecker jedoch sind wir hinterher mehr als genudelt. Draußen donnert es. Wir haben also genau den richtigen Zeitpunkt für diese Einkehr in dieses traditionelle Lokal erwischt. Schön.

Es regnet immer noch. Was für ein Glück, denn nun kann ich Marcus davon überzeugen, dass wir im Mercadillo am besten aufgehoben sind. Der Mercadillo von Puntagorda ist ein Erzeugermarkt und Touristenhighlight, welcher nur am Wochenende stattfindet.

im Mercadillo von Puntagorda

im Mercadillo von Puntagorda

Samstags von 15-19 Uhr. Wir kommen also gerade recht. Wie die Heuschrecken fallen die Leute aus allen Richtungen ein und genauso ramschen sie die Stände in der Halle leer. Als wäre dies die einzige Möglichkeit, auf der Insel einzukaufen. Wir sind ob der Einkaufshektik etwas verwundert, dennoch ein sehr schöner Markt, den es lohnt zu besuchen.

Einerseits gibt es Frischwaren wie Fleisch, Broterzeugnisse, Gemüse, Obst. Die längste Schlange steht am Tortenladen. Wir kaufen 2 kleine Gurken für 52 Cent. Mein Favorit ist der Stand mit dem Zuckerrohrsaft. Für 2 Euro probieren wir nun auch noch dieses lokale Produkt.

Zuckerrohr

Zuckerrohr

Weiter hinten in der Halle bieten Kunsthandwerker vom T-shirt über Keramik, Schmuck und Filzwaren alles, was sich in der guten Stube selbst herstellen lässt. Ideal wäre es, diesen Markt am Anfang oder in der Mitte des Urlaubs zu besuchen, dann könnte man Käsespezialitäten oder Gemüse gut einkaufen. Direkt am Eingang hängt übrigens die Preistafel. Höchtpreise sind festgelegt und machen damit den Marktkauf überschaubar. Für Marcus gibt es ein T-shirt, wie in fast jedem Urlaub. Wir kaufen generell wenig Mitbringsel. Er T-shirt, ich Kette – damit sind wir an Erinnerungen neben unseren Fotos, selbst gesammelten Steinen und Berichten gut ausgestattet.

Eine weitere spektakuläre Abfahrt gen Meer wartet nun auf uns. Wir fahren im Barranco de Garrome abwärts. Und da die Schluchten hier wirklich eng sind, fahren wir gefühlte 30 Serpentinen. Wieder haben die vergessen, Leitplanken durchgängig anzubringen. Das gibt´s nicht. Eine irre Fahrt, die wirklich starke Nerven und gute Fahrtauglichkeit erfordert. Bei mir neigt sich selbiges wirklich nun allmählich dem Ende entgegen.

Leider haben wir den Wanderweg Richtung Küste und auch keinen Parkplatz gefunden. So geht es alsbald die 30 Serpentinen hoch. Irgendwo halten wir nochmal an, um Pflanzen zu fotografieren und plötzlich qualmt es leicht aus der Motorhaube. Gruselig. Und das auf dieser Strecke. Wir fotografieren erst mal die Pflanzen. Der leichte Qualm ist verflogen, Marcus öffnet die Motorhaube.

nix zu erkennen ....

nicht wirklich viel zu erkennen ….

Wir finden jedenfalls ein Haufen Ölspritzer, warum und weshalb wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Jedenfalls kommen wir sicher den Berg hoch und nach einem Sonnenuntergangsstopp in Tijarafe heile in unserem Haus in Los Llanos an. Dort warten heute noch die Esskastanien auf uns. Also ab in die Pfanne mit ihnen.

Esskasstanien

Esskasstanien

So. Und nun betrachte dir den Herd genau. Eine Pfanne steht drauf. 4 Lampen leuchten. Hast du eine Idee? Dann immer her damit. Für die richtige Lösung im Kommentarfeld geb´ ich dir einen Kaffee aus.

Die Kastanien jedenfalls sollte man gut einschneiden. Bei einigen ist uns das wohl nicht ganz so gelungen und so sah es nach kurzer Zeit aus, wie nach einem Kastanienmassaker. Und geknallt hat es. Tja und was soll ich sagen, die sind auch ganz schön weit geflogen. Dieser Abend geht in die Annalen also als Tag des Kastanienmassakers ein.

Ein wirklich toller Urlaub auf einer extrem tollen Insel. Ich denke, da fliegen wir irgendwann noch einmal hin, denn längst ist noch nicht alles gesehen und die spektakuläre Wanderung in der Caldera de Taburiente steht noch aus.

Was war dein Highlight auf der Insel? Schreib uns gern, wir freuen uns.