Baden im ehemaligen Braunkohletagebau bei Leipzig

DSC_0381Bei meinem letzten Ausflug in die ehemalige Tagebauregion im Süden von Leipzig habe ich glatt geglaubt, ich sei wieder in Neuseeland. Denn nicht nur die Farbe des Wassers, sondern auch der Name erinnert mich daran. Doch nein. Ich bin im Leipziger Neuseenland. Wunderbar blaue klare Seen laden zum Spazieren und Flanieren ein. Wo ihr hinfahren müsst, um das ebenfalls zu sehen, lest ihr gleich hier…

Wir beginnen unsere Tour am Kap Zwenkau am Zwenkauer See. Über die A38 ist das im Entstehen begriffene Ausflugsgebiet sehr gut zu erreichen. Dieses sogenannte Tagebaurestloch ist teilweise bis zu 48 Meter tief und bietet bereits jetzt schon vielseitige Freizeitmöglichkeiten. Sieben Jahre dauerte die Flutung, nachdem knapp 80 Jahre Braunkohle gefördert wurde.DSC_0383

Die meisten Besucher, die ich heute hier sehe, sind auf dem Rad oder per pedes auf dem asphaltierten Uferweg unterwegs. Vom Kap Zwenkau fährt die Santa Barbara, das Fahrgastschiff los und auch ein Badestrand lässt sich schon erahnen. Und natürlich entstehen auch hier eine Menge schicker Eigenheime, ein Hafengelände ist im Bau und im Ausflugsrestaurant Pelle genießen wir einen wirklich tollen Blick über den See. Doch was am meisten besticht, ist die unglaublich blaue Farbe des Sees.DSC_0392DSC_0401DSC_0403

Gestärkt durch ein leckeres regionales Mittagessen fahren wir weiter zum Störmthaler See. In der Nähe des Bistro Vineta befindet sich ein ausreichend großer kostenpflichtiger Parkplatz und schon sind wir auf einem weiteren Uferweg unterwegs. Auch der Störmthaler See besticht durch sein glasklares Wasser.DSC_0414

Doch die eigentliche Besonderheit ist die Vineta in der Mitte des Sees. Eine Kirche. Genau dort im See verankert, wo sich einst doch recht große Gemeinde Magdeborn befand. 3200 Menschen lebten einst hier und wurden im Zuge des Braunkohlebergbaus sicherlich unter großem Protest umgesiedelt. So schön diese hier wachsende Naturlandschaft ist, so schwer vorstellbar ist es für mich, dass einfach komplette Dörfer und damit natürlich auch Heimat verschwindet. Ich hoffe zu sehr, dass alle Bewohner ein geeignetes Fleckchen Erde nun wieder wenigstens ihr zu Hause nennen können. Einziges wirkliches Überbleibsel ist ein großer Kastanienbaum.DSC_0427 Natürlich gibt es auch hier eine Menge Aktionismus um möglichst viele Touristen anzulocken. Ausflugsfahrten zur Kirche, ja sogar Veranstaltungen in der Kirche werden angeboten. Ein Hotel und eine Ferienhausanlage schmiegen sich an das Ufer des Sees und auch hier erinnere ich mich zu gern an Neuseeland, denn man hat an die Camper gedacht. Stellflächen mit bestem Blick auf den See.DSC_0389Diese Seen sind der blanke Wahnsinn. Die jetzigen Leipziger können sich glücklich schätzen, doch nach dem ganzen Industriestaub, welchen wir, auch ich, an schneereichen Wintertagen damals zu DDR Zeiten doch sehr gut auf unseren Fensterbrettern sehen konnten, ist es nun glaube ich weit an der Zeit, die schönen Aspekte der Braunkohleförderung zu erleben.

Es geht weiter zum Markleeberger See und ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Kanunationalmannschaft trainiert gerade in der hiesigen Wildwasseranlage, um sich möglichst elegant durch die gefährlichen Strudel zu manövrieren. DSC_0437Ein Kletterpark steht bereit und perfekt asphaltierte Radwege laden auch hier zu einem Ausflug ein. Der Badestrand ist bereits fertig und auch ein Kanuverleih ist schon eröffnet. Sehr interessant ist die Verbindung über eine Schleuse zum Störmthaler See. Im Fahrgastschiff kann man zu einer Tour über beide Seen aufbrechen oder einfach die Wanderschuh schnüren und schöne Tageswanderungen um die Seen unternehmen.DSC_0440Für Technikfans gibt es zwischen dem Markleeberger und dem Störmthaler See den Technikpark. Hier kann man einen Braunkohlebagger ganz aus der Nähe besichtigen. FK_2015l-2015-00115Soviel steht fest – ich muss da noch mal hin. Das nächste Mal denke ich, werde ich die Radwege erkunden. Welchen Tipp hast Du für mich? Was lohnt sich dort noch anzuschauen?

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